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Bad Düben Kirche in Kossa: "Mauerspechte" im Einsatz
Region Bad Düben Kirche in Kossa: "Mauerspechte" im Einsatz
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15:46 19.05.2015
Rainer Müller von einer Roitzscher Baufirma verfugt mit seinen Kollegen die großen Feldsteine des Kirchturmes neu. Quelle: Steffen Brost

Das aus Feldsteinen errichtete Gotteshaus kann auf eine bewegte Baugeschichte zurückblicken. Jetzt kommt ein neues Kapitel dazu. Eine Roitzscher Firma hat bereits in den vergangenen Tagen das Kirchenschiff komplett neu verputzt. "Wir mussten das ganze Mauerwerk ausbessern. Teilweise war es so bröckelig, dass es bereits abgefallen war. Auch der Glockenturm wurde verfugt", sagt Bauarbeiter Rainer Müller.

Die Fugen zwischen den großen Feldsteinen seien teilweise herausgebrochen. "Das mussten wir aufwendig mit der Hand ausbessern. Wenn das Wetter mitspielt, können wir Mitte Oktober die Arbeiten beenden."

Rund 100 000 Euro steckt die Gemeinde Laußig in das Projekt. "Wir hatten Ende des vergangenen Jahres die Zusage für Fördermittel bekommen. Jetzt wird endlich gebaut. Parallel dazu wurden auch gleich die bleiverglasten Fenster im Kirchenschiff erneuert. Die waren nicht mehr dicht. Im Winter zog die Kälte in den Innenraum", erzählt Edelgard Negendank von der Kirchgemeinde.

Wie von Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) zu erfahren war, ist bis Jahresende auch die Teilsanierung der maroden Friedhofsmauer geplant. "Das wird größtenteils in Eigenregie erfolgen. Unsere Gemeindearbeiter werden hier die meisten Arbeiten selber erledigen", so Schneider.

Dass die lange geplanten Arbeiten an der Kossaer Kirche realisiert werden, ist auch ein Verdienst des Pfarrer-Ehepaars Annette Uhle und Ralf Kühlwetter-Uhle, die sich dafür stark machten und Kollekten für die Baumaßnahmen sammelten.

Errichtet wurde die Kirche im 16. Jahrhundert. Der Kirchensaal weist einige Elemente aus der Romanik auf, allerdings passt das Mauerwerk nicht in diese Zeit. Tausende kleine und große Feldsteine wurden wild durcheinander verarbeitet. Im Jahr 1936 schlug ein Blitz in den Kirchturm ein. Ein Übergreifen des Brandes auf das Kirchenschiff konnte verhindert werden, jedoch fielen dem Feuer zwei Glocken von 1521 und eine aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zum Opfer. Diese wurden nach dem Brand wieder zu neuen Glocken geschmolzen, mussten aber dann im Zweiten Weltkrieg abgegeben werden. Der Turm wurde nach dem Brand abgetragen und dann aus Feldsteinen neu aufgebaut. Die Farben im Kirchensaal wurden ebenfalls erneuert, vermutlich auf Grund eines Wasserschadens, der bei dem Brand entstanden war. Die Orgel wurde 1845 von der Eilenburger Firma Schrickel eingebaut. 1954 war es dann der Kirchgemeinde möglich, drei neue Glocken zu erwerben, die seither wieder im Turm hängen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

Steffen Brost

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