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Bad Düben Kostenexplosion: Ölmühle und Burghang in Bad Düben werden deutlich teurer
Region Bad Düben Kostenexplosion: Ölmühle und Burghang in Bad Düben werden deutlich teurer
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00:36 28.05.2018
Die Bauarbeiten an der Obermühle in Bad Düben gehen weiter voran. Quelle: Wolfgang Sens
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Bad Düben

Alles kostet mehr. Diese Erfahrung müssen die Bad Dübener machen. Zähneknirschend tragen sie die Erhöhungen mit – nicht ohne aber der Verwaltung mit auf den Weg zu geben, aufzupassen, dass die Baumaßnahmen kostenmäßig nicht aus dem Ruder laufen.

So auch am Donnerstag, als der Stadtrat zunächst über den Finanzierungsbeschluss über die Mehrkosten für das Vorhaben Ölmühle/Schauwerkstätten“ zu entscheiden hatte. Die aktuelle Kostentabelle weist einen Mehrbetrag von rund 576 000 Euro aus – 366 000 Euro davon 2018 für Leistungen in und am Wohngebäude. Die Förderung ist beantragt, doch nicht alles sind förderfähige Kosten. Somit belaufen sich die Eigenmittel auf 115 000 Euro, die durch eingesparte Mittel beim Bau des Gerätehauses Tiefensee und Investitionszuschüsse gedeckt werden. 2019 soll – anders als geplant – zudem im Haushalt die Errichtung eines Wasserrades zwischen Wohnhaus und Mühle sowie einer Schmiede im Außenbereich aufgenommen werden. „Eine Mühle muss ein Mühlrad haben“, so Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

Kosten für Planung und Brandschutz steigen

Gründe dafür, dass das Vorhaben nicht im Kostenrahmen realisiert werden kann, gibt es einige, so Münster – unter anderem zusätzliche Planungs-Kosten wegen des Planerwechsels, erhöhte Brandschutzanforderungen, schwierige Bauverhältnisse, Denkmalschutz sowie die wirtschaftliche Situation im Baugewerbe. Auch wenn keiner der Räte das Projekt angesichts des Baufortschrittes in Frage stellt – die Kosten sorgen für Bedenken. Birgit Dilly (Die Linke): „Ich hoffe, es kommt nicht noch mehr dazu, irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.“ Sorgen macht sich auch Fraktions-Kollege Mathias Jung: „Ich finde die 115 000 Euro eine hohe Summe. Deshalb die Bitte, wenn was ansteht, informieren Sie uns.“ Ganz direkt sprach Uwe Kulawinski (FWG) das Bauamt an, „auf die Einhaltung der Kosten zu achten“.

Hangsanierung wird ebenso teurer

Auch die Hochwassermaßnahme „Instandsetzung Hang an der Burg Düben“ wird um einiges teurer. Zu kompliziert und langwierig verläuft der Prozess der Sicherung des vom Hochwasser 2013 geschädigten Hanges. Fortschritte sind zwar schon erkennbar, auch die Geologen haben bestätigt, dass die Injektionen im Niederdruckverfahren, die angewandt werden, um den Baugrund unter dem Amtshaus zu verfestigen, Wirkung zeigen. Offenbar aber sind die Hohlräume doch größer als angenommen. Heißt – die bisher veranschlagten Kosten reichen nicht aus, statt rund 100 000 Euro werden nun knapp 340 000 Euro fällig. Einziger Vorteil: Diese werden zu 100 Prozent gefördert, der Bescheid liegt bereits vor. Die Stadt muss dennoch einen Finanzierungsbeschluss fassen. Nicht zu verwechseln ist das Ganze mit dem Amtshaus. Auch dafür muss der Stadtrat noch einen Finanzierungsbeschluss fassen. Schon jetzt ist klar, „dass es auch dort nochmals zu erheblichen Mehrkosten kommt“, so Münster. Ursprünglich lagen die Gesamt-Kosten bei rund 720 000 Euro, dann bei 1,3 Millionen Euro. „Die werden nicht ausreichen“, so Münster. Zu prüfen ist nun, welche Chancen es noch in puncto Mehrkosten gibt.

Von Kathrin Kabelitz

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