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Kohlebagger in der Dübener Heide? Verein sagte Nein

Kohlebagger in der Dübener Heide? Verein sagte Nein

Mit seinen rund 450 Mitgliedern ist er eine der größten Bürgerbewegungen zwischen Elbe und Mulde: der Verein Dübener Heide. Heute wird er 25 Jahre alt und ist längst mehr als ein Verein, der einzig die Naturschätze und Kulturgüter der Dübener Heide bewahren will.

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Alles für die Heide: Die Vereinsmitglieder feiern 25. Geburtstag.

Quelle: Verein Dübener Heide / Montage: Wolfgang Sens

Bad Düben. Aber genau darum ging es in den "wilden Wendezeiten" Ende 1989. Gerüchte machten die Runde, der Bitterfelder Braunkohletagebau, der schon etliche Dörfer und Landstriche geschluckt hatte, soll erweitert werden - und zwar in Richtung Dübener Heide. Das hätte die Zerstörung einer vielfältigen Naturlandschaft und das Aus weiterer Gemeinden bedeutet. Und das zog Heimatschützer und Umweltaktivisten auf den Plan, darunter Herbert Meyer aus Lubast bei Wittenberg. Der heutige Rentner und Ehrenvorsitzende des Vereins Dübener Heide erinnerte am vergangenen Wochenende, als der Heideverein in Bad Schmiedeberg den Auftakt für das Vereinsjubiläum begangen hat, an die Anfangszeit. Über 60 Frauen und Männer kamen zu den Grünen Tischen zusammen, dreimal haben sie in Bad Düben getagt - dann kam es schon zur Vereinsgründung. "Wir kannten uns nicht oder nur wenig. Wir waren eine zusammengewürfelte Mannschaft", sagte Meyer. Am Grünen Tisch saßen auch Vertreter der Kohleindustrie, die erstmals ihre Pläne offenlegten. Danach sollten Teile der Dübener Heide abgebaggert werden. Das wollten die Grünen Tische verhindern und machten mobil - auch über die Presse, die sich damals allmählich traute, freier zu berichten. "Wir haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Heide nicht abgebaggert wurde. Aber wir haben nicht den Braunkohletagebau verhindert", so Meyer weiter. Denn die Pläne hatte die Industrie später von selbst verworfen - für die Heidefreunde ein glücklicher Umstand.

Der Verein gab sich eine Satzung, formulierte Ziele, die erste Ortsgruppe in Bad Düben ging an den Start. Weitere folgten - heute gibt es neun, verstreut in der gesamten Dübener Heide, die 1992 Naturparkregion wurde. Auch dafür hatte sich der Heideverein eingesetzt, wurde Trägerverein dieser Region, was in Deutschland so gut wie einmalig ist, dass ein Bürgerverein für einen Naturpark verantwortlich wird. "Eine richtige Entscheidung", sagte der heutige Vorsitzende Axel Mitzka dazu. So haben die Bürger weiterhin die Möglichkeit, auf die Entwicklung der Heide Einfluss zu nehmen.

Während die Ortsgruppen vor allem ein geselliges Vereinsleben pflegen, wandern, Rad fahren, Ausflüge unternehmen und sich für die Natur-, Boden- und Kulturdenkmale stark machen, setzen die Mitarbeiter wie Naturparkleiter Thomas Klepel das Pflege- und Entwicklungskonzept für die Region um und engagieren sich im Bereich ländliche Entwicklung, damit die Heide von EU-Fördergeldern profitiert. Damit hat sich der Verein auch als verlässlicher Partner für die Kommunen und die Privatwirtschaft erwiesen. Kinder- und Jugendliche engagieren sich derweil als Junior Ranger, sind als kleine Umweltschützer unterwegs. Und es gibt Patenschulen und ein Patenkindergarten. Der Heideverein steht aber auch vor neuen Herausforderungen: Wie neue Mitglieder gewinnen? Wie den Verein verjüngen, dessen Mitglieder größtenteils im Rentenalter sind? Wulf Littke aus Bad Schmiedeberg schlug vor, dass der Verein anlässlich seines 25-jährigen Bestehens ein Papier erarbeiten könnte, das künftige Ziele beinhaltet. Es soll als Anschub und Motivation für die nächsten Jahre verstanden werden. "Ohne Visionen gibt es keine Zukunft", sagte Littke. Der Vorstand hat die Idee aufgegriffen und will sie jetzt mit den Mitgliedern umsetzen. Dazu sind zwei Workshops geplant: Am 9. Mai in Bad Schmiedeberg und am 6. Juni in Bad Düben.

Aber kein Jubiläum ohne Ehrungen: Auf der Mitgliederversammlung am Sonnabend wurden auch Heidefreunde für ihr langjähriges Wirken ausgezeichnet. Die Goldene Ehrennadel des Vereins Dübener Heide erhielten Paul Tuchelt, Ortsgruppe Möhlau, Inge Schmidt, Ortsgruppe Schwemsal, und Gudrun Engler, stellvertretende Vereinsvorsitzende Ortsgruppe Rösa.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.03.2015
Nico Fliegner

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