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Bad Düben Landkreis feiert Einheitsjubiläum
Region Bad Düben Landkreis feiert Einheitsjubiläum
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18:30 03.10.2010
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. Landrat Michael Czupalla (CDU) würdigte in seiner Rede das bis heute Erreichte in Nordsachsen und dankte den anwesenden Landräten der Partnerkreise Schwäbisch Hall und Konstanz für ihre „Aufbauarbeit" in den 90er-Jahren.

Für Czupalla reihe sich der 20. Jahrestag in die Erinnerung an die turbulente und emotionsgeladene Zeit der Jahre 1989 und 1990 ein, die als jene Zeit in die Annalen der Deutschen Geschichte einging, in der die Deutsche Einheit erreicht wurde. Der Landrat von Nordsachsen erinnerte sich, dass sich die Ostdeutschen „über Nacht auf ein neues politisches und ökonomisches System, eine neue Rechtsordnung, eine neue Werteordnung und auf vieles Neues einstellen mussten". Besonders hilfreich sei dabei die Unterstützung der Partnerlandkreise beim Aufbau „einer geordneten Kreisverwaltung" gewesen.

Unbürokratisch und offen sei intensive Personalhilfe vereinbart worden. Bereits im März 1990, nach der freien Wahl der Volkskammer, durften die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Delitzsch in Schwäbisch Hall Einblick in Verwaltungsstil, die Verhältnisse vor Ort und die Vielfalt der Aufgaben einer Kreisverwaltung nehmen.

„Noch heute ist mir auch der Einsatz des Veterinärzuges aus Schwäbisch Hall in der ehemaligen LPG Kyhna in Erinnerung, wobei von 1700 schlachtreifen Tieren 400 Schweine binnen kürzester Zeit geschlachtet und vermarktet wurden", so Czupalla. Er erwähnte, dass bereits 1990 und 1991 jeweils vier junge Menschen aus der Region im Landratsamt Schwäbisch Hall ihre Ausbildung im mittleren Verwaltungsdienst absolvieren konnten und anschließend beim Aufbau der Verwaltung halfen. Unvergessen sei auch die praktische und finanzielle Hilfe und Unterstützung bei der Flut, die der Landkreis im Jahr 2002 erfahren hatte. Die Kontakte seien bis heute nicht abgerissen. „Ob zwischen den Mitarbeitern unserer Verwaltungen, ob bei den Feuerwehren, ob in Sport- oder Kulturvereinen, bei den Landfrauen, im Austausch bei Wirtschaftstagen und vieles mehr."

Der Landrat äußerte sich aber auch kritisch darüber, dass bei der Bewertung der Bilanz hierzulande noch viele Menschen, und darunter auch nicht wenige Politiker, immer nur auf eine Seite gucken, entweder auf Soll oder auf Haben. „In den vergangenen 20 Jahren wurde viel erreicht und das gibt uns Anlass zu Stolz und Zuversicht. Wir haben viel gelernt, wir haben gelernt, wie die Dinge wirklich sind, wir haben auch gelernt, das in Freiheit leben beschwerlich sein kann, wir haben in enormen Anpassungsleistungen der Menschen gelernt, dass der Wandel kein Geschenk ist, sondern von uns allen erarbeitet werden muss." Landkreise, die Städte und die Gemeinden hätten „eine beeindruckende Entwicklung" genommen.

Beeindruckend war auch die musikalische Umrahmung des Abends. Das Westsächsische Symphonieorchester unter der Dirigentschaft von Frank-Michael Erben gab Brahms Ungarische Tänze, Bizets Carmen-Suiten und Mozarts Figaros Hochzeit zum Besten, worauf LVZ-Verlagsleiterin Kerstin Friedrich, die galant, charmant und an passender Stelle mit einem Augenzwinkern durch den Abend führte, konstatierte, dass „20 Jahre wie ein Ehejubiläum sind" – eine Porzellanhochzeit, fest, glänzend und manchmal empfindlich.

Gerhard Bauer, Landrat von Schwäbisch Hall, bezeichnete in seinem Grußwort die Deutsche Einheit als ein Wunder. Mit ihr sei es wie mit der Demokratie – sie sei nie fertig. „Wir feiern nicht nur 20 Jahre Wiedervereinigung, sondern auch Freundschaft", sagte Bauer und lobte Czupalla für seine „Leidenschaft und das Engagement", die er für die Partnerschaft an den Tag legt. „Sie haben etwas geschafft, worauf sie stolz sein können", sagte Bauer mit Blick auf Nordsachsen. Der damalige Kreis Delitzsch habe sich das Modell der Wirtschaftsförderung abgeschaut, Schwäbisch Hall wiederum das hiesige Krankenhausmodell.

Auch der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle würdigte die Wiedervereinigung. „Sie haben blühende Landschaften geschaffen", erklärte er, worauf die etwa 250 Gäste applaudierten. Mit „sächsischem Mut und Fleiß" sei „Gewaltiges bewegt" worden.

Nach dem offiziellen Teil „im Wohnzimmer des Landkreises", wie LVZ-Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich das Heide Spa bezeichnete, plauderten die Gäste in lockerer Atmosphäre weiter. Gestern machten sich die Delegationen aus den Partnerkreisen auf den Weg nach Dresden zum Festakt anlässlich des Doppeljubiläums 20 Jahre Freistaat und 20 Jahre Deutsche Einheit.

pfü/nf

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