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Bad Düben Kosten für Dübens Burgberg und Amtshaus klettern auf zwei Millionen Euro
Region Bad Düben Kosten für Dübens Burgberg und Amtshaus klettern auf zwei Millionen Euro
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00:17 24.07.2018
Mitarbeiter einer Chemnitzer Spezialtiefbaufirma bereiten eine neue Bohrlanze vor. Damit wird Zement in den Berg gepresst. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Der Burgberg in Bad Düben geht offenbar richtig ins Geld: Der Stadtrat hat am Donnerstag einer Auftragserweiterung um 567 000 Euro zugestimmt. Dieser Betrag ist über den Hochwasserfonds erst einmal gedeckt. „Klar ist aber auch“, sagt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG), „dass wir damit schon Mittel verbrauchen, die wir eigentlich für die Stabilisierung des Amtshauses vorgesehen hatten.“ Insgesamt klettern die Kosten für die Sicherung von Burgberg und Amtshaus damit auf knapp zwei Millionen Euro. Eine entsprechende Erhöhung der Fördergelder sei beantragt, so die Stadtchefin.

Große Frage ist, wie viel Beton schluckt der Burgberg noch?

Irgendwie scheint das Ganze schon etwas verflixt. Rund 200 Kubikmeter Beton sind inzwischen durch die Chemnitzer Bauarbeiter in den Burgberg gepresst worden. Doch ein Ende ist nicht in Sicht. „Dabei sind wir ursprünglich davon ausgegangen“, erklärt Bauamtsmitarbeiter Markus Krisch, „dass die veranschlagten fünf Monate von November bis März reichen.“ Doch der poröse Berg schluckt auch im Juli noch immer kräftig Beton. „Wir haben dabei sogar im Hexenkeller nahe am Amtshaus Austritte“, was allerdings auch ein Zeichen dafür sei, dass das Verfahren funktioniere.

Der Bad Dübener Burgberg wird derzeit durch eine Chemnitzer Spezialtiefbaufirma befestigt. Quelle: Steffen Brost

Doch die große Frage lautet, wie viel Zement schluckt der Burgberg noch? 350 Kubikmeter, so eine neue vage Berechnung, könnten es am Ende werden. Wann die Arbeiten mit dem Feinzement, der vor Ort mit Wasser fertig gemischt wird, abgeschlossen sind, lässt sich nicht sagen. „Wir hoffen auf den Spätsommer“, so Krisch. Doch dann werde nicht der gesamte Burgberg mit Zement durchsetzt sein, sondern nur der Bereich, auf dem das Amtshaus mit dem Museum steht.

Auch das Amtshaus mit dem Museum bereitet Kopfzerbrechen

Aber auch das bereitet Kopfzerbrechen. Beim Bau stellte sich heraus, dass die statische Sicherung des Amtshauses nicht in der kostengünstigen Korsett-Technologie erfolgen kann. Denn das Amtshaus hat, anderes als bisher immer gedacht, nicht nur im Süden, sondern generell keine Gründung. Damit müssen nun die Decken im Erd- und Obergeschoss durch eine Art steife Platte ersetzt werden. „Wir werden also alle Decken öffnen, die Fußböden ausbauen und diese dann beim Wiedereinbau aber gleich auf ein Niveau anpassen“, so Krisch.

Wann das sein wird? Bei dieser Frage hebt Markus Krisch die Hände. Damit steht auch noch nicht fest, wann es

Das Landschaftsmuseum bleibt auf unbestimmte Zeit wegen der Bauarbeiten am Burgberg geschlossen. Quelle: Steffen Brost

mit dem eigentlichen Umbau im Museum losgehen kann. 340 000 Euro hat die Stadt dafür zusätzlich über das Förderprogramm „Attraktive Stadt- und Ortsteilzentren“ eingeplant. Der Umbau, der damit nicht vor 2020/2021 abgeschlossen sein wird und zu dem derzeit in Arbeit befindlichen Museumskonzept passen soll, sieht auf jeden Fall eine Barrierefreiheit in den öffentlich zugänglichen Bereichen vor. „Die Rampe bis zum Erdgeschoss wird aber bleiben“, so Krisch. Ein Fahrstuhl fährt im Inneren vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss.

Dritte Baustelle: Gabionenwand

Doch auf dem Burgberg gibt es neben Sicherung und Umbau des Museums mit der Gabionenwand eine dritte große Baustelle. Bedingt durch die höhere Porosität des Berges muss diese nicht nur die ursprünglich geplanten 20 Meter, sondern 60 Meter lang werden. Die Kosten, die ebenfalls aus dem Hochwasserfonds bezahlt werden, verdreifachen sich damit auf mindestens 340 000 Euro. Die Gabionenwand, mit der die Auswirkungen auf die Standfestigkeit des Burgberges bei künftigen Hochwasserfällen verringert werden, schützt damit die stärker gefährdete Hälfte des Burghanges. Doch deren Bau kann natürlich erst nach dem Abschluss der Zementinjektionen erfolgen. „Bis Mitte 2019 müssen wir es geschafft haben“, sagt Krisch. Dies sei der letzte Termin für das Abrechnen der Hochwassergelder.

Von Ilka Fischer

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