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Landgasthofbetreiber in Pressel sucht Nachfolger

Landgasthofbetreiber in Pressel sucht Nachfolger

Hans-Joachim Krug, Betreiber des Presseler Landgasthofes, sucht einen Nachfolger. Der 65-Jährige hat bereits alles Notwendige veranlasst, damit sich Interessenten melden.

Der 65-jährige Hans-Joachim Krug in der rustikalen Gaststube. Er sucht Interessenten für den Landgasthof, will das Anwesen verkaufen.

Quelle: Steffen Brost

Pressel. "Ich stehe nicht unter Druck. Mein Plan ist, dass ich innerhalb der nächsten zwei Jahre das Objekt verkaufen möchte. Sollte jedoch morgen schon jemand anklopfen, der es haben will, bin ich bereit, auch sofort zu verkaufen. Voraussetzung ist, dass der Preis stimmt", so Krug.

180 000 Euro möchte er für das gesamte Objekt, einschließlich Gaststätte, Hotel und Saal haben. Ein Preis, den Krug als realistisch und marktüblich empfindet. Denn zum Grundstück gehören zusätzlich noch einmal 1200 Quadratmeter ausgewiesenes Bauland dazu.

Das Haus hat eine lange Geschichte. Die geht bis ins Jahr 1542 zurück. Damals wurde der Landgasthof Pressel erstmals urkundlich erwähnt und wurde als Ausspanne mit Haupterwerb Landwirtschaft bis nach dem Ersten Weltkrieg betrieben. Als "Preußischer Adler" erwarb 1956 der Konsum die Gaststätte und gab ihr den Namen "Heideland". Nach der Wende stieß der Konsum alle von ihm betriebenen gastronomischen Einrichtungen ab. Krug und sein Kompagnon Reiner Vogel schlugen 1991 zu. Sie kauften das Gebäude und bauten zuerst den Gaststättenbereich modern aus. In der oberen Etage betrieben sie zunächst eine kleine Pension mit drei Zimmern. Doch recht bald merkten beide, dass mehr Bedarf bestand. Sie investierten 1,3 Millionen Mark und starteten eine komplette Entkernung des Gebäudes bis unter das Dach. "Wir haben dann gleich noch eine zweite und dritte Etage ausgebaut, in der 20 Hotelzimmer entstanden, dazu im unteren Bereich eine Sauna und alles, was dazu gehört. Der richtige Hotelbetrieb startete im August 1992", blickt Krug zurück.

Die Anfangsjahre waren rosige Zeiten. Der Saal wurde ständig für Familienfeiern, Karneval-Abende, Vereinsfeste, Tagungen und Workshops gebucht. Das Hotel hatte eine Auslastung von 85 Prozent. "1996 brach das alles plötzlich ein. Die Auslastung ging schlagartig auf 25 Prozent zurück. Zwei Jahre später stieg mein Partner aus und ich machte alleine weiter."

Nach intensiven Gesprächen mit der Bank wurde die Familie Krug alleinige Besitzerin des Landgasthofes. Seitdem bemüht sich Krug um eine stetig wachsende Auslastung. Die liegt mittlerweile bei 34 Prozent. Und auch der Saal wird regelmäßig für Feiern und Feste genutzt. Aktuell hat das Haus drei Angestellte und ist modern ausgestattet. Die 20 Zimmer haben 38 Betten mit TV, Dusche, WC, Telefon, WLAN und Kühlschrank. In der rustikalen Gaststube ist Platz für 35 Personen. Dazu gibt es ein Kaminzimmer für bis zu 15 Personen und einen Saal für bis zu 180 Gäste. Zudem steht in den Sommermonaten ein Biergarten zur Verfügung.

Krug steht jeden Tag selber in der Küche und bietet gut bürgerliche Kost an, die den Gästen schmeckt. "Ich weiß, dass der Verkauf des Hauses nicht einfach wird. Aber ich würde noch gern meine Rente ein paar Jahre genießen. Sollte bis 2016 nichts passieren, werde ich sicherlich noch etwas dranhängen. Aber irgendwann ist dann trotzdem mal Schluss", hofft Krug auf einen Nachfolger.

Für den Presseler Karnevalverein (PKV) bedeutet dieser Schritt eine ungewisse Zukunft. Denn jedes Jahr ziehen zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch die Narren in den Landgasthof ein. Dort wird neben den traditionellen Galavorstellungen auch der Kinder- und Seniorenfasching gefeiert. "Wir sind auf den Saal angewiesen. Die Situation ist uns bekannt. Leider wird es für uns keine Alternative als Auftrittsort geben. Entscheidend ist, wer der Nachfolger wird und wie wir mit ihm ins Gespräch kommen. Ein Ausweichen in einen Nachbarort sehe ich als problematisch", sagt der Präsident des PKV Christian Ott.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2014
Von Steffen Brost

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