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Bad Düben Laußigs Gärtner auf Zeit haben gut zu tun
Region Bad Düben Laußigs Gärtner auf Zeit haben gut zu tun
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14:34 24.07.2018
Tina Wolf (li.) und Sandra Langer gehören zu den Langzeitarbeitslosen, die in Pristäblich die Tafelgärten betreuen. Quelle: Bärbel Schumann
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Pristäblich

Klärchen hat ihnen zu Urlaubsbräune verholfen. Doch den neun Frauen und Männern in den Tafelgärten in der Pristäblicher Kleingartenanlage steht nicht der Sinn nach Urlaub. Seit Mitte Mai und noch bis Anfang November haben sie eine Beschäftigung im Rahmen eines Ein-Euro-Jobs gefunden. Sie sind Gärtner auf Zeit, um rund 5000 Quadratmeter Gartenland zu bewirtschaften. Sie bauen Obst und Gemüse für die Delitzscher Tafel an. „Seit 2012 haben wir Tafelgärten in Pristäblich“, erklärt Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos). Der Verein der dortigen Kleingartenanlage hatte leere Parzellen. Die wurden immer mehr und der Verein löste sich sogar auf. Da musste die Kommune handeln, denn das Land ist ihr Eigentum.

Zu wenige Tafelgärtner

Zwei Maßnahmen gab es bisher pro Jahr. 2017 fanden so 20 Frauen eine kurzfristige Beschäftigung und konnten sich im Rahmen eines Ein-Euro-Jobs zu ihren Leistungen vom Amt etwas dazuverdienen. „In diesem Jahr haben wir nur eine Maßnahme mit neun Stellen genehmigt bekommen. Betreut werden die Beschäftigten über unsere Heide Service Genossenschaft“, sagt Schneider.

Frau aus Bad Düben froh

Das sind eigentlich zu wenige, um das gesamte Brachland zu bewirtschaften. Zudem tat sich noch ein anderes Problem auf. Wussten in den Vorjahren die Antragsteller bereits im Januar ab wann und wie viele Plätze sie genehmigt bekommen, so traf in diesem Jahr der Bewilligungsbescheid erst Anfang Mai ein. Auch wenn dieser Termin für die Anzucht mancher Pflanzen wie Tomaten zu spät war, gaben alle das Beste. Auch, um das Land wieder nutzbar zu machen. „Da mussten wir ganz schön ran, aber gemeinsam haben wir das geschafft“, sagt Sandra Langer. Die Bad Dübenerin ist froh, wenigstens für eine kurze Zeit nicht daheim zu sein.

Gute Ernte

Das Anbauergebnis kann sich trotz der Sommerhitze sehen lassen. Alles, was man sich nur an gesundem Gemüse für hiesige Anbauverhältnisse denken kann, wächst in den Tafelgärten heran. Manches Beet wird bewässert. Einige Grasstreifen als Wege liegen zwischen einigen Beeten. Hier steht das Gras hoch, müsste mit einem Rasenmäher gekürzt werden. Doch der Einsatz elektrischer Gartengeräte ist in den Tafelgärten tabu. Die Bewilligungsbehörde hat das aus Sicherheitsgründen untersagt.

Gemüse wird in Laußig ausgegeben

Montags wird alles, was reif ist oder die gewünschte Größe besitzt, auf den Parzellen geerntet und an die Laußiger Ausgabestelle der Delitzscher Tafel geliefert. Damit das möglichst noch lange umfangreich möglich ist, stehen auf einigen Beeten junge Salatpflanzen. Andere Flächen werden nach dem Abernten für Nachfolgekulturen vorbereitet.

Bürgermeister Schneider ist froh, dass neun Frauen und Männer eine Beschäftigung in den Tafelgärten fanden. Frauen und Männer, von denen mancher zu den Kunden der Laußiger Tafel-Ausgabestelle zählt. So schließe sich der Kreis in der Kommune.

Von Bärbel Schumann

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