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Bad Düben Laußigs Tafelgärtner starten in die neue Saison
Region Bad Düben Laußigs Tafelgärtner starten in die neue Saison
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08:00 10.04.2017
Die Tafelgärtnerinnen Sabine Lippke (links) und Ramona Kohn bringen die Pristäblicher Anlage nach dem Winterschaf wieder in Schwung und bereiten die Beete für das Ausbringen des Saatgutes vor. Quelle: Steffen Brost
Laußig

Sabine Lippke und Ramona Kohn haben in diesen Tagen viel zu tun. Denn die beiden Frauen gehören zur den Tafelgärtnerinnen in Pristäblich. Seit einigen Tagen herrscht wieder reger Betrieb in der Gartenanlage des Laußiger Ortsteiles. Denn die Anlage gehört zu jenen Gärten, die zwischen Frühling und Herbst jede Menge Obst und Gemüse für die Ausgabestelle der Delitzscher Tafel in Laußig produziert.

Fläche wird immer größer

„Seit Jahren wird die Gartenanlage in Pristäblich nicht mehr komplett genutzt. Mehrere Laubenpieper hatten in der Vergangenheit ihre Flächen abgegeben. Nachfolger gab es nicht. Seitdem standen die Gartenparzellen leer. Wir haben damals mit 1000 Quadratmetern angefangen. Jetzt sind wir bei 5500 Quadratmeter und kommen an unsere personellen Grenzen“, erzählt Carsten Liedtke vom Heideservice. „Obwohl in der Zukunft noch Flächen dazukommen sollen, ist noch nicht klar, wie wir das schaffen sollen. Denn derzeit haben wir insgesamt 20 Mitarbeiter vom Jobcenter. Zehn laufen über die Gemeinde und weitere zehn über unseren Heideservice. Bei den Personen handelt es sich um Langzeitarbeitslose.“

Der Startschuss für die diesjährige Maßnahme erfolgte bereits Mitte März. Doch bis heute sind noch nicht alle Stellen besetzt. „Es ist nicht einfach, dafür entsprechendes Personal zu bekommen. Die uns zugewiesenen Frauen und Männer gehören nicht alle zu denjenigen, die das wollen. Und andere, die gerne diese Arbeit machen würden, dürfen nicht. Manche kommen ein paar Tage und lassen sich dann nicht mehr sehen“, weiß Liedtke aus Erfahrung.

Zwei Schichten im Sommer

Seit fast drei Wochen werden die Tafelgärten jetzt für die erste Bestellung vorbereitet. Angebaut wird alles, was es an Gemüse gibt. Von Kartoffeln über Möhren, Salat, Gurken, Tomaten bis hin zu Kohl, Radieschen und Mangold. Das Projekt für die Langzeitarbeitslosen dauert insgesamt sechs Monate. Von Montag bis Freitag wird dann täglich fünf Stunden in den Gartenanlagen gearbeitet. „In der heißen Phase im Sommer arbeiten wir dann teilweise sogar zweischichtig, damit das Obst und Gemüse schnell und frisch in die Tafelausgabestelle kommt“, so Liedtke weiter.

Die Laußiger Tafel öffnet jeden Montag, um für einen symbolischen Betrag Lebensmittel an Geringverdiener und Mittellose abzugeben. Die Ausgabestelle ist immer gut frequentiert. Es gibt Tage, da kommen bis zu 80 Menschen. „Das Angebot deckt meist nicht alles ab. Deswegen wollen wir auf den neu dazugekommene Flächen noch mehr anbauen, um dem Bedarf noch gerechter zu werden“, so Liedtke.

„Bei schönen Wetter macht das alles viel Spaß. Man ist an der frischen Luft und tut etwas. Zur Zeit legen wir neue Pflanzbereiche an, graben um und beginnen in den nächsten Tagen mit der Einsaat von Radieschen, Möhren, Salatpflanzen und Kartoffeln“, erzählte Ramona Kohn.

2012 startete das Projekt Tafelgärten in der Gemeinde. Die Tafel ist eine der größten Bewegungen. Deutschlandweit werden täglich viele Tonnen Lebensmittel vernichtet. Gleichzeitig gibt es auch viele Menschen, die nicht ausreichend Lebensmittel haben. Die Tafeln sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen, und verteilen die an sozial Benachteiligte kostenlos oder zu einem symbolischen Betrag.

Von Steffen Brost

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