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Bad Düben Köhlerei Eisenhammer lädt zum großen Fest
Region Bad Düben Köhlerei Eisenhammer lädt zum großen Fest
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17:36 31.07.2018
Blick auf die Öfen an der Köhlerei Eisenhammer in der Dübener Heide. Quelle: Steffen Brost
Tornau

Köhlereibesitzerin Norma Austinat sieht schwarz – diesmal im positiven Sinn. Gemeinsam mit ihrem Team bereitet sie das Köhlereifest vor, das am 18. und 19. August stattfindet. Dabei wird sich wieder alles um das schwarze Gold der Dübener Heide – die Holzkohle – drehen.

Jeweils ab 11 Uhr geht es auf dem Gelände an der B 2 in Tornau/Eisenhammer für Groß und Klein rund. Die Bands Next Door und Trend mit Rock der 1970er- und 80er-Jahre bringen Sonnabend beziehungsweise Sonntag Live-Musik auf die Waldbühne, außerdem ist die Kunstschmiede Widdermann zu Gast, kommen der Korbflechter Kiesewetter, Spinnerin Petra, Heideklöpplerin Edelgard, die Imkerei Spindler, Naturwaren Sahlbach, Teehaus Wirtz und viele andere Händler, gibt es Silberschmuck oder Gestricktes, stellt sich eine Porzellanmanufaktur vor, zeigen Kettensägekünstler ihr Können.

Erstmals ist ein Kartenorakel dabei

Erstmals wird es auch ein Kartenorakel geben. Ob Norma Austinat dieses befragen wird, um zu erfahren, wie es mit ihrem Betrieb in der Zukunft weitergeht? Lachend bejaht sie: „Vielleicht erfahr ich ja so, wie das mit dem Biber ist.“ Die Köhlerei will auf jeden Fall ein klares Zeichen setzen, „dass wir nicht verschwinden, dass wir aber auch nicht aufgeben oder den Mut verloren haben.“ Wenn so wie im Vorjahr sich wieder rund 10- bis 12 000 Besucher am Wochenende auf den Weg machen, dürfte dies gelingen.

In dem seit Mitte des vergangenen Jahres andauernden Kampf um den Erhalt des Traditionsbetriebes scheint es derzeit ruhig geworden zu sein. Das aber täuscht, so die Köhlerin. Die Folgen der Vernässung, für die die Köhlerei-Betreiber die Biber und ihre Bauten verantwortlich machen, sind unübersehbar. Die derzeitige Situation sei „gruselig“. Mehrere tausend Euro habe sie jetzt in ein Bodengutachten investiert: „Wir sitzen hier auf einem verwässerten Hang.“ Die Nässe steige zwar nicht mehr ganz so hoch wie am Anfang, betrage aber beispielsweise in den unteren Steinreihen der Öfen noch immer fast zehn Prozent: „Obwohl wir sie in Betrieb haben. Das macht mir Sorge.“

Kampf vor Gericht geht weiter

Von den Behörden fühlen sich Austinat und Co. trotz vorliegender Gutachten und Erkenntnisse, die die Schuld des Bibers untermauern, noch immer im Stich gelassen. Hinzu kommt, dass sie mit dem Eilantrag auf sofortigen Rückbau aller Biberdämme gescheitert war. Das Gericht lehnte ab, für die Erteilung einer solchen Genehmigung sei der Landkreis Wittenberg zuständig. Das Anliegen läge nun aber beim Oberverwaltungsgericht. Austinat hofft, dass das Urteil baldmöglichst gefällt wird. Und signalisiert schon jetzt an, notfalls bis zum Bundesverwaltungsgericht zu gehen.

Von Kathrin Kabelitz

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