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Kein Tag zum Feiern in Laußig: Grundschule schließt für immer

Kein Tag zum Feiern in Laußig: Grundschule schließt für immer

Laußig. Wenn Freitag nach der Zeugnisübergabe die Sommerferien beginnen, endet auch eine Kapitel Laußiger Schulgeschichte. Die Grundschule schließt für immer ihre Pforten.

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Jungen und Mädchen mit ihren Lehrerinnen vor der Grundschule in Laußig. Hier werden heute zum letzten Mal Kinder in die Sommerferien verabschiedet.

Quelle: Steffen Brost

Zuletzt lernten noch 34 Mädchen und Jungen in je einer dritten und vierten Klasse. Drei Lehrerinnen kümmerten sich im vergangenen Schuljahr um die verbliebenen Kinder. "Je näher der Tag kommt, um so schwere wird es einen ums Herz. Es ist schon ein trauriges Gefühl, wenn der Tag x näher rückt", sagte vor wenigen Tagen Karin Ott, die seit 2005 Schulleiterin ist.

Gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Claudia Schenkenberger und Angelika Nehring legte Ott nocheinmal ihre ganze Kraft in das letzte Schuljahr in Laußig. "Wir haben versucht, viel mit den Kindern zu machen, sodass sie mit guten Erinnerungen zunächst in die Ferien und dann ins nächste Schuljahr starten." Während die Viertklässler ohnehin in ein Gymnasium oder Oberschule gewechselt hätten, gehen die Kinder der dritten Klasse je zur Hälfte nach Authausen oder Doberschütz in dortigen Grundschulen. Auch für die drei Lehrerinnen gibt es ab Ende August einen neuen Arbeitsplatz. Während Ott und Nehring im Landkreis bleiben, wird Schenkenberger nach Wittenberg gehen und dort an einer Grundschule unterrichten.

In den vergangenen Tagen gingen die Mädchen und Jungen auf zwei Ausflüge. Der eine führte nach Authausen und der andere nach Doberschütz. Dabei wollten alle ihre neue Schule, die Lehrer und ihre künftigen Mitschüler kennenlernen. Gestern begann dann das große Abschlussfest auf der Roten Jahne. Mit Eltern, Kindern und Lehrerinnen wurde dort im Hochseilgarten geklettert, der Nacht zu heute wurde in der Schule übernachtet. "Wir wollen sie am letzten Tag nicht allein lassen. Freitag gibt es Zeugnisse und danach werden wir vermutlich alle eine Runde heulen, bevor sich unsere Wege trennen", so Ott weiter.

Auch Lehrerin Claudia Schenkenberger wäre gern in Laußig geblieben. Die junge Frau arbeitet erst seit drei Jahren hier. "Das Kollegium und das Umfeld hat gepasst. Es war klein, schön und gemütlich", erzählte sie. In der ersten Ferienwoche werden noch Aufräumarbeiten erledigt und die letzten Kisten gepackt. Erst dann schließt Ott die Schule zu. Vermutlich für immer. Denn der Laußiger Gemeinderat hatte sich schon 2011 für die Schließung entschieden. Die Schülerzahlen sahen in der Prognose so schlecht aus, dass sich die Gemeindevertreter zwischen Authausen und Laußig entscheiden mussten. Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) wollte einer Entscheidung durch den Freistaat Sachsen zuvorkommen und anhand einer demokratischen Abstimmung entscheiden lassen, für welche Schule sich die Gemeinde stark macht. Das Rennen machte bekanntlich Authausen. Allein schon deswegen, weil dort in den vergangenen Jahren jede Menge Fördermittel in Umbau und Sanierung geflossen sind. Die hätten sonst zurückbezahlt werden müssen, wenn die sogenannte Zweckbindungsfrist nicht eingehalten worden wäre.

Seit 1840 gibt es in Laußig eine Schule. Bis 1964 befand sie sich in der späteren Zahnarztpraxis nahe der Gemeindeverwaltung. 1964 wurde die Polytechnische Oberschule eröffnet. 1972 erfolgte der Anbau der heutigen Grundschule. 2006 schloss man bereits die Mittelschule. Mit der Grundschule wird jetzt das Kapitel endgültig beendet. Was aus dem Gebäude wird, ist unklar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2015
Von Steffen Brost

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