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Kiesabbau - jetzt heißt es warten

Kiesabbau - jetzt heißt es warten

Laußig. Die Bürgerinitiative (BI) in Laußig, die gegen die Erweiterung des Kiesabbaus ist, hat in mehreren Stellungnahmen deutliche Worte zu den Planungen gefunden.

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Horst Bahlow, Rudi Bröse, Horst Erhardt und Siegfried Sello (von links) beraten über die Kiesabbau-Pläne.

Quelle: Nico Fliegner

Vor allem die Auswirkungen auf die Menschen wird kritisch gesehen. Unterdessen hat eine weitere Zusammenkunft zwischen Vertretern der BI und der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH, die das Kieswerk ausdehnen will, zu Irritationen im Nachgang geführt.

Ein Dorf kämpft gegen die großflächige Ausdehnung des Kiesabbaus. Dabei sprechen die Zahlen für sich: 130 Einwohner haben Einsicht in die Planungsunterlagen genommen, 191 Stellungnahmen sind zum Stichtag 5. März abgegeben worden. Siebenmal traf sich die BI, es gab eine Ratssitzung, auf dieser der Kiesabbau thematisiert wurde, sowie eine Einwohnerversammlung mit etwa 100 Teilnehmern. Des Weiteren ein Treffen mit dem Betrieb. Doch gerade dieses Treffen hat zuletzt für Unmut in den Reihen der BI geführt. Denn was im Nachgang passierte, stimmt die Vertreter alles andere als froh. "Wir waren um einen Kompromiss bemüht. Von Anfang an", sagt Rudi Bröse von der BI. Und der sieht so aus: Auf ein Feld, das nämlich mit der Nummer fünf, das dem Dorf am nächsten kommt, sollte der Betrieb gänzlich verzichten. Das daran angrenzende Feld Nummer eins sollte stattdessen nur verkleinert werden, etwa um die Hälfte. Gegen die anderen Felder im Nord-Osten gibt es dagegen keine Einwände.

Und so beobachteten die Kiesabbau-Gegner, dass entsprechende Pflöcke vor Ort in den Boden gerammt worden. Und zwar erst an vereinbarter Stelle, dann sind die aber wieder rausgenommen worden und an anderer Stelle in die Erde gekommen - und zwar so, wie es nicht besprochen war. "Das kann man mit uns nicht machen", sagt Siegfried Sello und hofft auf Korrekturen.

Die Laußiger stehen dem Kiesabbau skeptisch gegenüber, befürchten vor allem Schäden für Natur, Umwelt und Mensch. Die Wohn- und Lebensqualität gehe verloren. Von mehr Lärm, Staub und Verkehr ist die Rede, sollten die Pläne so durchgehen, wie beantragt. Grundwasserprobleme kämen hinzu und eine Einschränkung des Freizeitbereichs für mehr als 80 Kleingärtner, die in unmittelbarer Nähe der neuen Kiesflächen Parzellen bewirtschaften. "Auch die Immobilien entlang der S11 vom ehemaligen Wasserwerk bis zum Bahnhof und Landhandel Wendt verlieren an Wert", sagt Siegfried Sello. Zudem würden 96 Hektar Landwirtschaftsfläche "vernichtet". Und Horst Bahlow ergänzt, dass es aus Sicht der BI für die Rekultivierung keine Sicherheit gebe. Das Unternehmen hatte aber zuletzt dieser Aussage widersprochen, würde unter anderem dafür Rücklagen bilden, hieß es.

An acht Fachbehörden, darunter dem Landratsamt, haben die Vertreter der BI nunmehr ihre Stellungnahme geschickt. Die Kernforderungen: Keine Auskiesung der Felder eins und fünf und ein Stopp der Weiterführung östlich der S11 hinterm alten Bahnhof. "Jetzt müssen wir warten. Was anderes bleibt uns nicht übrig", sagt Rudi Bröse.

Auch die Muldeland Agrar GmbH, die Ackerflächen bewirtschaftet, hat sich gegen die Pläne ausgesprochen, weil Flächen verloren gehen. Das bedeutet auch den Verlust "mindestens eines Arbeitsplatzes", heißt es in der Stellungnahme. Der Trägerverein des Naturparks Dübener Heide führt indes ins Feld, dass das Vorhaben "nicht den Zielen des Landschaftsschutzgebietes Dübener Heide" entspräche. Es verringere "zudem die Verfügbarkeit von landwirtschaftlicher Nutzfläche und mindert damit die Wertschöpfungspotenziale der Naturparkregion nachhaltig".

Über die Stellungnahmen werden jetzt übergeordnete Behörden entscheiden. Der Ausgang des Verfahrens ist offen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2013

Nico Fliegner

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