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Laußig holt Angebote für DSL ein

Laußig holt Angebote für DSL ein

Laußig. Sie ist drei Zentimeter dick, zählt Hunderte Seiten und sagt im Grunde das aus, was alle ohnehin schon wissen: Die Ortsteile der Gemeinde Laußig sind unterversorgt, sprich, Breitbandtechnik und schnelles Internet sind bis auf ganz wenige Ausnahmen Fehlanzeige.

Doch die Studie mit all ihren Zahlen war notwendig geworden, um nach Anbietern suchen zu können. Denn mit dem DSL-Ausbau soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Dieses ehrgeizige Ziel hat sich zumindest Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) gesetzt und macht Druck. "Uns liegt jetzt die Studie vor und aufgrund dieser können wir gezielt Angebote abfragen", erklärte das Gemeindeoberhaupt. Die Mehrzahl der Bürger und Unternehmen, die von der Eidam Breitbandberatung Sachsen befragt wurden, kritisierten das langsame Internet im Gemeindegebiet, werden Geschäftspost und Datenübertragungen schließlich heutzutage größtenteils via elektronischer Post abgewickelt. Wer da nicht mitmischen kann, hat ziemlich schlechte Karten, mitunter gar einen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz. Nicht mal per UMTS und dazugehörigem Stick seien Geschwindigkeiten in DSL-Qualität möglich. Die Gemeinde Laußig - ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Laut Schneider stehen bereits zwölf Anbieter parat und würden gern die Haushalte und Firmen mit der Breitbandtechnik versorgen. Die werden nun von der Gemeinde aufgefordert, "konkrete Angebote", so der Bürgermeister, abzugeben. Zeithorizont dafür: die nächsten acht Wochen. Zur Auswahl stehen Kabel, Richtfunk oder UMTS. Schneider spricht von einer Technologieneutralität. Die Gemeinde will nicht vorschreiben, welche Technik zur Anwendung kommt. Die Angebote würden nach Eingang dementsprechend verglichen. Was allerdings praktisch wohl kaum umsetzbar sein wird, ist, dass im gesamten Gemeindegebiet nur eine Technik flächendeckend zur Anwendung kommt. "Der Gemeinderat wird am Ende ortsteilbezogen entscheiden müssen", sagte Schneider. So könnte beispielsweise das eine Dorf eine Kabelvariante bekommen, das andere "nur" Richtfunk oder umgekehrt.

Mehr als 600 Teilnehmer der im Frühjahr gestarteten Befragung hätten sich bereit erklärt, sofort eine neue Technik haben zu wollen. Sie tauchen in der Studie auf und gelten als sogenanntes Neukundenpotenzial. Eine Zahl, die vor allem für die Anbieter der Technik von Bedeutung ist. Je mehr neue Kunden auf dem Plan stehen, desto besser das Geschäft. Und je mehr Anbieter es am Ende gibt, desto günstiger dürften die Preise für die Nutzer ausfallen - ist jedenfalls anzunehmen.

Eine weitere Zahl taucht in der Erhebung auf, die zeigt, wie wichtig den Bürgern schnelles Internet ist. Die Mehrzahl der Befragten würde eine einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von 100 Euro akzeptieren. Firmen würden sogar noch mehr hinlegen, wenn das schnelle Internet auch endlich schnell kommen würde. Zum Thema monatliche Nutzungsgebühr kam schließlich folgendes heraus: Knapp 32 Prozent der Bürger sind für eine Flatrate - also unbegrenzt langes Surfen im Internet - und wollen dafür bis zu 40 Euro im Monat zahlen. Bei den Firmen sind es sogar 45 Prozent der Befragten.

Nico Fliegner

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