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Bad Düben Laußiger baut ehemalige Kita zum Firmensitz und Wohnhaus um
Region Bad Düben Laußiger baut ehemalige Kita zum Firmensitz und Wohnhaus um
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00:17 01.01.2017
David Himmer (links) im Gespräch mit dem Architekten Norbert Urlaub vor dem Gebäude. Quelle: Foto: Ilka fischer
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Laußig

Beim Betreten der ehemaligen Kindertagesstätte in Laußig, die derzeit eine Baustelle ist, stolpert man erst einmal über Kartons mit Kaffee und Glühweinpappen. „Das muss so sein. Ich bekomme bei meinem Bauvorhaben so viel Unterstützung von Familie, Freunden und Kumpels von der Feuerwehr. Wenn sie mir helfen, da muss dann ja wenigstens die Versorgung stimmen“, sagt Bauherr David Himmer.

In dem 700 Quadratmeter großen Objekt in der Dübener Straße, das eigentlich aus zwei mit einem Glasgang verbundenen Häusern besteht und an denen der jahrelange Leerstand nicht spurlos vorüberging, kann der 28-Jährige jede Hilfe gut gebrauchen. Dank dieser sind die beiden Dächer inzwischen komplett dicht, hat der Innenausbau begonnen. In dem verglasten Verbindungsgang, der künftig einmal das Büro der Eventmanagementfirma von David Himmer wird, steht derzeit eine Porenbetonsäge. Denn für die beiden barrierefreien Wohnungen im Erdgeschoss muss er noch die eine oder andere Wand hochziehen. Doch bevor dort die beiden Mietparteien einziehen, bei denen es sich um Oma und Mutter des Eigentümers handelt, will er im Frühjahr zunächst seine Firma von Pristäblich nach Laußig ins neue Domizil holen. Dafür sei das Dach im vorderen Haus extra noch mal etwas höher gesetzt worden, erklärt der gelernte Kfz-Mechatroniker, der sich inzwischen aber auch zum Ton- und Lichttechniker und zum Zeltrichtmeister qualifizierte. Damit gibt es nicht nur genug Platz für Festzelte, Stühle, Rundtische, Veranstaltungstechnik und was sonst zur Ausrichtung von Dorf- und Feuerwehrfesten oder Hochzeiten benötigt wird. „Damit kann ich beispielsweise auch eine Hüpfburg im Inneren aufblasen und gut trocknen“, erklärt David Himmer.

Leader-Förderung

Die Vorstellung von einer Hüpfburg in diesem Gebäude hat was. Denn David Himmer, der im Alter von fünf Jahren von Eilenburg nach Laußig zog, hat gute Erinnerungen an seine Kindergartenzeit in diesem Gebäude. Diese gaben zwar nicht den Ausschlag dafür, haben aber sicher auch nicht geschadet, dass sich der Laußiger dem Objekt annahm und auch wirtschaftlich einiges riskiert. „Ich ziehe den Hut vor dem, was er sich hier vorgenommen hat“, zollt beispielsweise auch Architekt Norbert Urlaub Respekt.

„Ohne Leader-Förderung“, ergänzt David Himmer, „wäre das Projekt nicht zu stemmen gewesen.“ Auch so sei es nicht einfach gewesen, eine Bank zu finden, die trotz der 30-prozentigen Förderung das 260 000 Euro-Projekt finanziert. Doch diese Hürde ist inzwischen genommen und dass er bei den vielen zu erbringenden Eigenleistungen auch bauliche Hürden zu nehmen weiß, hat David Himmer inzwischen schon das eine oder andere Mal beweisen müssen. „Das Managen und Organisieren liegt mir ohnehin“, erklärt er. Jetzt im Winter, wo in seiner 2009 gegründeten Firma nicht ganz so viel zu tun ist, eben vor allem auf der Baustelle. Denn 2017 will er auf jeden Fall noch so weit vorankommen, dass er seine eigene Wohnung im Obergeschoss beziehen kann, die die ehemalige Kindertagesstätte dann zum richtigen Mehrgenerationenhaus macht.

Ab 2017 werden kleine Spielplätze gefördert

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) unter dem Vorsitz des Doberschützer Bürgermeisters Roland Märtz (CDU) koordiniert die EU-Förderphase Leader in der Dübener Heide. Sie hat jetzt Jahresbilanz gezogen. Demnach wurden 45 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1 970 511 Euro zur Förderung aus dem Budget ausgewählt. Mit 14 Projekten und beantragten Zuwendungen in Höhe von insgesamt 741 165,80 Euro stellt die Um- und Wiedernutzung von ländlichen Gebäuden zum Zwecke des Wohnens den am stärksten nachgefragten Fördergegenstand dar. Auch die Gemeinden haben kräftig Projekte eingereicht: 15 Vorhaben mit einem Volumen von 892 947 Euro wurden angemeldet und von der LAG ausgewählt, darunter der Straßenbau in Mölbitz und Bad Düben. „Die Fähigkeiten, mit denen sich Bürger, Unternehmen und Institutionen für das Leben in unserer Heide einsetzen und eigenverantwortlich Zukunftsentscheidungen treffen, sind bemerkenswert“, sagt Thomas Klepel, Leiter des Naturparks Dübener Heide. Neuerungen gibt es 2017 für kommunale Antragsteller und Vereine: Für sie wird es einfacher, kleine innerörtliche Spielplätze und Treffpunkte zu schaffen. „Die Ideen scheiterten in der Vergangenheit oft am Kriterium einer Mindestfördersumme von 15 000 Euro. Diese wird nun auf 7500 Euro abgesenkt, sodass auch Vorhaben mit geringerem Kostenvolumen berücksichtigt werden können“, sagt Regionalmanagerin Monika Weber. Des Weiteren steht in Zukunft mehr Geld für nicht-investive Maßnahmen bereit, zum Beispiel für die Erstellung von Gewässerpflegekonzepten.

Diese Kommunen gehören zur Förderregion

Zur Leader-Förderregion im sächsischen Teil der Dübener Heide gehören die Städte Bad Düben, Eilenburg, Dommitzsch und Torgau (Zinna, Welsau) sowie die Gemeinden Elsnig, Doberschütz, Dreiheide, Laußig und Mockrehna. Projekte, die mit Fördermitteln der EU realisiert werden sollen, müssen zur Entwicklungsstrategie der Dübener Heide passen. Antragsteller können Unternehmen, Privatpersonen, Vereine/Verbände und Kommunen sein.

Weitere Infos zu Fördermöglichkeiten: www.leader-duebener-heide.de

Von Ilka Fischer

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