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Bad Düben Laußigs Bürgermeister lädt weißrussische Kinder zum Grillabend ein
Region Bad Düben Laußigs Bürgermeister lädt weißrussische Kinder zum Grillabend ein
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00:19 30.07.2017
Grillabend bei Lothar Schneider in Authausen für die Mädchen aus dem weißrussischen Saschirje. Quelle: Steffen Brost
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Authausen

Die Stimmung ist ausgelassen. Alle haben sich ein Fahrrad geschnappt und drehen eine Runde durch Authausen. In der Zwischenzeit steht Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) am Grill und bereitet das Abendbrot zu. Es gibt Würstchen, Steaks und Hähnchenkeulen. Denn derzeit sind 20 Mädchen und Jungen des weißrussischen Tanzensembles Sonejka bei Gasteltern untergebracht.

Erholung für 400 Kinder

Rainer Winkler und der Verein „Elterninitiative für Saschirje/Belarus“ organisieren in diesem Jahr zum 21. Mal einen Erholungsurlaub für Kinder und Jugendliche aus Saschirje, einem Ort, der von der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 in Tschernobyl betroffen war. „Unser Ziel ist es, den Kindern etwas Erholung in einer gesunden Umgebung zu ermöglichen. Inzwischen haben schon über 400 Kinder und Jugendliche erholsame Tage in der Dübener Heide erlebt. Die 14-jährige Ilona Kyangieva ist bereits das fünfte Mal dabei. „Ich komme immer gerne wieder. Deutschland ist so schön. Und mittlerweile kenne ich schon viele hier“, so der Teenager. Winkler bekommt große Unterstützung, vor allem von der Gemeinde Laußig und der Stiftung Westlich-Östliche-Begegnung. Auch zahlreiche kleine und große Unternehmen helfen, da der Aufenthalt jedes Mal einen fünfstelligen Betrag kostet. „Viele bringen auch Sachspenden vorbei, liefern frische Brötchen und andere Lebensmittel, die wir in den zwei Wochen verbrauchen. Ohne diese Unterstützung wäre das alles nicht möglich“, bedankt sich Winkler.

Gasteltern nehmen Kinder auf

Während an den Wochenenden alle bei Gasteltern schlafen, sind sie über die Woche in der ehemaligen Laußiger Grundschule untergebracht. Von hier aus geht es zu Ausflügen nach Leipzig, Dresden oder Riesa. Aber auch zum Baden ins Riff oder die Sachsen-Therme. Während der knapp drei Wochen absolviert das Ensemble acht Auftritte. „Wir tanzen und singen unter anderem in der Leipziger Universitätsklinik, in der Kirche Söllichau, im Bad Dübener Waldkrankenhaus, beim Musikfest in der Dübener Heide sowie beim Holzskulpturenwettbewerb in Tornau“, zählt Winkler auf.

Für die 8- bis 15-Jährigen ist diese alljährliche Tour nach Deutschland immer etwas Besonderes. Denn nicht alle aus dem Ensemble in Saschirje dürfen diese Reise antreten. „Wir sind insgesamt 45 Mitglieder zu Hause. Nur etwa die Hälfte darf immer mitfahren. Entscheidend ist, dass wir uns in der Schule nicht verschlechtern“, erzählte Ilona Kyangieva.

Aufenthalt dient der Erholung

Zurück von der Radtour durch Authausen lassen sich die Mädchen jetzt die Grillsachen schmecken. „Schmeckt’s Oder wollt ihre lieber Pelmeni?“, fragt Schneider. Eine Antwort bleiben die hungrigen Teenager schuldig. Ihnen schmeckt sichtlich der selbtsgemachte Nudelsalat.

Für Rainer Winkler hat der Aufenthalt aber nicht nur einen touristischen Anstrich. Ihm geht es vor allem um die Erholung. Denn die Folgen des Reaktorunfalles sind immer noch spürbar. „Saschirje ist nur 90 Kilometer vom Reaktor entfernt. Die Folgen des Unfalles sind vermehrt Hasenscharten bei Neugeborenen, blasse Gesichtsfarbe sowie eine geringe Belastbarkeit der Kinder“, erzählt Winkler. Strahleninstitute haben bestätigt, dass drei Wochen Urlaub in Deutschland, verbunden mit gesunder Ernährung, das Strahlenpotenzial um 15 Prozent senkt.

Von Steffen Brost

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