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Bad Düben Kreisverkehr-Hügel: Stadt schlägt teilweisen Rückbau vor
Region Bad Düben Kreisverkehr-Hügel: Stadt schlägt teilweisen Rückbau vor
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14:27 19.05.2015
Die Kaskadensteine auf und am Hügel werden zum Teil wieder verschwinden. Landschaftsgärtner Michael Noack ärgert das. Quelle: Nico Fliegner

Sein Unternehmen hatte den Hügel im Auftrag der Stadt gestaltet, ihn von einem Schandfleck zu einem echten Hingucker gemacht. Sattes Grün, heidetypische Pflanzen und die Andeutung eines Flusslaufes aus Steinen, weil die Stadt an der Mulde liegt. Viel Kreativität und Engagement stecken dahinter. Doch genau darum ist nunmehr ein Streit entbrannt. Das Landesamt für Verkehr hält eben jene kaskadenartige Gesteinsschüttung für gefährlich in puncto Verkehrssicherheit, mahnte Korrekturen an (wir berichteten gestern). Und die wird es jetzt wohl oder übel auch geben (müssen), zumal die Steine nicht Bestandteil eines Vertrages zwischen Stadt und Landesamt waren; Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) räumte ein, Landschaftsgärtner Noack weitgehend freie Hand bei der Gestaltung gegeben zu haben, was dem Landesamt allerdings bitter aufgestoßen ist.

Wie Heike Dietzsch vom Bau- und Bürgeramt in der Stadtverwaltung gestern sagte, habe die Kommune nunmehr einen neuen Gestaltungsvorschlag schriftlich eingereicht. Danach soll der angedeutete Wasserlauf im unteren Bereich um etwa ein Drittel reduziert und durch Gras ersetzt werden. Im oberen Bereich soll er bestehen bleiben und die Steine in Beton gegossen und somit verankert werden. Auch die Steine ringsum den Kreisel sollen verschwinden; das hatte das Landesamt für Verkehr besonders angemahnt.

Dass die Behörde vor allem Sicherheitsaspekte anführt, kann Michael Noack nur schwer nachvollziehen und hält dagegen: "Dann müssten die tonnenschwere Steine entlang der Nordtangente auch weg", sagt er. Denn gerade im Bereich Bockwindmühle stellten diese bei Eis und Schnee eine Gefahr dar. Autos aus Richtung Hammermühle kommend könnten die Bodenhaftung verlieren und im schlimmsten Szenario gegen so einen Klotz fahren. Demgegenüber sei das Unfallrisiko an Kreisel aus seiner Sicht minimal. Und er habe auch schon andere Kreisverkehre wie den in Taucha gesehen, die ebenfalls mit Steinen gestaltet wurden. Für ihn ist das ganze inzwischen unverständlich.

Das Landesamt für Verkehr will sich nunmehr mit dem neuen Vorschlag der Bad Dübener Stadtverwaltung "auseinandersetzen", wie Sprecherin Isabell Siebert ankündigte. Ein Ergebnis gibt es noch nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.10.2014
Von Nico Fliegner

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