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Laußiger Kieswerk soll um weitere 96 Hektar Abbau-Fläche erweitert werden

Pläne Laußiger Kieswerk soll um weitere 96 Hektar Abbau-Fläche erweitert werden

Der Kiesabbau in Laußig ist in der Gemeinde seit Monaten Gesprächsstoff. Die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH will ihr Werk auch noch in den nächsten Jahrzehnten betreiben. Ob sie das in Wohnortnähe darf, darüber entscheidet das Sächsische Oberbergamt.

Thomas Jung, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH (links), und Christoph Arnold, Betriebsleiter des Kieswerkes Laußig, auf einem Steigband in Laußig.

Quelle: Wolfgang Sens

Laußig. Die Schaufel des riesigen Schwimmbaggers verschwindet im See. Wenig später taucht die Acht-Kubikmeter-Schaufel wieder auf. „Da sind jetzt 14 bis 15 Tonnen drin“, weiß Christoph Arnold, Betriebsleiter des Kieswerkes Laußig. Obwohl es eins von acht aktiven Kieswerken der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH ist, steht es derzeit besonders im Blickpunkt des Unternehmens mit Sitz im sachsen-anhaltischen Sennewitz. Denn es könnte länger bestehen als ursprünglich gedacht.

Eigentlich stand das Ende schon fest

„Als wir das Laußiger Werk 2006 übernahmen, stand eigentlich schon fest, dass dieses nach dem Ausbaggern des nördlichen Baufeldes ausläuft“, berichtet Geschäftsführer Thomas Jung. Doch durch das Einstellen der Trinkwassergewinnung sei dann eine Erweiterung in den Bereich des Möglichen gerückt. Im Dezember 2013 stellte das Unternehmen beim Sächsischen Oberbergamt den Antrag auf „Weiterführung des Kiessandtagebaus Laußig“. Konkret würde damit der derzeitige See mit seiner Fläche von 108 Hektar im Verlaufe der nächsten drei Jahrzehnte um 96 Hektar im Süden und Osten wachsen. Altes und neues Abbaugebiet werden dabei durch einen vom Norden her begehbaren Damm getrennt. Dieser ist übrigens schon jetzt gut erkennbar. Denn obwohl über die Weiterführung noch nicht entschieden ist und vom Sächsischen Bergamt auch kein Termin genannt werden kann, wird seit Juni 2014 am hinteren See in Richtung Osten ausgebaggert. Ein vorzeitig genehmigter Beginn für eine Teilfläche macht dies möglich, wogegen auch eine Laußiger Bürgerinitiative nichts hat. „Wir haben wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass die Laußiger den Abbau nicht überall, sondern nur im wohnortnahen Süden verhindern wollen“, so Thomas Jung, der durchaus Verständnis für die Bürger hat, aber dennoch nicht verhehlt, dass für sein Unternehmen jeder Hektar zählt.

Bagger ist schon im neuen Abbaugebiet

Vier der vorzeitig genehmigten zehn Hektar haben die Kieswerker inzwischen in einen See verwandelt. „Schätzungsweise Ende 2017 erreichen wir die Grenze“, weiß der 29-jährige Betriebsleiter. Christoph Arnold setzt daher auch im Sinne seiner achtköpfigen Laußiger Mannschaft darauf, dass das Bergamt spätestens 2017 die beantragte Genehmigung erteilt. „Laußig“, so verdeutlicht sein Chef Thomas Jung, „ist sehr wichtig für uns.“ Denn gerade im Raum Leipzig sei auf lange Sicht der Bedarf an Sand und Kies gegeben. Und eine bestehende Lagerstätte zu erweitern, wäre immer günstiger als eine neue aufzuschließen. Das gelte auch, obwohl klar ist, dass bei einer Weiterführung in Laußig kräftig investiert werden muss. „Doch bevor wir hier bis zu eine Million Euro reinstecken“, so Thomas Jung, „brauchen wir Planungssicherheit.“

Laußiger Kieswerk ist wichtig für das Gesamtunternehmen

Bis zu 400 Tonnen, so berichtet Christoph Arnold, werden derzeit pro Stunde aus bis zu 15 Metern Tiefe in Laußig rausgeholt. Nachdem der Schwimmbagger Lehm und große Steine gleich wieder „ausgespuckt“ hat und nach dem Verspülen von Sand, der den Damm zum alten Abbaugebiet aufwertet, bleibt etwa die Hälfte der ausgebaggerten Tonnage übrig. Das Sand-Kies-Gemisch wird noch im Werk zu Sand und drei Kiesfraktionen aufgearbeitet. Bis zu 400 000 Tonnen pro Jahr verkaufen die Laußiger, die im Zwei-Schicht-Betrieb produzieren. Ein großer Abnehmer, der direkt per Transportband beliefert wird, steht dabei übriges mit dem Betonwerk gleich nebenan. Ansonsten geht die Ware etwa zu 75 Prozent per Lkw und zu 25 Prozent per Bahn zum Kunden. Die Bahnverladung, über die nur zwei der Kieswerke im Unternehmen verfügen, könnte perspektivisch noch an Bedeutung gewinnen. „Denn deutschlandweit“, so hat Thomas Jung beobachtet, „steigt der Sandbedarf.“ Und gerade Sand sei in den Kiessandgemischen, die an Mulde/Elbe/Saale aus dem Boden geholt werden, mit 70 Prozent überproportional vorhanden. Ein Teil des Laußiger Sandes, der dank seines hohen Quarzanteiles sehr hell ist, könnte auch für einen hiesigen Badestrand verwendet werden. Thomas Jung: „Unser Ziel ist es, dass das alte Abbaugebiet in den nächsten drei bis fünf Jahren aus der Bergaufsicht entlassen wird.“ Ob das Gelände dann Gemeinde, Anrainer oder der Naturschutzbund kauft, sei für ihn offen. Er signalisierte aber, dass es zumindest nicht an der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH liegen werde, wenn da zuvor bestimmte Gestaltungswünsche umgesetzt werden sollen.

Von Ilka Fischer

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