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Bad Düben Konferenz diskutiert: Was hat die Dübener Heide zu bieten?
Region Bad Düben Konferenz diskutiert: Was hat die Dübener Heide zu bieten?
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06:06 06.12.2018
Der Heidevereinsvorsitzende Axel Mitzka mit den Referentinnen Juliane Erbach (von links), Ines Neumann, Annett Schneider-Reinhardt, Harriet Völker und Marion Coupiac. Quelle: Heike Nyari
Dübener Heide

Vereine sind die wesentlichen Grundpfeiler der kulturellen Arbeit im ländlich geprägten Raum. Dieser Aussage stimmten die Teilnehmer der Heidekonferenz in Schwemsal schon mal grundsätzlich zu. Doch ist die Dübener Heide auch ein Kulturland? Und lassen sich vielleicht überlieferte Sitten und Bräuche oder bestimmte Handwerkstechniken entdecken, die es wert wären, in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden?

Wichtig: Junge Leute einbeziehen

Diese und viele andere Fragen standen in der Gutsscheune zur Debatte, die nach einigen interessanten Vorträgen mit verschiedener Referenten in Arbeitsgruppen diskutiert und erörtert wurden.

Regionalakteure von Vereinen und Institutionen sowie Vertreter von Kommunen trafen sich in der Schwemsaler Gutsscheune zur länderübergreifenden Heidekonferenz. Quelle: Heike Nyari

„Das Engagement in den Kleinstädten und Gemeinden ist beachtlich“, ist sich Regionalmanager Josef Bühler sicher, und man wolle gute Initiativen fördern. Neben Bestehendem und Bewährtem hieße es auch, neue Wege zu erkennen und ganz wichtig sei es, zukünftig verstärkt junge Menschen mit ins Boot zu nehmen.

Kinder und Jugendliche in den Orten einbeziehen

Ines Neumann und Marion Coupiac von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Sachsen stellten in ihrem Vortrag fest, dass die Menschen immer älter werden und viele junge Leute fortziehen. Das Angebot im Freizeitsektor insbesondere für die jüngere Generation sei oft verschwindend gering. Dem sollte man unbedingt entgegenwirken, indem man beispielsweise Kindern und Jugendlichen mehr Vertrauen entgegenbringt, sie für das Gefühl Heimat sensibilisiert und sie von Anfang an in die Aktivitäten der jeweiligen Orte einbezieht.

Kulturelles Erbe der Dübener Heide pflegen

Annette Schneider-Reinhardt ist die Geschäftsführerin des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalts und begann ihren Beitrag mit den Worten: „Wenn man etwas schafft, muss auch sichergestellt werden, dass sich hinterher jemand darum kümmert.“ Sie nannte als Beispiel einen Baum, der, wenn er gepflanzt wurde, auch noch mehrere Monate gegossen werden muss. Und so sei es mit Initiativen, die ins Leben gerufen werden. Nachhaltigkeit sei also gefragt.

Gefragt seien auch Ideen, wie das kulturelle Erbe der Dübener Heide gepflegt und vermittelt werden könne. Zum Kulturerbe einer Region gehören die materielle und die immaterielle Kultur sowie das Naturerbe. So nannte die Referentin Bräuche und Feste ebenso als Beispiel, wie Esskultur, Musik oder markante Baukunst und brachte Praxisbeispiele anderer Regionen zu Gehör.

Dübener Heide hat Traditionen

Was hat die Dübener Heide zu bieten? Zur Sprache kamen „Luthers Hochzeit“ als historisches Stadtfest, der Internationale Holzskulpturenwettbewerb und das Köhlerliesel sowie traditionelle Bräuche, wie das Kranzreiten und das Nachbarbierfeiern.

Der Holzskulpturenwettbewerb gehört zur Tradition in der Dübener Heide. Die Heidekonferenz hat sich damit befasst, was die Region zu bieten hat. Quelle: Steffen Brost

Man könne ein Kulturerbe-Netzwerk installieren mit Vereinen oder Initiativen, die sich zum Beispiel um Schlösser, Kirchen oder historische Parkanlagen kümmern. Auch die Vernetzung von Künstlern mit dem „Tag des offenen Ateliers“ sei denkbar.

Kulturlandschaftsführer sollen ausgebildet werden

Geplant sei auch die Ausbildung zum Kulturlandschaftsführer, zudem startet 2019 ein Ortschronistenprojekt. Letzteres beschäftigt sich mit der Nachwuchsgewinnung, der Chronistenfortbildung, der Klärung von Nachlassfragen und mit der Digitalisierung zahlreicher Hinterlassenschaften. Während der Heidekonferenz wurden zahlreiche Förderprogrammen aufgezeigt, zum Beispiel Leader, „Kultur macht stark“ und „Demokratie leben“, um nur einiges zu nennen.

Von Heike Nyari

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