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Kossa und Durchwehna bekommen neues Leitungsnetz

Abwasser Kossa und Durchwehna bekommen neues Leitungsnetz

In Kossa und Durchwehna werden in den nächsten Jahren Millionen investiert. So gibt es Vorstellungen, den Schleifbach ans Licht zu holen. Konkreter sind bereits die Planungen für das Abwassernetz, die mit einem lang ersehnten Straßenbau gekoppelt werden.

Die Kreisstraße, die direkt durch Kossa führt, wartet seit Jahren auf die Sanierung.

Quelle: Melanie Steitz

Kossa. Kossa. Die Laußiger Ortsteile Kossa und Durchwehna werden bis 2020 ein neues Abwassersystem erhalten. Der Zweckverband Abwassergruppe Dübener Heide Bad Düben, der derzeit und noch bis 2017 in Hohenprießnitz rund 4,6 Millionen Euro investiert, machte dafür den Weg mit einem Grundsatzbeschluss frei. Er steht damit in Kossa vor einer ähnlich großen Herausforderung.

Kostenfrage für Bürger noch unklar

Denn nach Berechnungen des Dresdener Ingenieurbüros Quaas muss der Verband, zu dem neben Bad Düben, fünf Laußiger und die zwei Zscheppliner Ortsteile Glaucha und Hohenprießnitz gehören, auch dafür knapp vier Millionen Euro in die Hand nehmen. Inwieweit dabei die Kossaer und Durchwehnaer, die bereits einen Abwasserbeitrag gezahlt haben, erneut zur Kasse gebeten werden müssen, steht aber noch nicht fest. Verbandsvorsitzende Astrid Münster hob aber hervor, „dass es dem Verband definitiv nicht darum geht, den Bürgern so tief wie möglich in die Tasche zu greifen“. Bärbel Deutrich, Geschäftsführerin des Verbandes, versprach, dass „wir so schnell wie möglich informieren“, wobei sie so schnell wie möglich auf das erste Quartal 2017 terminierte.

Keine Alternative zum Bau

Eine wirkliche Alternative zum Bau an sich gibt es nicht. Das Ende der 1980er-Jahre in Betrieb gegangene Mischwassersystem entspricht nicht mehr den Anforderungen, so dass der Verband eine bis Ende 2020 zu realisierende Sanierungsanordnung erhielt. Insbesondere bei Starkregen könne es derzeit dazu kommen, dass stark verdünntes Mischwasser in den Schleifbach gelangt. Zudem steigt mit dem Grundwasser die Gefahr, dass Leitungen und Bauwerke aufgetrieben werden.

Kanal und Straße werden in einem Zug gebaut

Torsten Quaas, der mit seinem Team unzählige Varianten untersucht hat, stellte in der jüngsten Verbandsversammlung die Ergebnisse vor. Danach wird auf ein striktes Trennsystem gesetzt. Die jetzigen Kanäle sollen das Regenwasser aufnehmen. Die neuen Schmutzwasserkanäle kommen zusätzlich und tiefer. Der Hauptsammler wird aber vom Schleifbach weg in die Kreisstraße verlegt. Dies erfolge in einem Zug mit dem insgesamt 3,6 Kilometer langen Straßenbau, der in Verantwortung des Landkreises liege. „Die Kanäle werden wie die Straße von Kossa aus beginnend über Durchwehna in Richtung Landesgrenze gebaut.“ Der Landkreis hat den Straßenbau inzwischen – allerdings mit Finanzierungsvorbehalt – für 2018 bis 2021 angekündigt. Parallel dazu würden auch die anderen Kanäle in den Ortslagen erneuert. Ausnahmen gebe es aber. So könnten beispielsweise Am Sonnenhang oder an den Teichhäusern die vorhandenen Trennsysteme genutzt werden.

Nur noch ein Klärwerk im gesamten Verband

Torsten Quaas empfahl, das Kossaer Abwasser künftig in Bad Düben zu klären. Er begründete das mit vielen Zahlen. Unterm Strich blieb die Erkenntnis, dass eine Ertüchtigung des Klärwerks in Durchwehna ebenfalls kosten würde, dass Klärwerk im sachsen-anhaltischen Söllichau im Gegensatz zu dem in Bad Düben erst noch erweitert werden müsste.

Die Verbandsräte zeigten sich jedenfalls von dem vorgelegten Zahlenwerk überzeugt. Im Anschluss vergaben sie jedenfalls einhellig weitere Ingenieurleistungen an das Dresdener Büro.

Von Ilka Fischer

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