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Laußig will an die Stromfresser ran

Laußig will an die Stromfresser ran

Laußig. Geld ausgeben, um Geld zu sparen - so einfach ist die Formel in der Gemeinde Laußig in puncto Straßenbeleuchtung. Denn die wurde jetzt auf Herz und Nieren geprüft.

Dabei kamen einige Schwachstellen zum Vorschein. Und eine Experten-Empfehlung, wie es auf den Dörfern weiterhin hell bleiben kann, ohne dass es dem Steuerzahler zu teuer kommt.

Während andere Kommunen im Landkreis Nordsachsen kurzen Prozess machen und ihre Straßenlaternen abschalten, weil die zu teuer sind, geht Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) einen anderen Weg. "Natürlich müssen auch wir gucken, wo wir Geld einsparen können", sagt das Gemeindeoberhaupt. Schließlich schlägt allein die Straßenbeleuchtung mit jährlich etwa 65.000 Euro im Haushalt zu Buche - kein kleiner Posten.

Also überlegte Schneider, was man tun kann - und fand eine Lösung und einen Partner, den Energiedienstleister enviaM. "Wir haben 751 Lichtpunkte, 753 Leuchten und 757 Leuchtmittel analysiert", sagt Jürgen Lojewski von enviaM. Dabei sei herausgekommen, dass die Gemeinde "gar nicht so schlecht aufgestellt ist". 161 Quecksilberlampen gebe es im Gemeindegebiet und 37 Leuchten, die Baujahr 1990 und früher aufweisen - die machten gerademal fünf Prozent aus. "Das sieht in anderen Kommunen schlimmer aus", so Lojewski. Dort liege der Anteil meist zwischen 30 und 40 Prozent. Laußig habe insgesamt ein "gutes Ergebnis" vorweisen können, dennoch gebe es einen Verbesserungsbedarf. So könnten die Quecksilberdampf- auf Natrondampfleuchten oder LTE-Technik umgerüstet werden. Das betrifft mit den alten DDR-Lampen etwa 120 Stück und macht Investitionskosten in Höhe von etwa 37.000 Euro netto aus. Zudem gilt es, weitere 61 Leuchten zu modernisieren. Kostenpunkt hier: 5500 Euro netto. Laußig könnte dadurch 29000 Kilowattstunden Stromverbrauch (44 Prozent) pro Jahr einsparen. Das wären Berechnungen zufolge rund 7000 Euro im Jahr - und es bliebe nachts hell auf den Dörfern. In rund sechs Jahren hätte sich diese Investition amortisiert - mögliche Fördermittel, die es gibt, noch nicht mal eingerechnet.

Das umfängliche Zahlenwerk steht nunmehr im Energiebericht "Straßenbeleuchtung" für die Gemeinde Laußig drin. Allein dessen Erstellung kostete etwa 16.500 Euro netto, wobei das Konzept zu 85 Prozent gefördert wird, den Eigenanteil trägt die Kommune, knapp 3000 Euro brutto sind das. "Die Investitionen wären gut angelegtes Geld", so der Energie-Experte und findet ein offenes Ohr beim Gemeindeoberhaupt. "Wir müssen uns der Sache stellen. Fakt ist, dass die Energiekosten steigen werden. Und wir wollen nicht eines Tages die Lampen auf den Dörfern abschalten."

Der Energiebericht dient der Kommune jetzt als Handlungsleitfaden. Die Gemeinde muss allerdings noch entscheiden, ob sie Geld in die Hand nimmt, um die Stromfresser zu beseitigen. Oftmals gibt es für solche Modernisierungsmaßnahmen Fördermittel. Und auch diesbezüglich hat Laußig gute Karten, denn ein Konzept ist oftmals die Voraussetzung, um an Geld zu kommen. Und das hat Laußig ja jetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.04.2013

Nico Fliegner

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