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Bad Düben Kurrende singt Klassiker – „Star Wars“ erklingt auf der Orgel
Region Bad Düben Kurrende singt Klassiker – „Star Wars“ erklingt auf der Orgel
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13:55 12.06.2017
„Alta trinita“ – vertraute Klassiker standen im Mittelpunkt des Abendsingens der Kurrende in der Dübener Stadtkirche. Quelle: Olaf Majer
Bad Düben

Wenn es tatsächlich stimmt, dass zu Pfingsten die Geschenke am geringsten sind, dann hat die Kurrende das Gegenteil bewiesen. Das Abendsingen zu Trinitatis am Sonnabend in der Bad Dübener Stadtkirche war ein Leckerbissen für Freunde der vertrauten Kurrende-Klassiker, die allerdings oft neu und anders klangen. Zum Beispiel der Hymnus „Alta trinita“ – nicht ohne Grund ein Evergreen auf der Homepage des Chores. Doch anders als bei der vertrauten Klangprobe im Internet lässt Kantorin Elisabeth Neumann in St. Nikolai deutlich zügiger aufführen. Geschmackssache: Die andächtige Stimmung des Lobpreis über das „Dreifach Wesen“ kommt im getragenen Tempo wohl eher zur Wirkung.

Sprachliche Verrenkungen bleiben Publikum erspart

Dafür aber überzeugt das pointierte „Kyrie“ von Orlando di Lasso. Schlank, ohne jeglichen Manierismus, vertraut Neumann allein auf die Wirkung der spannungsgeladenen Steigerung vom Piano bis zum Forte. Eindrucksvoll! Ebenso wie Hugo Distlers „Lobe den Herren“ – das die Kurrende in bewährter Form singt und nicht in brüchiger „gerechter“ Sprache, wie sie das Liedbuch zum Reformationssommer 2017 empfiehlt. So bleiben dem Dübener Publikum brachiale sprachliche Verrenkungen wie „O treue Hüt’rin“ statt „O treuer Hüter“ erspart.

Orgelimprovisationen quer durch die Filmgeschichte

Das Neue im Programm kommt dann zum Schluss. Mit Max Regers „Nachtlied“ schickt der Chor seine Gemeinde in den lauen Sommerabend. Dem schließt sich auch Organist Christian Schmidt (Pressel) an – mit seiner Improvisation zu Bachs „Air“. Zuvor hatte Schmidt allerlei Ungewohntes auf der Orgel gezaubert. Seine rasanten Improvisationen wurden zum Streifzug durch die Geschichte der Filmmusiken – von Star Wars bis zur TV-Serie „Dallas“. Auch das: Geschmackssache. Inmitten der Kurrende-Klassiker ein stimmiger Stilbruch – aber bitte nicht in jedem Abendsingen. Den nächsten Chor-Auftritt gibt’s übrigens erst am 9. September, passend zum Sächsischen Wandertag auf der Dübener Burg.

Von Olaf Majer

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