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Kossa wird zur Großbaustelle – 130 Einwohner wollen Details wissen

Einwohnerversammlung Kossa wird zur Großbaustelle – 130 Einwohner wollen Details wissen

Dem Heidedorf Kossa stehen denkwürdige Jahre bevor. Beginnend noch in diesem Jahr wird in Sachen Infrastruktur so ziemlich alles komplett umgekrempelt. Bei einer Informationsveranstaltung interessierte die Bürger vor allem der Abwasserbau. Denn dafür könnten die Bürger auch in die eigene Tasche greifen müssen.

Blick auf die Kreisstraße in Kossa, in die Abwasser verlegt und dann saniert werden soll..

Quelle: Melanie Steitz

Kossa. Am Ende gab es dann von den rund 130 Bürgern doch noch Beifall für das Präsidium bei der Informationsveranstaltung in Kossa. Zuvor hatten sich die Vertreter vom Zweckverband Abwassergruppe Dübener Heide, von der Gemeinde, der Unteren Wasserbehörde und dem Straßenbauamt im Landratsamt sowie die Planer etlichen Angriffen ausgesetzt gesehen. Denn bei dem bis 2020 geplanten Abwasserbau in Kossa geht es schließlich um viel Geld, auch um das der Bürger.

Sachliche und unfaire Kritik

Dass Bärbel Deutrich, Geschäftsführerin des Abwasserzweckverbandes, am Mittwochabend im Bürger-Service-Center Kossa erst auf Nachfrage erklärte, dass sie zum derzeitigen Zeitpunkt einfach noch nicht sagen könne, ob eine neue Beitragsberechnung erfolgen muss, wurde noch sachlich kritisiert. Der mehrfach erhobene Vorwurf, dass Verband und Ingenieure das bestehende Abwassersystem doch nur aus Geldgründen schlecht reden würden, fällt dagegen nicht in diese Kategorie.

Nachdem Uwe Lauter, Sachgebietsleiter der Unteren Wasserbehörde, dargelegt hatte, warum seine Behörde für das „nicht mehr den Anforderungen entsprechende System“ die Sanierungsanordnung erteilte, war das Dresdener Ingenieurbüro Quaas am Zuge. Das Büro hat in den vergangenen Monaten unzählige Varianten gerechnet. „Dabei“, so Torsten Quaas, der die Ergebnisse bereits im September bei einer öffentlichen Verbandsversammlung ausführlich erläutert hatte, sei die „wirtschaftlichste zugleich die rechtssicherste Variante“.

Abwasser wird künftig in Bad Düben geklärt

Danach wird das Kossaer Abwasser künftig über Authausen ins Bad Dübener Klärwerk gepumpt.

Es wird auf ein Trennsystem umgestellt, wobei die jetzigen Kanäle das Regenwasser aufnehmen sollen. Die neuen Schmutzwasserkanäle kommen zusätzlich und werden tiefer gebaut. Der Hauptsammler wird zudem vom Schleifbach weg in die Kreisstraße verlegt.

Erste, aber eben nur grobe Schätzungen, gehen von einem Investitionsvolumen von 3,4 Millionen Euro netto aus. So wisse der Verband noch nicht, wie teuer die Sanierung der bestehenden Kanäle tatsächlich wird. „Wir stecken noch mitten in der Auswertung der Befahrung“, so Axel Knabe, der für das Ingenieurbüro Quaas das Projekt vor Ort leitet.

Viele Kosten stehen noch nicht genau fest

Thomas Bauer, Technischer Leiter im Dübener Zweckverband, ergänzte auf Nachfrage einer Bürgerin, dass es auch möglich sei, dass der Verband die Auflage erhalte, eine Behelfsstraße zum Aufrechterhalten des Verkehrs während der Bauzeit zu bauen. Auch das sei ein Kostenfaktor, der sich im Zuge der weiteren Planung ergebe.

Konkret sieht der derzeitige Zeitplan so aus:

2017 – Baubeginn für das Pumpwerk in Kossa und der Schmutzwasser-Druckleitung von Kossa nach Authausen. 2018: Kanalbau in der Hauptstraße in Kossa

2019 – Kanalbau in der Hauptstraße und der Söllichauer Straße in Durchwehna sowie Bau der Nebenkanäle in Kossa

2020 – Bau der Nebenkanäle in Durchwehna sowie Rückbau der Kläranlage Durchwehna.

Viele weitere Arbeiten laufen parallel

Neben dem Abwasser erfolgen auch Arbeiten im Trinkwasserbereich. Außerdem, so Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos), werde es Absprachen mit der Firma geben, die vom Landkreis den Zuschlag für den Breitbandausbau bekommt. Außerdem saniert der Landkreis, beginnend ab 2018, die durch ganz Kossa und Durchwehna führende Kreisstraße. Landratsamt-Sachbearbeiterin Petra Rödiger: „Vom Ortseingang in Kossa aus Richtung Falkenberg bis einschließlich ganz Durchwehna wird die Straße in drei Bauabschnitten grundhaft ausgebaut.“ Der vierte Abschnitt, der dann bis Söllichau führt, werde instandgesetzt. Für Nebenanlagen, zu denen Fuß- und Radwege gehören, sei aber die Gemeinde zuständig. Dass dies Laußig mit seinem Vier-Millionen-Euro-Haushalt sehr schwer falle, deutete Schneider an, ging aber nicht ins Detail.

Schleifbach kommt ans Licht

Gleichzeitig wird in Kossa der Schleifbach zwischen dem ehemaligen Schenkteich und dem ehemaligen Mühlteich auf einer Länge von reichlich einem Kilometer ans Licht geholt. Dazu der Zscheppliner Planer Bernd Knoblich: „Die Genehmigungsplanung ist eingereicht, sodass wir davon ausgehen, dass 2018 gebaut werden kann.“ Planer und Bürgermeister versicherten, dass den Bürgern bei diesem Millionenprojekt selbst keine Kosten entstehen. Bei dem mit 90 Prozent geförderten Projekt muss die Gemeinde den zehnprozentigen Eigenanteil tragen.

Von Ilka Fischer

Kossa Bürger-Service-Zentrum 51.6191778 12.6718475
Kossa Bürger-Service-Zentrum
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