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Bad Düben Köhler-Familie in der Dübener Heide bangt weiter um Erhalt des Betriebes
Region Bad Düben Köhler-Familie in der Dübener Heide bangt weiter um Erhalt des Betriebes
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20:40 15.03.2018
Norma Austinat beim Verpacken von Holzkhohle. Quelle: Waltraud Grubitzsch
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Tornau

Der Biber nagt weiter an den Nerven. Auch nach einem Gespräch mit Vertretern von Umwelt-Ministerium, Artenschutz, Wasserunterhaltungsverband Mulde, Unterer Naturschutzbehörde, Landratsamt Wittenberg, Heideverein und Forst haben Norma und Jörn Austinat keine Klarheit, wie es mit der Köhlerei Eisenhammer weitergeht. Dem Traditionsbetrieb steht das Wasser bis zum Hals. Aufsteigende Nässe hat den vier Öfen arg zugesetzt. Beim Vor-Ort-Termin war eine Vertreterin des Biosphärenreservates kurzfristig verhindert – ihre Meinung muss noch eingeholt werden. Dabei sei der Tenor, der in der Runde zu vernehmen war, relativ eindeutig gewesen. Die Entnahme der Biberdämme würden die Experten nicht als das Problem sehen, sagte Austinat. So wie Peter Ibe, bekannt aus TV-Sendungen wie „Die Sendung mit der Maus“ oder „Wunder der Wissenschaft“. Eine Umsiedlung der Biber sei für ihn dagegen keine Option. Für den Rückbau aber sei jetzt der richtige Zeitpunkt. Der Frost ist weg, die Wurfzeit des Bibers noch nicht da. „Sie rückt aber immer näher“, befürchtet Norma Austinat, dass dies dann als Grund für Stillstand bis Ende des Sommers gelten könnte. „Unsere Anlage hält die Vernässung nicht mehr lange aus“, warnt die Köhlerin.

Austinat: Es geht um den Erhalt eines Kulturgutes

Norma Austinat macht immer mehr der Eindruck zu schaffen, dass die Gefahr, dass hier ein Kulturgut kaputt geht, offenbar nicht bei allen gesehen werde. Tornaus Ortsbürgermeister Udo Reiß habe ihr aus dem Herzen gesprochen, als er deutlich machte, dass ihm aufstoße, dass vordergründig immer wieder der Biber im Fokus stehe. Eigentlich werde hier aber eine Familie in Bedrängnis gebracht, vor allem gehe es um die Erhaltung eines Kulturgutes. Norma Austinat drückt es drastischer aus: „Gewissermaßen sind wir auch eine sterbende Zunft. Es gibt deutschlandweit nur noch wenige, die das Köhlerhandwerk ausüben.“ Die 40-Jährige beteuert immer wieder, nichts gegen den Biber zu haben: „Ich gehe sehr bewusst mit dem geschützten Tier um.“ Für sie sei es dennoch nicht nachvollziehbar, dass ein Tier, das hier seinen Lebensraum erst schafft, eine menschliche Existenz bedrohen könne, ein Kulturgut zu zerstören vermag.

Osterveranstaltung abgesagt

Eine unmittelbare Folge hat das Ganze: Die Ostereiersuche am 1. April, die Norma Austinat über die gemeinnützige Stiftung Köhlerei Eisenhammer bereits fest in Planung hatte, findet nicht statt. „Ich muss mich jetzt intensiv um die Köhlerei kümmern.“

Von Kathrin Kabelitz

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