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Ländliche Neuordnung - Kossa wird zum "Spezialfall"

Ländliche Neuordnung - Kossa wird zum "Spezialfall"

Kossa. Im Bürger-Service-Zentrum in Kossa sind dieser Tage die Vorbereitungen für ein Flurneuordnungsverfahren getroffen worden.

Das hatte Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) angeregt, um hauptsächlich die Wasserprobleme in den zwei Dörfern in den Griff zu bekommen. Unterdessen kam auf der Versammlung auch der Vorschlag, sich der teilweise in einem schlechten Zustand befindlichen Wege im Rahmen des Verfahrens anzunehmen.

 

 

Die Probleme sind offenkundig: Das Grundwasser in den zwei Heidedörfern Kossa und Durchwehna steigt immer mehr, seit das Wasserwerk in Kossa im November 2007 vom Netz genommen wurde. Landwirtschaftsflächen am Schleifbach sind dauerhaft vernässt, Drainagen und Abwasserleitungen in unmittelbarer Nähe in Gefahr. Die Angst ist groß, dass das Grundwasser eines Tages wieder so hoch steht, dass es Keller vernässt.

Probleme, die die Gemeinde Laußig lösen will, aber nicht allein lösen kann. Seit vorigem Jahr gibt es Gespräche mit Behörden, Ingenieurbüros und dem Dübener Abwasserzweckverband. Ein Flurneuordnungsverfahren könnte dabei helfen - und das soll möglichst noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden.

Gunter Müller, Sachbearbeiter Obere Flurbereinigungsbehörde im Landratsamt, stellte Bürgermeister, Landeigentümern und Vertretern des Ingenieurbüros Knoblich und des Abwasserverbandes das Prozedere der ländlichen Neuordnung vor. 30 solcher Verfahren mit einer Gesamtfläche von etwa 30 000 Hektar gibt es derzeit in Nordsachsen. 40 Behördenmitarbeiter sind damit beschäftigt, darunter Müller. Doch Flurneuordnungsverfahren werden nicht vom Schreibtisch des Landratsamtes aus gemacht, sondern von den Menschen vor Ort. Müller sprach vom "örtlichen Sachverstand", der in solchen Verfahren bedeutsam ist. Und für ihn ist Kossa ein "Spezialfall" - mit Blick auf die Wasserproblematik.

Reichlich zwölf Jahre wird ein ländliches Verfahren andauern - eine enorm lange Zeit. Im Bereich Durchwehna gibt es bereits ein solches Verfahren seit über 20 Jahren, das noch nicht zu Ende gebracht worden ist. "Das stört mich enorm", sagte Landwirt und Flächeneigentümer Eckhard Meyer. "Muss denn so etwas so lange dauern in unseren modernen Zeiten?"

Offenbar ja, denn letztlich hat die jeweilige Teilnehmergemeinschaft vor Ort - ihr gehören Flächeneigentümer an - das Zepter in der Hand. Die muss nun noch für das neue Verfahren in Kossa gebildet werden. Und noch mehr ist notwendig, bevor es überhaupt zur behördlichen Anordnung des Verfahrens kommt, sprich das ganze Prozedere losgeht: Die genaue Fläche, die das Verfahren umfasst, müssen festgelegt, Maßnahmen und Ziele definiert und das ganze mit Kosten untersetzt werden. Das sind jetzt die nächsten Schritte.

Anrainer Rudolf Schäfer schlug vor, auch die Wege in dem Verfahren zu berücksichtigen. Die seien "über die Jahre vernachlässigt" worden, das Verfahren böte "die einmalige Chance", sie herzurichten. Für Schneider indes liegt der Schwerpunkt auf der Wasserproblematik. "Alle Wege sind nicht machbar. Der Schleifbach, und alles, was damit zusammenhängt, muss betrachtet werden."

Ginge es nach dem Gemeindeoberhaupt, hätte bereits dieser Tage das Flurneuordnungsgebiet abgesteckt werden können. Doch es fehlten größere Kartenausschnitte. Die will das Landratsamt in den nächsten Tagen zur Verfügung stellen, dann soll es diesbezüglich eine weitere Zusammenkunft geben. Möglicherweise, so Müller, könnten auch zwei getrennte Verfahren für das Gebiet eröffnet werden. Das will der Experte vom Amt mit den Verantwortlichen in seinem Haus abstimmen.

Anfang April wird es die nächste Runde geben. Und auf einer sogenannten Aufklärungsveranstaltung werden dann betroffene Landeigentümer über den Inhalt des Verfahrens und die Kosten informiert und die Teilnehmergemeinschaft wird gebildet, die das Neuordnungsgebiet fortan aktiv mitgestaltet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2014
Nico Fliegner

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