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Laußig steckt acht Millionen Euro in ein neues Abwassersystem

Investitionen Laußig steckt acht Millionen Euro in ein neues Abwassersystem

Die Gemeinde Laußig ist derzeit die Abwasser-Hochburg schlechthin. Hier werden bis 2020 sowohl das Abwassersystem in Laußig als auch das in Kossa saniert. In beide fließen auch jeweils knapp vier Millionen Euro, dennoch gibt es Unterschiede.

Hartmut Fuchs (an der Schaufel) und seine Mitstreiter von Bau- und Haustechnik Bad Düben beseitigen in der Kleinen Aue in Laußig die Hochwasserschäden.

Quelle: Ilka Fischer

Laußig/Kossa. Die Gemeinde Laußig ist in Nordsachsen auf dem besten Weg, Schwerpunktkommune in Sachen Abwasserbau zu werden. Denn sowohl beim Laußiger Abwassernetz als auch in dem von Kossa müssen millionenschwere Anstrengungen unternommen werden, um die Systeme auf EU-konformen Stand der Technik zu bringen. Insgesamt immerhin acht Millionen Euro werden damit bis 2020 ins Abwassernetz gesteckt.

Das sind die Pläne für den Laußiger Bereich

In Laußig samt der Ortsteile Gruna und Pristäblich entsorgt die Kommune das Abwasser in Eigenregie. Ein gutes Drittel der Investitionen in einer Gesamthöhe von 3,5 Millionen Euro ist mit der Überleitung des Abwassers nach Bad Düben, den drei Pumpstationen sowie dem Abriss der alten Laußiger Kläranlage erledigt. Auch der Kanalbau, für den zunächst rund 590 000 Euro Hochwassergelder zum Einsatz kommen können, hat inzwischen begonnen. Seit September werden jedenfalls in der Kleinen Aue von der Firma Bau- und Haustechnik Bad Düben die Hochwasserschäden im Abwassersystem beseitigt. Anschließend müssen in der Dübener Straße, der Hauptstraße, der Schulstraße, der Denkmalstraße und der Mittelstraße die maroden Kanäle in mehreren Bauabschnitten erneuert werden. „Ziel ist es“, so Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos), „dass wir die Straßen danach nicht wieder öffnen müssen.“ Daher wird in Sachen Gas, Wasser, Telefon und Energie jeweils abgestimmt, ob die Versorgungsträger ihre Leitungen im Zuge der Baumaßnahme erneuern wollen beziehungsweise beim Gas, dass es neu verlegt wird.

An den Kanälen in Gruna und Pristäblich müssen zudem punktuell Schäden beseitigt werden beziehungsweise Sanierungsarbeiten erfolgen. Für die Arbeiten in Gruna erfolgt demnächst die Ausschreibung.

Fest steht dennoch, dass das von den Gesetzgebern eigentlich vorgegebene Ziel, mit der Sanierung bis Ende 2018 komplett fertig zu sein, nicht zu schaffen ist. Das spiegelt sich auch in der mittelfristigen Finanzplanung der Gemeinde wider. So plant die Kommune für 2018 die Aufnahme eines Abwasserkredites in Höhe von 500 000 Euro. In den folgenden beiden Jahren sollen es dann jeweils 250 000 Euro sein. Damit werden die drei Ortsteile 2020 über ein vollständig saniertes Kanalnetz verfügen.

Das sind die Pläne für den Kossaer Bereich

Für Kossa erhielt nicht die Gemeinde Laußig, sondern der Zweckverband Abwassergruppe Dübener Heide die Sanierungsanordnung. Hier gehen erst grobe Schätzungen von einem Investitionsbedarf von knapp vier Millionen Euro bis 2020 aus. Thomas Bauer, der technische Leiter des Verbandes: „Die Planung für die Schmutzwasser-Druckleitung von Kossa nach Authausen ist fertig. Noch im Oktober wollen wir mit allen betroffenen Grundstückseigentümern eine Nutzungs- beziehungsweise Gestattungsvereinbarung abschließen. Der Bau soll dann im Frühjahr 2018 erfolgen.

Abgeschlossen sind die Planungen zudem für das Pumpwerk in Kossa, das im Frühjahr 2018 gebaut werden soll. Noch nicht ganz so weit sind die Planungen für den eigentlichen Kanalbau und dem sich anschließenden Straßenbau in Landkreisregie. „Ziel ist aber“, so Thomas Bauer, „dass wir im Frühjahr in der Hauptstraße in Kossa beginnen.“ Im November gebe es eine große erste Runde mit Gemeinde, Versorgungsträgern und Verkehrsbehörde, wie der Verkehr während der Bauzeit geregelt werden kann. Weitere würden folgen, auch wenn das Verkehrsprojekt dann von einem Büro erstellt werden muss. Bürgermeister Schneider macht wie der Zweckverband jedenfalls schon mal klar, dass er auf einen schnellen Baufortschritt drängen werde. „Wir müssen die Belastungen für die Kossaer in Grenzen halten.“ Er selbst hat am 26. Oktober mit Vertretern des Landkreises vor Ort einen Termin in Sachen Fuß- und Radwegebau.

Aus Kostengründen, so Schneider weiter, käme für die Gemeinde nur ein einseitiger Fuß- und Radweg in Frage. Auf der anderen Seite werde es daher lediglich Grundstückszufahrten geben. Nach der Vergabe des Breitbandausbaus durch den Kreistag am 6. Dezember will er zudem sofort mit der entsprechenden Firma Kontakt aufnehmen. Denn auch das Breitband soll, wie übrigens auch die Wasserleitung, möglichst gleich mit rein. Was die Summe, die allein in Kossa bis 2020 investiert wird, weit über die Vier-Millionen-Euro-Grenze erhöht.

Von Ilka Fischer

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