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Kirchgemeinde verabschiedet langjähriges Pfarrer-Ehepaar

Kirchgemeinde verabschiedet langjähriges Pfarrer-Ehepaar

Das langjährige Pfarrer-Ehepaar Annette Uhle und Ralf Kühlwetter-Uhle im Kirchspiel Authausen sind am Sonntag mit einem Gottesdienst feierlich verabschiedet worden.

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Der Superintendent des Kirchenkreises, Mathias Imbusch (rechts), verabschiedet das Pfarrer-Ehepaar Anette Uhle und Ralf Kühlwetter-Uhle.

Quelle: Steffen Brost

Authausen. Beide sind nach Goldbach bei Gotha gewechselt, dort bereits im Dienst. Gemeindemitglieder gaben ihnen die besten Wünsche auf den Weg.

An ihrem neuen Arbeitsplatz erschienen die beiden Pfarrer am ersten Tag gleich mal zu spät. Doch sie hatten eine gute Ausrede. "Laut Vertrag beginnt meine neue Pfarrerstelle am 1. September. Doch am gleichen Tag war auch die feierliche Verabschiedung in unserem bisherigen Wirkungskreis in Authausen. Das muss als Entschuldigung reichen", sagte Ralf Kühlwetter-Uhle.

Eine Woche sind die beiden bereits im thüringischen Goldbach, haben unzählige Umzugskartons ausgepackt, sich im Pfarrhaus halbwegs eingerichtet und bereits die ersten Kontakte geknüpft. "Die ersten Gespräche gab es schon. Unser neuer Nachbar entpuppte sich als Elektriker und schloss gleich mal unseren Herd in der Küche an. Wir sind jetzt räumlich zwar in Goldbach, aber angekommen sind wir noch lange nicht", so Kühlwetter-Uhle.

Der Pfarrgarten war gut gefüllt in Authausen. Es war warm, die Menschen genossen die Sonnenstrahlen, Kaffee und Kuchen. Zum letzten Mal leiteten beide den Einsegnungsgottesdienst für die Schulanfänger. Anschließend kamen alle im Pfarrgarten zusammen. Die Kinder tobten bei Pfadfinderspielen durch das naturbelassene Kleinod. Es war Zeit für letzte Gespräche und Abschiednehmen.

Neun Jahre teilte sich das Ehepaar eine Pfarrstelle im Kirchspiel Authausen. Dazu zählen Görschlitz, Pressel, Durchwehna, Kossa, Authausen und Tornau. In der Regel muss ein Pfarrer aller paar Jahre seinen Wirkungskreis verändern. Die Landeskirche empfiehlt alle zehn Jahre.

In den vergangenen Tagen hatten die Pfarrer einen regelrechten Marathon zu erledigen. "Der Umzug war zu organisieren und unser jüngster Sohn Markus kam in die Schule", erzählte Anette Uhle. In Goldbach wartet jetzt jede Menge Arbeit auf die Theologen. Dort wird das Ehepaar ab sofort zwei Pfarrstellen mit insgesamt 2400 Gemeindemitgliedern und elf Ortschaften betreuen. "Die Herausforderung lockte. Denn die neue Kirchengemeinde gibt es mit den vielen Ortsteilen noch nicht lange. Wir wollen den Prozess des Zusammenwachsens weiter führen und ihn mit Leben ausfüllen", sagte Kühlwetter-Uhle.

Bei der Verabschiedung waren die Plätze in der kleinen Dorfkirche Authausen gut gefüllt. Neben vielen Gemeindemitgliedern war auch der Gemeindekirchenrat, Kollegen, Vertreter aus der Partnergemeinde und viele Freunde der beiden gekommen. Der Superintendent des Kirchenkreises Torgau-Derlitzsch, Mathias Imbusch, nahm die feierliche Verabschiedung vor. "Das ist schon etwas Besonderes. Denn Annette Uhle war einst mein erste Vikarin. Beide leisteten eine hervorragende Arbeit. Danke für viele Jahre der Gemeinsamkeit", sagte Imbusch.

Sichtlich bewegt nahm das Pfarrer-Ehepaar seine Entpflichtung entgegen und musste abschließend viele Hände an der Kirchentür schütteln und Geschenke entgegennehmen. "Es fällt nach über neun Jahren nicht leicht, wegzugehen. Viele Freunde bleiben zurück. Wir hoffen, dass es in Goldbach genauso gut weitergeht. Den Kontakt nach Authausen werden wird pflegen so gut es geht", sagte Kühlwetter-Uhle. Und auch Organistin Andrea Pasenau fällt es nicht leicht, die beiden liebgewonnenen Freunde ziehen zu lassen. "Ich war die Leiterin der Kantorei und damit für die Musik verantwortlich. Die Musik soll beide an ihrer neuen Stelle immer begleiten und ihnen Halt bei den manchmal schweren Aufgaben geben. Ich wünsche ihnen viel Freude und Kraft in ihrem neuen Wirkungskreis", so Pasenau.

Zwei Vakanzverwalter werden in Zukunft als Ansprechpartner in Kirchenangelegenheiten zur Verfügung stehen. Jörg Uhle-Wettler und Thomas Pfeifer teilen sich die Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen und alles, was dazu gehört. Solange, bis ein neuer Pfarrer oder eine Pfarrerin gefunden ist. "Die freie Stelle wird in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland ausgeschrieben. Darauf können sich dann neue Kollegen bewerben. Das kann bis zu einem Jahr dauern", sagte Mathias Imbusch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.09.2013

Steffen Brost

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