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Kleiner Sensationsfund auf dem Dübener Alaunwerk

Kleiner Sensationsfund auf dem Dübener Alaunwerk

Es ist schon ein kleiner Sensationsfund: Im Dübener Ortsteil Alaunwerk sind jetzt Fundamente des im 19. Jahrhundert existierenden Gradierwerkes entdeckt worden.

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Mit Spaten und per Hand sind Lutz Fritzsche (links) und Raik Zenger dem einstigen Gradierwerk in Bad Düben auf der Spur und legen Fundamente frei.

Quelle: Kathrin Kabelitz

Bad Düben. Der Gedanke daran, dass irgendwo auf der Waldfläche des Alaunwerks in Bad Düben die Fundamente der Salzgewinnungsanlage zu finden sein müssten, beschäftigt Lutz Fritzsche seit Langem. Der Hobby-Historiker griff das Thema nach Gesprächen mit Heimatforscher Hans Funk wieder auf und fand im Schnaditzer Mineralogen Raik Zenger einen Mitstreiter. "Uns war klar, dass es eine große Fläche sein muss", sagt Lutz Fritzsche. Auf alte Markierungen konnten sie nicht zurückgreifen, wohl aber auf einen geodätischen Punkt, den es, so Zenger, nach Recherchen bei der Stadt eigentlich nicht mehr geben durfte. Dieses Vermessungsmerkmal half bei der Orientierung. "Dann ging es schnell", so Zenger. Beim Graben stießen sie auf Mauerreste.

Bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts reicht die Historie des Alaunabbaus zurück. Das Mineral, das zu den Salzen gehört, galt als wichtiger Rohstoff für Weißgerberei, Papiermacherei, Färberei. 1827 fiel der Entschluss, auf dem Areal in der Dübener Flur eine neue Alaunhütte nebst Laugerei und Gradierhaus zu bauen. Bis zur Fertigstellung vergingen zehn Jahre, sagt Fritzsche. Der Hüttenkomplex mit Werkstätten und Wohnhäusern sei inmitten eines Alaunfeldes errichtet worden, dessen Abbauwürdigkeit auf 60 bis 70 Jahre geschätzt wurde. Das Gradierhaus hatte eine Länge von 30 Metern, war 10 Meter breit, 13 Meter hoch. Das 1886 wegen Unrentabilität geschlossene Werk ruhte in der Breite auf 5 und in der Länge auf 33 Fundamenten und war ohne einen Nagel oder ein anderes Eisenteil erbaut. Als im Juli 1901 der Hüttenhof abbrannte, wurde auch das Gradierwerk Opfer der Flammen. Ein Brandstifter hatte das Feuer gelegt.

Zenger und Fritzsche haben nur einen kleinen Teil des Geländes freigelegt. Die Fläche ist mit Bäumen und Waldboden überdeckt. Das drittgrößte Werk Deutschlands und sechstgrößte der Welt, das 200 Menschen Arbeit verschaffte, ist zwar kaum noch zu erahnen. Trotzdem ist die Lage-Ortung schon ein Erfolg. Ein Anziehungspunkt für Touristen soll es dennoch nicht werden. "Wir bewegen uns hier auf unsaniertem Bergbaugelände, da kann ab und zu auch noch mal ein Loch entstehen", warnt Zenger.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.12.2014
Von Kathrin Kabelitz

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