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Bad Düben Leitungsprobleme in der Feuerwehr: Förderverein drängt auf Entscheidung
Region Bad Düben Leitungsprobleme in der Feuerwehr: Förderverein drängt auf Entscheidung
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14:41 19.05.2015
Alle müssen anpacken, als das Gehäuse der Magirus-Lafettenspritze im Abstellraum herausgehoben wird. In diesem Jahr will der Feuerwehrförderverein die Rekonstruktion der historischen Pumpe fortführen. Quelle: Steffen Brost

"Es sei mir nach elfjähriger Tätigkeit als Vorsitzender aus großer Sorge und Fürsorgepflicht um die Wehr gestattet, die seit längerer Zeit immer noch andauernden Leitungsprobleme anzusprechen", erklärte Grothe. "Es wird endlich Zeit, wieder eine gewählte Wehrleitung mit Namen und Verantwortung zu haben. Die Kameraden sind sich nicht sicher, wer hier die Kraft der Führung hat. Ist es Tilo Durrey, Christian Noack, Matthias Eichler oder vielleicht doch noch Sven Hindemitt?" Grothe forderte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) auf, die Sache nicht weiter auszusitzen, sondern eine klare Entscheidung herbeizuführen. "Es muss endlich wieder mit klarem Kopf entschieden werden. Nur so kann eine eingespielte Truppe arbeiten und funktionieren."

Bürgermeisterin Münster hatte im LVZ-Jahresinterview im Januar zu dem Thema gesagt, dass "es bis zum Ablauf der Amtsperiode oder einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Leipzig bei dieser Situation bleiben" werde. Hintergrund ist, dass der vom Stadtrat im März vorigen Jahres abberufene Wehrleiter Sven Hindemitt Widerspruch gegen die Stadtratsentscheidung eingelegt hatte, nunmehr das Verwaltungsgericht darüber entscheiden wird. Wann das sein wird, ist unklar. Das alles lähmt aber offenbar die Arbeit in der Stadtteilwehr.

Trotz alledem war das Jahr 2013 für den engagierten Förderverein ein ereignis- und erfolgreiches Jahr. Wichtigster Punkt war dabei die Unterstützung in der Zeit des Juni-Hochwassers. Aber auch bei Feierlichkeiten befreundeter Wehren waren die Bad Dübener mit ihrem historischen Löschfahrzeug KS 25 dabei und gern gesehene Gäste. "Wenn man den Ausbildungs- und Einsatzplan ansieht, stellt man fest, dass viel Freizeit für den Zweitberuf Feuerwehr verwendet wird. Aber ohne diese Arbeit unserer drei Stadtteilwehren Bad Düben, Schnaditz und Tiefensee wäre eine flächendeckende Hilfe in Notfällen nicht abgesichert", so Grothe weiter.

Lobend erwähnte der Vorsitzende die Arbeit in der Jugendfeuerwehr. Die Mitglieder nahmen erfolgreich am Kreisausscheid im Löschangriff in Löbnitz teil und belegten auch bei anderen Wettkämpfen im Feuerwehrsport vordere Plätze. Gegenwärtig sind neun Kinder und Jugendliche in der Nachwuchsriege organisiert - sechs weniger als noch im Vorjahr. Denn diese Jugendlichen wurden als 16-Jährige im vergangenen Jahr in die Reihen der gestandenen Kameraden aufgenommen und dürfen bereits kleinere Aufgaben bei Ernstfällen übernehmen.

Dankesworte schickte Grothe an Lothar Jonack aus Wellaune, der sich seit Jahren um die Pflege des historischen B 1000 und das Gerätehaus im Bad Dübener Ortsteil kümmert. Auch Jens Dreier würdigte er. Denn der Kamerad kümmerte sich in der Vergangenheit um die Restauration der historischen Magirus-Lafettenspritze. "Die ist Baujahr 1926 und war bis in die 1960er-Jahre bei der Bad Dübener Wehr im Einsatz. Weil damals irgendwann im Winter nicht komplett das Wasser aus der Pumpe gelassen wurde, zerfror das Gehäuse und platzte. Das haben wir jetzt schweißen lassen. Ziel ist es, das alte Feuerwehrgerät bald wieder in voller Funktionsweise präsentieren zu können. Doch dafür sind insgesamt rund 10 000 Euro notwendig", sagte Grothe.

Apropos Geld. Mit finanziellen Mitteln will der Förderverein auch 2014 einige Projekte innerhalb der Wehr unterstützen. So beschlossen die Kameraden, 300 Euro für die Jugendfeuerwehr und weitere finanzielle Mittel für die Rekonstruktion der Lafettenspritze bereitzustellen. Auch die Traditionsgruppe soll unterstützt und mehr im Bereich Öffentlichkeitsarbeit getan werden. Für das Ende Mai bevorstehende Stadtfest mit Landesturnfest kündigte der Fördervereinschef die Teilnahme der Kameraden an. Zum einen soll der Mitgas-Vereinswettkampf des TV Blau-Gelb 90 mit der Übersetzung per Schlauchboot über die Mulde abgesichert werden und zum anderen wollen die Kameraden am großen Festumzug teilnehmen. "Dafür haben wir uns etwas ausgedacht. Da die Wehr einst durch die Turnerschaft in unserer Stadt entstanden ist, wollen wir als historische Turner verkleidet am Festumzug teilnehmen", so Grothe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.02.2014
Von Steffen Brost und Nico Flie

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