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Bad Düben Leipziger wandeln auf Kleists Spuren
Region Bad Düben Leipziger wandeln auf Kleists Spuren
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13:49 13.10.2009
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Schnaditz

Dazu fuhren die Messestädter mit dem Bus zur gesperrten Muldebrücke, wo die Wanderung begann. Der Weg führte sie durch die Aue entlang in Richtung Altenhof und Maresch. Zwischen den beiden Anwesen erblickten sie das imposante Rote Ufer, eine Halde des ehemaligen Alaunwerkes. Am Schnaditzer Schloss angelangt, erfuhren die Wanderfreunde Wissenswertes über die Geschichte des historischen Gebäudes mit dem markanten Wehrturm. Insbesondere interessierte dabei der Zusammenhang zwischen der ehemaligen Ritterburg und der Kleist´schen Novelle „Michael Kohlhaas“.

Einigen Gästen wurde erst am Schloss klar, dass die Geschichte um Kohlhaas beziehungsweise Kohlhase nicht etwa eine freie Erfindung des großen Dichters sei, sondern dass sich die Ereignisse vor fast 500 Jahren tatsächlich zugetragen hatten. Das betrifft den Pferderaub zu Wellaune 1532 ebenso wie die erste Gerichtsverhandlung zwischen Hans Kohlhase und Junker Günter von Zaschnitz auf der Burg Düben und die Hinrichtung des ehemaligen Kaufmanns in Berlin 1540, um nur einige Eckpunkte zu nennen.

Genau diese Begebenheiten immer wieder zu erzählen und zu verbreiten, ist eines der Ziele des Michael-Kohlhaas-Clubs. „In historischen Gewändern stellen wir die Ereignisse dar und machen uns dafür stark, dass das Schloss nicht in Vergessenheit kommt“, erzählt Vorstandsmitglied Gerd Reinhard. „Mich erstaunt, dass die Stadt Bad Düben mit dieser Geschichte nicht in der Öffentlichkeit wirbt“, wundert sich Hans Joachim Hörenz aus Leipzig. Kleists Werk zählt zur Weltliteratur und kaum einer weiß, dass die Ereignisse um Kohlhase in Bad Düben stattfanden. Angelika Klehn würde auch den Kohlhaas-Wanderweg seitens der Gemeinde viel stärker vermarkten. Auf diesem ging es für die Leipziger Gäste weiter in Richtung Naschkau, einem ehemaligen Vorwerk des Schlosses. Dort bogen sie links ab und durchschritten ein Bruchgebiet, um nach Wellaune zu gelangen. Nach einer Stärkung im Kohlhaasen-Krug ging es auf der alten B2 zurück zur Muldebrücke. Diesen höher gelegenen Weg soll Junker Günter von Zaschnitz vor fast 500 Jahren angelegt haben, damit die Kaufleute auf der Route zur Leipziger Messe trockenen Fußes durch das damalige Sumpfgebiet kamen. Doch das ist wiederum eine andere Geschichte.

Der Riesengebirgsverein besteht übrigens aus 15 Ortsgruppen. „Jeden Monat wird einmal gewandert, egal, ob es regnet oder schneit“, erzählt der Vorsitzende der Ortsgruppe aus Leipzig. Vorwiegend sind sie dabei im mitteldeutschen Raum unterwegs. Einmal im Jahr führt eine Wandertour in entfernter gelegene Gebiete. Dann geht es beispielsweise ins Riesengebirge, in die Alpen oder Lüneburger Heide.

Heike Nyari

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