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Kettensägen kreischen in der Heide

Kettensägen kreischen in der Heide


Tornau. Für den am letzten Juli-Wochenende in Tornau geplanten 12. Internationalen Holzskulpturenwettbewerb rechnen die Veranstalter mit einem neuen Teilnehmerrekord.

. Zwei Tage lang lassen 39 Künstler aus Deutschland, Weißrussland und der Ukraine sowie sechs Studenten aus England im 600-Seelen-Dorf Tornau bei Bad Düben aus wuchtigen Baumstämmen imposante und filigran gearbeitete Holzfiguren entstehen. Insgesamt sind damit genau genommen 45 Künstler – darunter vier Frauen – vor Ort. Der Wettbewerb steht diesmal unter dem Motto „Ohne Bäume wär‘ die Welt öd und leer".

Die überwiegend männlichen Veranstalter verweisen auf die erstarkte weibliche Präsenz im Teilnehmerfeld. Wolfgang Köppe, Spiritus rector des Wettbewerbs und gemeinsam mit dem Heidedorf Tornau sowie dem Verein Naturpark Dübener Heide Veranstalter, erinnert an die Anfangsjahre, als noch die eine oder andere Frau dabei war. Aber gleich vier an der Zahl – das gab es noch nicht. Aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg Vorpommern und Rheinland-Pfalz reisen die Säge-Künstler am Freitag nächster Woche an. Das allein ist schon immer ein Ritual. Sie kommen mit Wohnwagen oder Zelt, schlagen ihr Lager auf oder beziehen Quartier im Naturparkbüro. Lokalmatadoren wie der Schnaditzer Raik Zenger waren schon vor Ort und haben ihren Favoriten-Stamm gekennzeichnet. „Viele vermerken in ihren Anmeldungen, welches Material sie haben wollen", so Axel Mitzka, Vorsitzender des Heide-Vereins.

Zwei Tage lang kreischen die Sägen, werden Pappelholz- und Eichenstämme mit Motorkraft und Sägekette bearbeitet. Auf der Wiese an Weichers Mühle in Tornau stehen viele der Werke, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Dass das Event auch im 12. Jahr noch immer zieht, überrascht auch die Macher. „Der Ursprungsgedanke war mal, dass Leute, die mit der Kettensäge arbeiten, dies auch künstlerisch umsetzen. Das haben wir erreicht. Jeder lernt hier von jedem, sie tauschen ihr Wissen aus", so Köppe. Der Heidemaler stiftet einen nach ihm benannten Preis. Noch ist nicht klar, wie er aussieht. „Entweder eine Drechsel-Arbeit oder ein gespachteltes Ölbild." Den gibt es am Sonntag um 16 Uhr, genau wie den Zuschauerpreis. „Auf der Rückseite der Eintrittskarte können die Besucher mit ihrer Wertung die Platzierung der einzelnen Skulpturen bestimmen. Mit etwas Glück wird die Stimmkarte gezogen und auch der Zuschauer selbst wird zum Gewinner", sagt Ortsbürgermeister Enrico Schilling. Außerdem gibt es einen Künstlerpreis, bei dem sich die Akteure nach dem Grand-Prix-Modus Punkte geben.

Während die Künstler schwitzen, können die Besucher das Drumherum genießen: Am Sonnabend zeigt sich erstmals das neue Köhlerliesel. Die Dame, deren Name Punkt 12 Uhr gelüftet wird, repräsentiert für ein Jahr den Naturpark Dübener Heide. Des Weiteren können Besucher über den Heidemarkt schlendern. Weitere Höhepunkte: Samstag, 15 bis 18 Uhr Auftritt „Duo 2 plus" mit Stimmungs- und Tanzmusik, Sonntag, 10.30 bis 13 Uhr: Frühschoppen mit Frischluftprojekt,

15 bis 16 Uhr: Daniela Bensch „Wenn ich singe, bin ich glücklich".

Kathrin Kabelitz

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