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Bad Düben Laußigs Tafelgärten erneut im Visier von Dieben – Einsatz vom Kameras geplant
Region Bad Düben Laußigs Tafelgärten erneut im Visier von Dieben – Einsatz vom Kameras geplant
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00:20 14.08.2017
Tina Wolf, Igor Fehler und Sabine Lippke (von links) beim Ausgeizen der Tomaten. Quelle: Ilka Fischer
Laußig

Montag ist Erntetag. Was bis dahin jeweils in den Tafelgärten von Pristäblich und Laußig herangereift ist, wird ab 7 Uhr geerntet, ab 10.30 Uhr bei der Tafel angeliefert. Ab 14 Uhr gehen die Gurken und Schoten, die Bohnen und Radieschen dann bereits über die Tafeltheke, die ihren Sitz in der ehemaligen Laußiger Grundschule hat. Obwohl inzwischen alle Erdbeeren, Kirschen und Johannisbeeren gepflückt sind, kann sich das Sortiment auch derzeit sehen lassen.

Wöchentlich bis zu 20 Stiegen Vitamine

In den wöchentlich 12 bis 20 Stiegen stapeln sich schließlich Zucchini, Kohlrabi, Salat, Zwiebeln, Kohl, Möhren, Kräuter. „Demnächst werden auch die Tomaten reif“, blickt Susanne Schönichen voraus. Sie managt für die Heide-Service-Genossenschaft die seit 2012 existierenden Laußiger Tafelgärten. Dass nicht alle zugewiesenen Langzeitarbeitslosen das Tafelgärtnern lieben, ist ein offenes Geheimnis. Doch es gibt auch die anderen Tafelgärtner, die sich nicht nur über die 1,50 Euro pro Stunde freuen, die zusätzlich zum Hartz-IV-Geld ausgereicht werden. „Ich bin froh, rauszukommen“, erzählt beispielsweise der gelernte 62-jährige Maurer Dietmar Keller aus Laußig, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. „Hier bin ich unter Leuten und man tut was“, sagt der Laußiger, der selbst einen Garten in Eilenburg hat und zum dritten Mal Tafelgärtner ist.

Vier, die Lust aufs Tafelgärtnern haben

Mit Sabine Lippke, die sich selbst als Tafelgärtner-Urgestein bezeichnet und die seit 2012 mit nur einer Unterbrechung dabei ist, kann er da nicht ganz mithalten. Auch die 55-Jährige gelernte Laußiger Facharbeiterin für Textiltechnik und Verkäuferin betont, dass „es einfach Spaß macht, was zu machen“.

Wesentlich jünger sind die 30-jährige Beiköchin Tina Wolf und die 34-jährige Fachverkäuferin für Bäckereiwaren, Sabrina Lange. Beide sind alleinerziehende Mütter von dreijährigen Kindern. Sabrina Lange aus Laußig gibt gern zu, dass sie vom Gärtnern vorher gar keine Ahnung hatte. „Hier habe ich schon allerhand gelernt.“ Die ohnehin anstehende Entscheidung, mal selbst einen Garten zu nehmen, fällt der zweifachen Mutter aus Laußig nun leichter. Für Tina Wolf ist es ebenfalls das erste Mal, dass sie für sechs Monate täglich fünf Stunden harkt, gräbt und gießt. Die Pristäblicherin, die in dem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Garten der Eltern schon Erfahrung sammelte, findet „vor allem das tolle Team“ richtig gut.

Diebstahl von Salaten und Gurken

Sie sind 4 der 20 Tafelgärtner, die montags bis freitags von 7 bis 12 Uhr rund 5500 Quadratmeter in verwaisten Gärten beackern. „Wir hoffen auch wegen dieser Tafelgärtner“, so Susanne Schönichen, „dass das Jobcenter in den Folgejahren dieses Projekt weiter unterstützt.“ Zumal dann auch die vor drei, vier Jahren gepflanzten Bäume so langsam richtig Äpfel, Birnen und Kirschen tragen.

Dass schon in diesem Jahr viele Pflanzen herangewachsen sind, blieb allerdings auch Langfingern nicht verborgen. Erst wurden Tomatenstäbe gestohlen, inzwischen verschwinden aber auch Salate, Kohlrabis, Möhren und Gurken. „Das ärgert uns alle sehr“, so Susanne Schönichen. „Wir überlegen daher sogar, Wildkameras zu installieren, um die Diebe dingfest machen zu können.“

Von Ilka Fischer

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