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Lockere Atmosphäre in Dübens Café International

Lockere Atmosphäre in Dübens Café International

Englisch, Russisch, Arabisch, Deutsch - im Dübener Café International, das jeden letzten Mittwoch im Monat in der Begegnungsstätte im Postweg 6 öffnet, ist das Sprachengewirr perfekt.

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Menschen ganz verschiedener Nationalitäten treffen sich immer beim Café International, das einmal im Monat öffnet.

Quelle: Ilka Fischer

Bad Düben. Denn neben Syriern, Iraner, sind hier auch Tschetschenier und Albanier da. "Helfen ist besser, als einen Vortrag für Senioren zu hören", bringt es mit Christel Gerber eine der deutschen Paten auf den Punkt. Deren Hilfe ist gerade in der Anfangsphase wichtig.

Nach 13 Monaten hat der Iraner Reza Ghalam Ali Nezhad diese hinter sich. Seit vier Wochen hat der Schweißer bei Profiroll Arbeit. "Von 7 bis 16 Uhr stehe ich an der Maschine", sagt der 33-Jährige stolz und im gut verständlichen Deutsch. Seine gleichaltrige Frau Parwin Mohammadi, die einen Uni-Abschlusss im Management hat, ist in Sachen Arbeitssuche noch nicht soweit. Doch dafür hat sie, deren ganze Familie im Iran lebt, mit Erika Papert eine Freundin gefunden. "Ach was, Parwin ist meine Tochter und der neunjährige Sohn Ahoora mein Enkel", erklärt die resolute Bad Dübenerin. "Wenn man fünf Enkel hat, passt auch noch der sechste", ist Erika Papert überzeugt, die mit der iranischen Familie nach einem Gottesdienst ins Gespräch kam. Und mit dem Zweitklässler der Heide-Grundschule, der Polizist werden will, lebe nun wenigstens ein Enkel vor Ort. Für die Oma ist Ahoora nicht nur "der größte Sportler aller Zeiten", sondern auch im Café International beim Tisch-Fußball nicht zu schlagen.

Die lockere Atmosphäre und die Gespräche stehen dagegen für die erwachsenen Asylsuchenden im Mittelpunkt. Wo geht man zum Arzt, wie bekomme ich eine Internetverbindung und welche Firma stellt Ausländer ein? Eine solche Firma sucht beispielsweise der 37-jährige Mohamed Aldaghi aus dem Libanon. "Ich war zehn Jahre im Alu-Bau, kann Fenster einbauen, aber ich tapeziere auch", erzählt er. "Doch Arbeit hat bisher keiner für mich", bedauert er. Das Café International verpasst er nie. Nicht nur wegen des selbst gebackenen Kuchens, sondern auch "weil Ausländer trotz verschiedener Religionen und Mentalitäten untereinander immer eine Sprache finden. Und es macht Hoffnung, dass uns hier so viele Leute helfen." Hilfe wird weiter benötigt. Michael Marschall vom Diakonischen Werk: "Nach dem Aufruf im März haben wir Bettwäsche, Geschirr, Handtücher, Fahrräder erhalten. Doch das ist alles raus."

Wer in puncto Erstausstattung und Fahrräder helfen kann, kann dies mittwochs und donnerstags von 14 bis 17 Uhr im Postweg 6. Michael Marschall ist unter Telefon 0151/16350622 erreichbar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2015
Ilka Fischer

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