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Kita Kossa: Strafbefehle gegen Erzieherinnen – Beschuldigte gehen in Widerspruch

Körperverletzung und Beleidigung Kita Kossa: Strafbefehle gegen Erzieherinnen – Beschuldigte gehen in Widerspruch

Körperverletzung, Beleidigung, Nötigung und Misshandlung von Schutzbefohlenen – die Vorwürfe, die Eltern gegen vier Erzieherinnen der Kita Kossa erhoben, waren schwerwiegend. Mittlerweile sind die Ermittlungen abgeschlossen.

Die Kita in Kossa.

Quelle: Steffen Brost

Kossa/Bad Düben. Nach den im vergangenen Jahr ergangenen Anzeigen wegen Körperverletzung und seelischer Misshandlung in der Kossaer Awo-Kindertagesstätte „Am Regenbogen“ hat die Leipziger Staatsanwaltschaft jetzt gegen die vier beschuldigten Frauen den Antrag auf Erlass eines Strafbefehles gestellt: „Die Ermittlungen sind abgeschlossen. Die Vernehmungen haben bei allen vier Beschuldigten einen hinreichenden Tatverdacht in dieser Sache bestätigt“, sagte Staatsanwältin Jana Friedrich.

Ermittlungen seit Ende 2016

Die Staatsanwaltschaft Leipzig führte seit Ende des vergangenen Jahres gegen vier, zum Teil jetzt ehemalige Angestellte, ein Ermittlungsverfahren wegen des Tatverdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen laut Paragraf 225 des Strafgesetzbuches durch. Der Strafbefehl in Form von Geldstrafen zwischen 1500 und 4000 Euro wurde vom Eilenburger Amtsgericht bestätigt und an die vier Frauen zugestellt. „Die Staatsanwaltschaft sah die Vorwürfe wie Nötigung, Beleidigung und einfache Körperverletzung als erwiesen an. Der Vorwurf der Misshandlung von Schutzbefohlenen konnte nicht nachgewiesen werden. Drei Beschuldigte haben mittlerweile Einspruch gegen dieses Urteil eingelegt, eine vierte hat es ihrem Anwalt gegenüber angekündigt“, sagt Thomas Gast, Pressesprecher und stellvertretender Direktor des Amtsgericht Eilenburg. Der nächste Schritt werde eine öffentliche Hauptverhandlung am Eilenburger Amtsgericht sein, zu der alle Beschuldigten, ihre Strafverteidiger sowie alle Zeugen erneut vorgeladen würden. Der Strafrichter werde danach entscheiden, ob er den Tatvorwurf und das Urteil so bestätigt oder eine andere Strafhöhe ausspricht, so der Sprecher.

Marko Schreiber, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes will jetzt erstmal abwarten, wie die Hauptverhandlung verläuft und welches Urteil gefällt wird. „Erst wenn das Urteil rechtskräftig ist, werden wir entscheiden, wie es mit den betroffenen Kolleginnen weitergeht“, so Schreiber.

Elternbeirat forderte Aufklärung

Rückblick: Ende 2016 hatten Eltern gegen drei Erzieher und die Leiterin der Kossaer Kindertagesstätte Strafanzeige gestellt. Die vier Beschuldigten sollen demnach Kinder körperlich verletzt und seelisch misshandelt haben. Vorwürfe wie Schläge auf den Rücken, Kinder zum Essen zwingen und drohen, mit Pflaster den Mund zuzukleben standen im Raum. Der Elternbeirat der Kindertagesstätte forderte damals bei der Awo-Geschäftsleitung eine Aufklärung der Vorfälle. Auch in einem Brief an die Arbeiterwohlfahrt sowie das Landesjugendamt machten sie deutlich, dass sie bereits seit längerer Zeit einen fraglichen Umgang mit den Kindern unter den Erziehern beobachtet hätten. Der Elternbeirat forderte deshalb einen Wechsel der Leiterin und kritisierte auch die weit überdurchschnittliche Personalfluktuation, sodass keine beständigen Betreuungs- und damit Vertrauenspersonen für die Kinder in der Einrichtung waren.

Als alarmierendes Zeichen bewertete der Elternbeirat, dass Ende Oktober zwei Erzieherinnen gleichzeitig die Einrichtung verließen. Das brachte das Fass schließlich zum Überlaufen und zwang den Geschäftsführer zum Reagieren. Marko Schreiber versetzte die Leiterin der Kindertagesstätte nach Authausen und Pressel. Drei weitere ließen sich krankschreiben. Danach bestand in der Einrichtung in Kossa eine Notbetreuung. Übergangsweise kamen Kolleginnen aus anderen Einrichtungen zum Einsatz.

Komplett neues Team am Start

Mittlerweile hat sich viel getan. Die Kossaer Kita hat ein komplett neues Team. Der Awo-Kreisverband Nordsachsen führt zur Zeit insgesamt 11 Kindereinrichtungen in 13 Häusern und betreut dort rund 1500 Kinder mit 150 Erziehern.

Von Steffen Brost

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