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LVZ fragt – Nordsachsens Bundestagskandidaten antworten

Fragebogen LVZ fragt – Nordsachsens Bundestagskandidaten antworten

Sechs Personen bewerben sich am 24. September im Wahlkreis Nordsachsen um ein Bundestagsmandat: Marian Wendt (CDU), Susanna Karawanskij (Die Linke), Rüdiger Kleinke (SPD), Detlev Spangenberg (AfD), Jörg Bornack (Bündnis 90/Die Grünen) und Christoph Waitz (FDP). Wir haben sie zur großen Bundespolitik und zur kleinen Politik im Landkreis befragt – hier die Antworten:

Am Sonntag wird gewählt.

Quelle: dpa

Nordsachsen. Am Sonntag wird ein neuer Bundestag gewählt. Mit ihrer Erststimme können die Nordsachsen dann auch einen Direktkandidaten für den Landkreis ins Parlament schicken. Sechs Bewerber gehen ins Rennen. Hier stehen sie noch einmal Rede und Antwort.

Marian Wendt (CDU)

Marian Wendt

Marian Wendt

Quelle: CDU

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf in Nordsachsen?

Ich denke, dass wir in Sachen Breitbandausbau noch viel machen müssen, damit auch die kleineren Ortsteile gut an schnelles Internet angebunden sind. In der heutigen Zeit ist das Internet ein zentraler Bestandteil vieler Alltagsvorgänge und für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Dafür müssen wir die Gemeinden noch stärker unterstützen. Hier sind wir schon auf einem richtigen Weg, den wir weiter verfolgen müssen.

Wie wollen Sie glaubwürdige Bundespolitik für Nordsachsen machen?

Die Belange der Bürger habe ich immer im Kopf und vor allem in den Landesgruppen arbeiten wir an Förderungen und Projekten für Nordsachsen. Bisher waren wir in dieser Hinsicht sehr erfolgreich darin, Vorhaben für Nordsachsen zu ermöglichen. Beispiele hierfür wären die Ortsumgehung Wellaune und die Förderung verschiedener Kulturgüter in der ganzen Region.

Asylpolitik bleibt ein Angstthema, wieviel Integration verträgt Nordsachsen?

Die Asylpolitik und die Integration von Geflüchteten, die wirklichen Schutz brauchen, bleibt eine gesellschaftliche und politische Herausforderung. Durch Spracherwerb und Ausbildung möchte ich die Integration verbessern. Nordsachsen ist eine offene Region, die vielen Menschen neue Möglichkeiten und Chancen bieten kann, die sich in unser Land auch einbringen wollen. Wer sich aber nicht integrieren will, muss unser Land wieder verlassen.

Wo muss der Bund die Landkreise mehr entlasten und damit unterstützen?

Das Kooperationsverbot zwischen dem Land und dem Bund beim Thema Bildung muss aufgehoben oder weiter entkräftet werden. Dadurch könnten wir Schulen stärker unterstützen und direkt investieren. Das entlastet die Gemeinden und den Landkreis.

Die Region Delitzsch-Eilenburg profitiert mehr von der Nähe zu Leipzig als die Region Oschatz-Torgau. Wie wollen Sie verhindern, dass der Osten des Kreises abgehängt wird?

Durch eine bessere Infrastruktur und bessere Verkehrswege stärken wir den Bezug zur Stadt und können somit auch mehr von ihr profitieren. Der Bau der B 87, der B 169 sowie eine höhere Taktung der S-Bahn sind wichtig! Kurze Anbindungen, vor allem für Pendler, liegen mir am Herzen und sie werden auch zukünftig ein wichtiges Thema für mich im Bundestag bleiben.

Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie mit nach Berlin nehmen und dort ansprechen würden?

Für mich ist die Förderung der dualen Ausbildung ein zentrales Anliegen. Wir müssen Ausbildungsberufe wieder attraktiver machen und die duale Ausbildung deutschlandweit fördern und Vorbild für andere EU-Staaten bleiben. Damit können wir auch dem Fachkräftemangel in den Griff bekommen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Nordsachsen wünschen?

Eine bessere Autobahnanbindung, wie wir sie zum Beispiel mit der B 87 verwirklichen wollen. Auch hier muss noch einiges getan werden, aber wir befinden uns bisher auf einem guten Weg.

Warum sollten die Menschen in Nordsachsen ausgerechnet Sie wählen?

Die Menschen in Nordsachsen sollten mich wählen, wenn sie der Meinung sind, dass ich unsere Region in den letzten vier Jahren gut vertreten habe. Natürlich bleibt noch viel zu tun und ich möchte mich auch in der nächsten Legislaturperiode für Nordsachsen einsetzen. Doch damit wir dies erreichen, ist meiner Meinung nach eine konstante Kraft und ein konstanter Einsatz nötig. Nordsachsen ist meine Heimat und diese will ich weiter mitgestalten.

Susanna Karawanskij (Die Linke)

Susanna Karawanskij

Susanna Karawanskij

Quelle: privat

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf in Nordsachsen?

Trotz großer Anstrengungen ist Nordsachsen im Landkreisranking unter den Schlusslichtern. Ich möchte unsere schöne Region für Jung und Alt noch attraktiver machen. Dazu brauchen wir stärkere Wirtschaftsstrukturen, Jobs, in denen gute Löhne gezahlt werden, und eine gute Infrastruktur (Breitband, ÖPNV, Soziales). Dafür bedarf es Geld, weswegen ich die Einnahmen der Kommunen erhöhen will.

Wie wollen Sie glaubwürdige Bundespolitik für Nordsachsen machen?

Das hat natürlich viel mit der eigenen Haltung zu tun. Ich denke, ich habe in den letzten vier Jahren als Bundestagsabgeordnete bewiesen, dass ich konsequent für linke Politik streite. Ich möchte weiter auf die Bürger zugehen, ihnen ein offenes Ohr schenken und Probleme gemeinsam mit ihnen lösen. Auch die Inhalte meiner Partei sind glaubwürdig, weil wir unser Fähnchen nicht nach dem Wind hängen und oftmals auch unbequem sind.

Asylpolitik bleibt ein Angstthema, wieviel Integration verträgt Nordsachsen?

Das Problem ist nicht allein die Integration, sondern die Armut im Osten, in der Region. Wir brauchen eine soziale Infrastruktur, die dem öffentlichen Bedarf verpflichtet ist, gut bezahlte Lehrkräfte und ein Integrationskonzept, das auf die Gesamtgesellschaft ausgerichtet ist. Aber all das muss von einer gesamtgesellschaftlich viel sozialeren Politik getragen werden, die gleichwertige Lebensverhältnisse für alle Menschen herstellt!

Wo muss der Bund die Landkreise mehr entlasten und damit unterstützen?

Zum einen brauchen unsere Städte, Gemeinden und Landkreise höhere und stabile Einnahmen. Daher will ich die Gewerbesteuer zur Gemeindewirtschaftsteuer weiterentwickeln. Zudem müssen Kommunen weiter bei Sozialausgaben entlastet werden. Schließlich brauchen unsere Landkreise mehr Unterstützung, z. B. in Form von Regionalbudgets, beim Ausbau der Erneuerung und Verbesserung der Infrastruktur (Stichwort Breitbandausbau etc.).

Die Region Delitzsch-Eilenburg profitiert mehr von der Nähe zu Leipzig als die Region Oschatz-Torgau. Wie wollen Sie verhindern, dass der Osten des Kreises abgehängt wird?

Nordsachsen ist großflächig und vielfältig. Klar dürfen die verschiedenen Regionen mit ihren Eigenheiten nicht aus dem Blickwinkel geraten. Kooperation und Koordination innerhalb des Landkreises sind da insbesondere gefragt. Dadurch müssen z. B. effektivere regionale Wirtschaftskreisläufe, gut bezahlte Arbeitsplätze und gute Infrastruktur entstehen. Die Mobilität im Kreis muss gewährleistet sein, das bedeutet auch ein engmaschiges Netz für den öffentlichen Nahverkehr.

Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie mit nach Berlin nehmen und dort ansprechen würden?

Armut im Osten treibt mich am meisten um, aber auch Gesundheitsversorgung, Pflegenotstand, Wirtschaftsförderung und das große Thema gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West. Unsere Bürger dürfen sich nicht wie so oft als Menschen 2. Klasse fühlen, was Löhne und Renten betrifft. Ich fordere Umverteilung für eine gerechtere Gesellschaft, allgemeinverbindliche Tarifverträge, das Verbot von Leiharbeit/Werkverträgen und einen höheren Mindestlohn!

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Nordsachsen wünschen?

Generell wünsche ich mir mehr soziale Sicherheit und Gerechtigkeit überall. Als Ostdeutschland-Beauftragte meiner Fraktion kämpfe ich für endlich gleiche Lebensverhältnisse und Anerkennung der Ost-Biografien. Speziell für Nordsachsen wünsche ich mir mehr Zukunftschancen. Ich möchte dabei helfen zu zeigen, welch eine tolle Region Nordsachsen ist. Denn das sollten noch viel mehr Menschen wissen.

Warum sollten die Menschen in Nordsachsen ausgerechnet Sie wählen?

Ich persönlich und auch meine Partei Die Linke stehen für einen Politikwechsel. CDU und SPD erklären allen, dass es uns gut geht. Ich mache da andere Beobachtungen, ich höre und sehe andere Geschichten. Das die Leute schuften, aber trotzdem nicht mehr im Portemonnaie übrig bleibt. Wer also kein „weiter so“ will, der sollte mich und Die Linke wählen.

Rüdiger Kleinke (SPD)

Rüdiger Kleinke

Rüdiger Kleinke

Quelle: privat

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf in Nordsachsen?

Straßenbauprojekte, z.B. die B 87 mit Ortsumfahrungen, müssen dringend beschleunigt werden, wir brauchen mehr Verbindungen und günstigere Preise bei Bus und Bahn, schnelles Internet in jedem Ortsteil und ein Programm für neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Wir brauchen Nachwuchs von Landärzten, um die medizinische Versorgung zu sichern. Der ländliche Raum soll zum Wohnen und Arbeiten einladen.

Wie wollen Sie glaubwürdige Bundespolitik für Nordsachsen machen?

Wenn ich ein offenes Ohr für Eltern haben will, hilft es, selbst Familienmensch zu sein. Wenn ich mit Handwerkern über Bürokratieabbau spreche, muss ich die Zusammenhänge im Betrieb verstehen. Ich halte mich mit Versprechungen zurück und glänze dann lieber durch Leistung. Wer mich kennt, weiß das. Und schließlich: Direktkandidaten repräsentieren den Wahlkreis, ich lebe und arbeite in Nordsachsen.

Asylpolitik bleibt ein Angstthema, wieviel Integration verträgt Nordsachsen?

Wer sich integrieren will, unsere Sprache lernt, Arbeit sucht und sich an unsere Regeln hält, ist willkommen. Integration dieser Art brauchen wir deutlich mehr. Wer unsere Regeln verletzt oder uns gar schaden will, muss gehen. Ohne Wenn und Aber. Ich will, dass wir Asylverfahren von Zuwanderung aus wirtschaftlichen Gründen trennen. Dafür brauchen wir endlich ein Einwanderungsgesetz.

Wo muss der Bund die Landkreise mehr entlasten und damit unterstützen?

Arbeitsplätze entscheiden über die Zukunft des ländlichen Raums wie unserem. Wo keine Arbeit ist, da will auch niemand leben. Deshalb brauchen wir die Stärkung kleiner und mittelständischer Betriebe. Außerdem muss das Henne-Ei-Problem mit dem ÖPNV mit Unterstützung des Bundes gelöst werden. Wir brauchen erst mehr Verbindungen und günstigere Fahrpreise, dann werden Bus und Bahn auch mehr genutzt.

Die Region Delitzsch-Eilenburg profitiert mehr von der Nähe zu Leipzig als die Region Oschatz-Torgau. Wie wollen Sie verhindern, dass der Osten des Kreises abgehängt wird?

Das beschäftigt mich sehr. Torgau mit seiner reichen Kultur soll zum touristischen Aushängeschild werden. Der gesamte Torgau-Oschatzer Raum kann touristisch viel mehr, wenn man ihn ganzheitlich denken würde. Dazu will ich beitragen. Außerdem lebt die Region von Landwirtschaft, die ich besser fördern will. Meine Großeltern waren Neubauern, da habe ich ein besonderes Verhältnis zur Landwirtschaft.

Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie mit nach Berlin nehmen und dort ansprechen würden?

Die Rente! Ich will ein Rentensystem nach österreichischem Vorbild, in das alle einzahlen. Ein Altern in Würde ohne Altersarmut muss in unserem reichen Land für alle möglich sein! Langfristig brauchen wir mehr Kinder und höhere Löhne. Deshalb sind die kinderfreundliche Familienpolitik der SPD sowie mehr reguläre, fair bezahlte Arbeitsplätze so wichtig.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Nordsachsen wünschen?

Ich wünsche mir für ganz Deutschland wieder ein einheitliches Schulsystem mit gemeinsamem Lernen bis zur 8. Klasse. Dafür trete ich an. Für Nordsachsen wünsche ich mir die modernsten Schulen, in denen sich Schüler und Lehrer wohlfühlen. Die von der SPD vorgeschlagene nationale Bildungsallianz ist ein erster Schritt, um aus Wünschen Wirklichkeit zu machen. Schon dafür lohnt es sich, SPD zu wählen.

Warum sollten die Menschen in Nordsachsen ausgerechnet Sie wählen?

Ich lebe und arbeite in Nordsachsen. Beim Aufbau meines Unternehmens habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Als Stadtrat kenne ich die Kommunalpolitik. Unsere Gesellschaft braucht mehr als Gesetze, sie braucht Anstand und Wertschätzung des Anderen. Das steht in keinem Gesetz. Es muss vorgelebt werden. Und das werde ich tun. Ich will mit Glaubwürdigkeit und Erfahrung Verantwortung übernehmen.

Detlev Spangenberg (AfD)

Detlev Spangenberg

Detlev Spangenberg

Quelle: privat

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf in Nordsachsen?

Es ist die Optimierung der Verkehrswege zu prüfen, Umgehungsvarianten zum Schutz von Umwelt und Bürgern voranzutreiben, reibungsloser Verkehr für die Wirtschaft zu gewähren sowie bessere Anbindung an überregionale Verkehrsnetze. Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes – Sicherheit auf den Schulwegen.

Wie wollen Sie glaubwürdige Bundespolitik für Nordsachsen machen?

Einwirken auf die entsprechenden Ausschüsse im Bundestag, deren Kompetenz den ländlichen Raum betrifft bzw. berührt, wie Verkehrsausschuss, Haushaltsausschuss. „Hartnäckiges Streiten“ bei der Vergabe von Bundesmitteln, kollegialer Kontakt zu nachgeordneten Behörden, Einbindung von Vorschlägen der Bürger in die Entscheidungsgremien.

Asylpolitik bleibt ein Angstthema, wieviel Integration verträgt Nordsachsen?

Klare Betonung des Unterschiedes von Asyl und Einwanderung: Ein Asyl- oder Schutzberechtigter genießt grundlegend nur Schutz auf Zeit und hat in seine Heimat zurückzukehren, wenn der Fluchtgrund entfallen ist – vollständige Integration dieser Menschen ist nicht nötig. Die Anzahl derer, die in einer Region leben, darf wegen zu großer Zuweisungen in keinem Fall zu Parallelgesellschaften und Kriminalitätsschwerpunkten führen.

Wo muss der Bund die Landkreise mehr entlasten und damit unterstützen?

Bundespolitik zu Lasten von Städten und Gemeinden darf es nicht geben; es gilt das Prinzip: Wer bestellt, der bezahlt. Keine aufgebürdeten, vermeidbaren Belastungen durch die Bundespolitik für Kommunen und Kreise. Die Kommunen müssen gegen Entscheidungen des Bundes ein weitreichendes Einspruchs- oder Widerspruchsrecht eingeräumt bekommen.

Die Region Delitzsch-Eilenburg profitiert mehr von der Nähe zu Leipzig als die Region Oschatz-Torgau. Wie wollen Sie verhindern, dass der Osten des Kreises abgehängt wird?

Wenn natürliche Unterschiede bestehen, dann können bzw. sollten diese auch unterschiedlich betrachtet oder gefördert werden, beispielsweise mittels Förderung touristischer Möglichkeiten, durch Pflege und Erhalt von Denkmalen. Generell aber sind die Strukturen wie Verkehrsanbindung, Bildungseinrichtungen, Ansiedlung von Gewerbe und Attraktivität für Familien besonders zu fördern, um nicht abhängig zu sein von der Nähe zu Ballungsräumen.

Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie mit nach Berlin nehmen und dort ansprechen würden?

Die Förderung des ländlichen Raumes als Bundesaufgabe zur Entlastung der Ballungsgebiete und zum Erhalt eines lebenswerten kulturellen „Schatzes“. Fördermittel sollten nicht nach einfachen Schlüsseln, wie etwa nach Einwohnern, auf Landkreise verteilt werden, sondern mehrere Faktoren sollten berücksichtigt werden. Das teilweise günstige Angebot an Wohnraum kann in Verbindung mit Zuschüssen zum Erwerb von Wohneigentum einen Bau-und Erhaltungswillen auslösen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Nordsachsen wünschen?

Eine stärkere Beachtung und Würdigung der gewachsenen Strukturen, sowohl in kultureller als auch in geschichtlicher Betrachtung. Gerade die kirchliche Geschichte hat in Nordsachsen beeindruckende Spuren hinterlassen, die noch keinesfalls ausreichend gewürdigt sind.

Warum sollten die Menschen in Nordsachsen ausgerechnet Sie wählen?

Ein Abgeordneter „zum Anfassen“, absolut unabhängig, sowohl finanziell als auch beruflich, keine Beziehung zum Lobbyismus, klare Worte im Bundestag, Einsatz für die Erfüllung aller Wahlversprechen. Ausgeprägte Lebens- und Berufserfahrung in beiden deutschen Staaten.

Jörg Bornack (Bündnis 90/Die Grünen)

Jörg Bornack

Jörg Bornack

Quelle: Alexander Bley

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf in Nordsachsen?

Angesichts globaler Herausforderungen – Klimawandel, demografischer Wandel, Digitalisierung – müssen Kommunen und Kreise verstärkte infrastrukturelle Anpassungsleistungen erbringen. Doch kommunale Verschuldung und Personalnot erschweren die notwendige Modernisierung. Insbesondere für Schulen, Informationsinfrastruktur und die Anbindung des ländlichen Raumes mit öffentlichem Personenverkehr.

Wie wollen Sie glaubwürdige Bundespolitik für Nordsachsen machen?

Abgeordnete werden gut bezahlt, da hat der Bürger auch das Recht 100 Prozent Arbeitsleistung zu erhalten. Ich werde zu 100 Prozent ohne weitere fremde berufliche Tätigkeiten für diese Aufgabe mit Leidenschaft arbeiten. Mit der von mir bekannten Hartnäckigkeit, an Problemen und Aufgaben dranzubleiben.

Asylpolitik bleibt ein Angstthema, wieviel Integration verträgt Nordsachsen?

Wer hier glücklich werden will, muss unser Grundgesetz und seine Grundwerte anerkennen und unsere Sprache schnell lernen. Ich sehe aktuell keine großen Herausforderungen für Nordsachsen, die nicht zu schaffen wären. Wir brauchen faire, qualifizierte und effiziente Verfahren sowie eine nachhaltige Integrationspolitik.

Wo muss der Bund die Landkreise mehr entlasten und damit unterstützen?

Bundesgesetze, die in ganz Deutschland befolgt werden müssen, werden gemeinsam von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Landesgesetze, die nur in einem Bundesland gelten, beschließen die jeweiligen Landtage. Damit hat jedes Bundesland auch Einfluss auf eine auskömmliche Finanzierung.

Die Region Delitzsch-Eilenburg profitiert mehr von der Nähe zu Leipzig als die Region Oschatz-Torgau. Wie wollen Sie verhindern, dass der Osten des Kreises abgehängt wird?

Im Landkreis hat jede Region Vorteile und Nachteile in einzelnen Bereichen. Es ist keine Region abgehängt, aber auch nicht wirklich bevorteilt.

Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie mit nach Berlin nehmen und dort ansprechen würden?

Altersarmut mit einer Garantierente verhindern. Schluss mit der Zwei-Klassen-Medizin mit einer Bürgerversicherung für alle. Kinderarmut muss verhindert werden. Ergänzungsleistungen für Familien, die von Armut betroffen oder bedroht sind. Ausreichende Plätze in richtig guten Krippen und Kindergärten, die für alle bezahlbar sind. Schulen in guter Qualität mit ausreichenden Lehrern. Den Klimawandel stoppen, der alle existenziell mit Sturm, Hochwasser und Hungerfolgen bedroht.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Nordsachsen wünschen?

Die Entschuldung des Landkreises, damit wieder Investitionen in die Zukunft möglich werden.

Warum sollten die Menschen in Nordsachsen ausgerechnet Sie wählen?

Der Bundestag sollte ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Ist er aber nicht. Überdimensional sind Juristen, Politologen, Lehrer und Verwaltungsfachleute vertreten, so auch als Kandidaten im Wahlkreis Nordsachsen. Als studierter Techniker arbeite ich an Aufgaben rational, vernunftgeleitet und zweckgerecht.

Christoph Waitz (FDP)

Christoph Waitz

Christoph Waitz

Quelle: privat

Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf in Nordsachsen?

Nordsachsen hat erhebliche Infrastrukturprobleme. Das betrifft nicht nur die Verkehrsinfrastruktur, sondern auch die Breitbandversorgung und Funknetze. Diese schlechte Versorgung wird zunehmend zu einem Standortnachteil, der Arbeitsplätze gefährdet.

Wie wollen Sie glaubwürdige Bundespolitik für Nordsachsen machen?

Ich werde mich darum kümmern, in Ausschüssen tätig zu sein, in denen ich die Probleme des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur in Nordsachsen und den Breitbandausbau im ländlichen Raum beackern kann.

Asylpolitik bleibt ein Angstthema, wieviel Integration verträgt Nordsachsen?

Die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema und die Normalität des Lebens in den Kommunen mit den Flüchtlingen steht in einem Gegensatz. Wichtig ist es insbesondere bei Schülern und jungen Erwachsenen, die Zeit der Schule und des Sprachunterrichts nicht nur zum Erlernen der Sprache, sondern auch zur Vermittlung der Grundlagen unseres Zusammenlebens in Deutschland intensiv zu nutzen.

Wo muss der Bund die Landkreise mehr entlasten und damit unterstützen?

Wir Liberalen wollen, dass der Bund künftig im Bereich der Bildung wieder Geld zur Verfügung stellen kann. Viele Schulen, aber auch Kindergärten und Horte bedürfen einer Modernisierung und besseren Ausstattung, damit wir die Kinder auf die Anforderung der Arbeitswelt von Morgen vorbereiten können.

Die Region Delitzsch-Eilenburg profitiert mehr von der Nähe zu Leipzig als die Region Oschatz-Torgau. Wie wollen Sie verhindern, dass der Osten des Kreises abgehängt wird?

Realistischer Weise muss man sagen, dass die Region Torgau-Oschatz schon längst von der Entwicklung der Kommunen im Speckgürtel von Leipzig abgekoppelt ist. Wenn nicht in die Infrastruktur zeitnah massiv investiert wird, gehen dort mittelfristig Arbeitsplätze in Handwerk und Mittelstand verloren.

Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie mit nach Berlin nehmen und dort ansprechen würden?

Die demografische Entwicklung und die Benachteiligung des ländlichen Raums gehören dringend auf die Tagesordnung.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Nordsachsen wünschen?

Ich wünsche mir ein Gründer – und Innovationszentrum, von dem Wachstumsimpulse für ganz Nordsachsen ausgehen und zusätzliche Arbeitsplätze im ländlichen Raum geschaffen werden.

Warum sollten die Menschen in Nordsachsen ausgerechnet Sie wählen?

Weil ich den Menschen aus Nordsachsen eine wahrnehmbare Stimme in Berlin geben will. Ich werde mich für die Menschen in Nordsachsen mit ihren Themen und Sorgen einsetzen. Gleichzeitig will ich zeigen,wie in Berlin Politik gestaltet wird und an welchen Stellen konkret Einfluss genommen werden kann.

Von lvz

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