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Bad Düben Laußig schafft Platz für neues Tafelgarten-Land
Region Bad Düben Laußig schafft Platz für neues Tafelgarten-Land
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00:30 24.05.2015
Oliver Schneider (links) und Siegfried Pönitzsch gießen die Erbsen. Quelle: Ilka Fischer
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Pristäblich

"Seit 2012 gibt es diese Gärten", weiß Carsten Liedtke von der Heide Service Genossenschaft in Laußig. Er betreut das Projekt, das vom Jobcenter als Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (AGH) genehmigt wurde, für die Gemeinde Laußig. Bis zum 30. September sind die Tafelgärtner in zwei Schichten von 7.30 bis 12.30 Uhr beziehungsweise von 12 Uhr bis 17 Uhr vor Ort. Ab 25. Mai beginnt eine zweite Tafelgartenmaßnahme. "Die Bewilligung dafür ist da", freut sich Carsten Liedtke.

Zehn AGH-Plätze hat die Heide Service Genossenschaft für die Bewirtschaftung von brachliegenden Flächen in einer Kleingartenanlage in Laußig bewilligt bekommen. "Mit den zehn neuen Tafelgärtnern", blickt Liedtke voraus, "müssen wir dann über 1000 Quadratmeter erst mal mehr oder weniger wieder urbar machen." Dennoch soll bis Mitte November, dem Ende dieser Maßnahme, noch einiges auf dem Laußiger Boden heranwachsen.

In Pristäblich ist der Boden bereits in einem guten Zustand, die Beete sind sauber angelegt und bestellt. So kann in diesem Jahr auch erstmals von Beerensträuchern sowie verschiedenen Obstbäumen geerntet werden. Die Bäume und Sträucher hat im vorigen Jahr Jörg Fehler gepflanzt, der jetzt erneut Tafelgärtner ist. Er kam 2001 mit seiner Familie als Spätaussiedler aus Russland nach Bad Düben. "Ich habe selbst einen Garten", erzählt er und hackt weiter fleißig bei den Erdbeeren. "Mit der Arbeit hier bin ich zufrieden."

Wie Jörg Fehler kommen die meisten mit dem Fahrrad zu den Tafelgärten. Dazu gehört Siegfried Pönitzsch aus Laußig, für den es "der fünfte oder sechste Ein-Euro-Job" ist. "Die Arbeit passt schon und ich bekomme ja auch über die Tafel was zurück", berichtet er. Insgesamt sind es in Laußig 85 Familien und Einzelpersonen, die Äpfel und Co. immer montags über die Tafel, donnerstags vor dem Ländlichen Bürgerzentrum direkt von der Heide Service Genossenschaft bekommen. Der Tafeltisch wird mit allem gefüllt, was die Gärten hergeben. Nur Mangold würde nicht wieder angebaut, berichtet Carsten Liedtke. Denn damit hätten die Tafelkunden eher weniger anzufangen gewusst. Doch Kartoffeln verschiedener Sorten, aber auch Schoten, Salat, Kohlrabi, Bohnen, Radieschen, Möhren, Erdbeeren, Rote Beete und Kräuter würden gut gehen.

Dass alles gut wächst - dafür sorgt auch Oliver Schneider, der gerade mit der Gießkanne Regenwasser verteilt. "Richtig Interesse für Gartenarbeit habe ich nicht wirklich, doch es muss ja gemacht werden", sagt der junge Mann, der sich darüber freut, dass er als Tafelgärtner bis September rund 150 Euro pro Monat mehr als vorher zur Verfügung hat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2015
Von Ilka Fischer

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