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Bad Düben Laußiger Schwarzbauten: Abriss droht
Region Bad Düben Laußiger Schwarzbauten: Abriss droht
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09:12 27.02.2019
An der Mühle in Laußig stehen zahlreiche Wochenendhäuser. Wegen des Europäischen Vogelschutzgebietes und des Landschaftsschutzgebietes dürfen hier keine Einfamilienhäuser gebaut werden. Doch nicht alle halten sich an das Gesetz. Quelle: Steffen Brost
Laußig

Die Lage ist idyllisch. Reih an Reih stehen die Wochenendhäuser entlang des Ziegelgrabens „An der Mühle“ in Laußig. Die Bebauung liegt im Außenbereich der Gemeinde Laußig und ist schon zu DDR-Zeiten als Erholungsgebiet errichtet worden. Damals wurden Baugenehmigungen für Bungalows nur zur Wochenendnutzung und für Gartenlauben erteilt.

Schwarzbauten sind nach der Flut entstanden

Doch die Idylle täuscht. Bereits seit 2016 gibt es Ärger wegen mutmaßlichen Schwarzbauten in diesem Gebiet. In den Jahren 2002 und 2013 waren die Grundstücke zum Teil erheblich vom Muldehochwasser betroffen gewesen. Nach diesen Flutkatastrophen wurde im Gebiet nicht nur baulich vieles verändert, sondern sind einige Wochenendhäuser auch ohne Genehmigung zum dauerhaften Wohnen umgenutzt worden.

Behörde ist im Jahre 2016 aufmerksam geworden

Rausgekommen war die ganze Sache, wie berichtet, als ein Grundstückseigentümer eine Genehmigung für ein Gebäude in dieser Siedlung benötigte, um einen Kredit bei der Bank zu bekommen. Bei einem Vor-Ort-Termin der Behörde wurden die Verantwortlichen dann auf andere Gebäude, die mutmaßlich ohne Baugenehmigung entstanden sind, aufmerksam. Die Bauaufsichtsbehörde kündigte daraufhin an, jeden Einzelfall zu prüfen. Eine Dauerwohnnutzung werde nicht möglich sein, hatte das Landratsamt bereits 2016 erklärt.

Die Wochenendhäuser An der Mühle in Laußig stehen im Europäischen Vogelschutzgebiet und im Landschaftsschutzgebiet. Größere Wohnhäuser dürfen hier nicht gebaut werden. Quelle: Steffen Brost

Der Stand ist nach wie vor so, dass einigen Bewohnern wegen der illegalen Bebauung Ärger ins Haus steht. Jetzt droht mindestens einem Eigentümer der Rückbau oder Teilabriss seines bereits fertigen und in Nutzung befindlichen Wohnhauses. Im diesem Fall geht es um ein zweigeschossiges Gebäude. Der Besitzer hatte den vorhandenen Bungalow abgerissen und deutlich größer als Wohnhaus wieder errichtet. Alles mutmaßlich ohne Genehmigung der Baubehörde.

Verfahren ist bei der Landesdirektion Sachsen anhängig

„Beim Vorverfahren hatte sich herausgestellt, dass hier lediglich der Bestand an Wochenendhäusern bauplanungsrechtlich gesichert werden konnte. Deswegen ist die Bezeichnung Wohngebiet völlig falsch“, erklärt Bauordnungsamtsleiter Holger Trauzettel vom Landratsamt Nordsachsen. Die Lage im Europäischen Vogelschutzgebiet und im Landschaftsschutzgebiet sowie die unverhältnismäßigen Kosten für eine gesicherte Erschließung seien die entscheidenden entgegenstehenden öffentlichen Belange, erläutert er. „Das Widerspruchsverfahren ist derzeit bei der Landesdirektion Sachsen anhängig. Das Landratsamt ist nicht mehr Träger des Verfahrens“, erklärt Trauzettel.

Bürgermeister schließt dauerhafte Wohnnutzung aus

Auch Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) sieht die Angelegenheit problematisch. „Eine dauerhafte Wohnnutzung wird hier nicht möglich sein“, steht für ihn fest. Aktuell würden sich einige Veränderungen im Baugesetzbuch abzeichnen. Man beobachte das ganz genau und schaue, was dann machbar ist und was nicht. „Allerdings sehe ich ein Aufstellungsbeschluss zum dauerhaften Wohnen hier als aussichtslos.“ Aktuell laufe das Verfahren. Ich bin gespannt was da irgendwann rauskommt“, so Schneider.

Von Steffen Brost

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