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Laußigs heimlicher Schmuckkasten

Laußigs heimlicher Schmuckkasten

Laußig. Friedhöfe sind meistens schlicht angelegt und gestaltet. Außer Gräbern gibt es nicht viel mehr ringsherum, die Pflege ist aufwendig, das Notdürftige wird vielerorts gemacht - oftmals aus Kostengründen.

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Artur Cachey engagiert sich seit vielen Jahren für die Kirche und den Friedhof in Laußig. Fotos: Nico Fliegner

Quelle: Nico Fliegner

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Wer wiederum über den Friedhof in Laußig spaziert, bekommt ein ganz anderes Bild zu sehen. Der ist in den vergangenen Jahren zu einem wahren Schmuckkästchen geworden: eine neue Mauer, ein neues Eingangstor, eingefasste Wege, teils gepflastert, Sitzmöglichkeiten, gar ein kleiner Springbrunnen plätschert ab und an.

Das alles geht auf das Konto von Artur Cachey. Der 66-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren für die Kirche und den Friedhof im Dorf, ist Mitglied des Gemeindekirchenrates und hat mit seinen Mitstreitern und vor allem vielen Sponsoren so manche "Schönheitskur" auf den Weg gebracht. "Wir sind fast fertig", erzählt er dieser Tage beim Rundgang. "Unser Friedhof war lange Zeit in keinem guten Zustand. Er sah ungepflegt aus. Das wollten wir ändern."

Gesagt, getan. 2008 startete das ehrgeizige Projekt. Ideen wurden geschmiedet, Unternehmen, die einen Beitrag dazu leisten könnten, gesucht und gefunden. Zunächst machten sich die engagierten Laußiger an den Wildwuchs, dann gestalteten sie nach und nach Abschnitt für Abschnitt neu. Ein Unterstand für die Wasserpumpe wurde gebaut, Leitungen sind neu verlegt worden. Am Eingang zur Kirche wurden die Fläche gepflastert, Sitzbänke aufgestellt und ein Abschnitt für einen Garten geschaffen, in dem Stelen an die Toten erinnern. Memoriam Garten nennt Artur Cachey diesen. Was jetzt noch fehlt, sind ein Tulpen- und Trompetenbaum sowie zwei Holzfiguren - die Maria und der Engel. Dafür konnte der engagierte Rentner den Dübener Holzskulpturenkünstler Raik Zenger gewinnen, das Holz dafür stellte das Laußiger Unternehmen Moll zur Verfügung. Zudem soll eine Art Schaukel ihren Platz finden - eher ein Kunstgebilde als Blickfang vor dem Gotteshaus.

Artur Cachey ist von seinen Eltern kirchlich erzogen worden. Er wolle die Kirche nicht im Stich lassen, sagt er. Deshalb kümmere er sich um das Gotteshaus, um den Friedhof und dessen Gestaltung. Auch wenn er und andere immer wieder selbst kräftig mit anpacken - ohne Geld geht nichts. "Das alles kostet etwa 20 000 Euro", erzählt er. Über Sponsoren, Spenden und dem Friedhofsgeld kamen die Euro zusammen. Auch die Gemeindeverwaltung habe das Projekt unterstützt, so der passionierte Fan des runden Leders, der 20 Jahre in einem Delitzscher Verein mitwirkte.

Die 4000 Quadratmeter große Friedhofsfläche mit den über 200 Gräbern ist dabei die eine Sache. Auch die Kirche wurde im Innenbereich in den vergangenen Jahren aufgehübscht, erstrahlt längst in neuem Glanz. Dazu hat die Kirchgemeinde bereits vor langer Zeit zwei Wandbilder vom bereits verstorbenen Malers Horst Weber überlassen bekommen. Es handelt sich dabei unter anderem um eine Kopie des weltberühmten Gemäldes "Die unbefleckte Empfängnis" von Giovanni Battista Tiepolo.

Jetzt will die Kirchgemeinde zu einem Fest an das Laußiger Gotteshaus einladen. Es soll eine Dankeschönveranstaltung an die Helfer und Sponsoren werden. Dazu soll auch der Chor auftreten und die Feier umrahmen. Gefeiert wird am 18. Juli. Und bis dahin hat Artur Cachey noch allerhand Vorbereitungsstress. Unter anderen muss der Rasen gemäht werden - das macht er nämlich auch, damit der Friedhof stets gepflegt aussieht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2014
Nico Fliegner

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