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Kosten für Bootsanleger schnellen in die Höhe

Kosten für Bootsanleger schnellen in die Höhe

Der an der Mulde in Bad Düben geplante Bootsanleger wird erheblich teurer. Die Gesamtkosten sind von 86 300 Euro auf nunmehr 122 400 Euro geklettert. Ein Umstand, der zu einer regen Debatte und Alternativvorschlägen in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend führte.

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Das Paddeln auf der Mulde soll attraktiver werden mit einer Anlegestelle.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Die Fraktion SPD/Bürgerkreis eröffnete dabei das Wortgefecht. "Wir wollen den Anleger, das ist klar. Aber aufgrund der erheblichen Mehrkosten schlagen wir einen anderen Standort vor", sagte Fraktionschef Stefan Lange.

Seine Leute hatten sich in den vergangenen Tagen an die Mulde begeben und nach einer Möglichkeit gesucht, die Anlegestelle dort zu bauen, wo weniger technischer Aufwand notwendig ist, demzufolge weniger Kosten anfallen. Das ganze bebilderte die Fraktion aufwendig.

Das bis dato geplante Projekt sieht vor, den Bootsanleger auf der Stadtseite der Mulde zu bauen - und zwar von der Muldebrücke etwa 30, 40 Meter entfernt in Richtung Lauch, wo ein steiles Ufer ist. SPD/Bürgerkreis brachten nunmehr die Variante auf der gegenüberliegenden Seite ins Spiel, wo es keine Steilufer, dafür flache Kiesstellen gibt. Aber genau das funktioniert nicht, wie Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) und ein Experte vom beauftragten Planungsbüro erläuterten. Denn Kiesheger gelten als besonders geschützt, überhaupt der gesamte Bereich auf der anderen Muldeseite. Ein Eingriff in die Natur ist deshalb unmöglich und würde keinesfalls von den Behörden genehmigt, so Münster. Selbst für den Bau des Anlegers auf städtischer Seite habe es zuletzt Auflagen gegeben, weshalb sich auch die Kosten erhöhen. Beispielsweise wird für die Verbindung zweier Landzugänge mehr Baumaterial wie Beton und Stahl notwendig. Demzufolge ein höherer Arbeitsaufwand. Für die Standsicherheit, bei Hochwasser wiederum müssen längere Spundbohlen verbaut werden. All das verteuert die Baumaßnahme. Zudem muss die Kommune noch einen landschaftspflegerischen Begleitplan erstellen lassen inklusive Artenschutzfachbeitrag.

"Grundsätzlich sind wir für den Bootsanleger", konstatierte Gisbert Helbing (CDU). Aber wir diskutieren über 122 000 Euro. Mit dem Geld könnte man viele andere Dinge in Bad Düben machen, die möglicherweise dringender sind."

Bürgermeisterin Münster verteidigte schließlich gebetsmühlenartig das Projekt. Es sei unter anderem mit dem Landestourismusverband besprochen worden; der Wassertourismus auf der Mule von Grimma über Eilenburg bis Bad Düben werde in Zukunft eine herausragende Rolle spielen und auch überregional vermarktet. Zudem steht das Projekt bereits im Kurortentwicklungskonzept von 2004 und Bad Düben müsse sich 2015 erneut um den Kurstadtstatus bewerben - der Anleger würde erhebliche Pluspunkte bringen.

Letztlich relativierte Finanz-Chef Sylvio Grahle die Kosten, denn Bad Düben erhält üppige Fördermittel. Lediglich 12 400 Euro Mehrkosten schlagen für die Stadt zu Buche, der Eigenanteil wird insgesamt 42 760 Euro betragen. Der Löwenanteil sind Fördermittel. Die Mehrkosten könne sich die Kommune leisten, betonte Grahle. Mehrheitlich stimmten die Stadträte dann den höheren Kosten zu. Der Anleger kommt damit in angedachter Form, auch wenn er teurer wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2014
Von Nico Fliegner

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