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Kossas Feuerwehr feiert ihr 90-Jähriges

Jubiläum Kossas Feuerwehr feiert ihr 90-Jähriges

Hände musste Kossas Wehrleiter Lars Friedel jede Menge schütteln. Denn die Reihe der Gratulanten war angesichts des 90. Geburtstages der Wehr sehr lang. Nicht nur Kommunalpolitiker überbrachten zur Festsitzung ihre Glückwünsche, sondern auch die Partnerwehr aus Werne in Nordrhein-Westfalen, zu der die Kossaer seit einiger Zeit regen Kontakt pflegen.

Auch die nun schon historische Feuerwehrbekleidung aus den DDR-Jahren war zu bestaunen.

Quelle: Steffen Brost

Kossa. Hände musste Kossas Wehrleiter Lars Friedel an diesem Tage jede Menge schütteln. Denn die Reihe der Gratulanten war angesichts des 90. Geburtstages der Freiwilligen Feuerwehr sehr lang. Nicht nur Kommunalpolitiker überbrachten zur Festsitzung ihre Glückwünsche, sondern auch Vertreter der Partnerwehr aus Werne in Nordrhein-Westfalen, zu der die Kossaer bereits seit einiger Zeit regen Kontakt pflegen.

Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) fand nur lobende Worte für die engagierten Floriansjünger. „Die Feuerwehr bereichert das gesellschaftliche Leben im Dorf und auf dem Land. Das haben die Kossaer auch mit ihrem großen Fest eindrucksvoll bewiesen. Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, die Feuerwehr über so viele Jahrzehnte zu erhalten. Wichtig ist dabei vor allem, dass wir unsere Wehren leben. Neben ihrem Dienst ist vor allem das Zusammenarbeiten aller Vereine im Ort wichtig“, sagte Schneider.

Monatelang hatten die Kameraden unter Regie ihres Wehrleiters Lars Friedel und dessen Stellvertreter Gunter Willems das Jubiläum vorbereitet. „Wir wollten ein Fest für Groß und Klein. Und so gab es neben einer Festsitzung und einem Gottesdienst auch einen Tag der offenen Tür mit anschließendem Tanz“, so Friedel.

Die Geschichte der Wehr begann 1926. Auf Initiative von Kreisbandmeister Brännert aus Bitterfeld gründeten am 26. Dezember 20 junge Männer die Wehr. Als Brandmeister wurde Oskar Werner gewählt. Die Wehr trat dem Kreisfeuerwehrverband Bitterfeld bei, denn Kossa und Durchwehna gehörten damals noch zu Sachsen-Anhalt. Einer der ersten Aufgaben war es, die Kameraden mit dem Notwendigsten auszustatten. So wurden zwei Haussammlungen durchgeführt, um die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände zu beschaffen. Ihre erste große Bewährungsprobe bestand die Wehr 1927, als es zu einem Brand bei Landwirt Wilhelm Trebeljahr kam. Ein Jahr später wurde eine neue Handdruckspritze beschafft, die heute, dank der Alters- und Ehrenabteilung noch voll funktionsfähig ist und zum Tag der offenen Tür vorgeführt wurde. „Damals mussten die Männer oft zu Bränden in den staatlichen Forst ausrücken. Für solche Einsätze gab es eine sogenannte Löschprämie von 20 Mark“, erinnerte Friedel.

Doch nicht immer waren die Kameraden rechtzeitig vor Ort. So schlug 1936 ein Blitz im Kossaer Kirchturm ein, Kirchturm und Glocken fielen den Flammen zum Opfer. Über die Jahre verlief die Entwicklung erfolgreich. So konnte in den 1960er-Jahren erstmals eine Frauengruppe gebildet werden, die sich um den vorbeugenden Brandschutz im Ort kümmerte. „Als ich 2011 vermeldete, dass nur noch vier Frauen da waren, ist es für mich um so schöner, wenn ich heute sagen kann dass wir wieder sieben Kameradinnen haben. Ebenso zu erwähnen ist die positive Entwicklung unserer Jugendwehr. Regelmäßig kommen sieben Mädchen und Jungen zu ihren Treffen zusammen“, so Friedel weiter.

Im Jahr 2000 schlossen sich die Freiwilligen Feuerwehren Kossa und Durchwehna zusammen. Seitdem hat sich viel getan. Die Fahrzeugflotte wurde schrittweise modernisiert und aus einer ehemalige LPG-Werkstatt wurde das neue Gerätehaus. Einer der Höhepunkte zum runden Jubiläum war die Technikschau. Hier präsentierten die Kossaer nicht nur ihre alte Feuerwehrkutsche aus dem Jahre 1926 sondern auch ihre moderne Flotte. Mit einem kleinen Umzug durch den Ort ließen die Kameraden die Daheimgebliebenen an ihrem runden Geburtstag teilhaben.

Von Steffen Brost

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