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Lothar Schneider: "Wir werden Prioritäten setzen müssen"

Lothar Schneider: "Wir werden Prioritäten setzen müssen"

Laußig. Das Juni-Hochwasser hat die Gemeinde Laußig viel Kraft gekostet, andere Aufgaben mussten liegen bleiben. Dabei will sich die schrumpfende Kommune weiter entwickeln, um für die Bürger attraktiv zu sein.

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Lothar Schneider (parteilos, 56)

Quelle: Privat

Davon, was das Jahr 2014 bringen soll und warum er erneut für die Gemeinde kandidieren wird, erzählt Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos, 56) im Kreiszeitungs-Interview.

 

 

Frage: Sind Sie ins neue Jahr mit Zufriedenheit gerutscht oder haben Sie auch gedacht: Dies und jenes haben wir als Gemeinde leider nicht hinbekommen?

Lothar Schneider: Das Hochwasser im Juni hat uns tatsächlich aus der Fahrbahn geworfen. Dadurch mussten einige Aufgaben liegen bleiben, die wir auf der Agenda hatten. Hausintern war das im Wesentlichen die Einführung der doppelten Buchführung zum Jahr 2014 mit der vollständigen Erfassung des Anlagevermögens. Aber auch Projekte wie die Sanierung der Turnhalle und der Weiterbau des Radweges entlang der B 183 zum Campingplatz und der Neumühle in Pressel fallen darunter.

 

 

Womit sind Sie zufrieden oder worauf vielleicht sogar stolz?

Man kann über die Erfüllung jeder Aufgabe stolz sein, die im Interesse unserer Bürger liegt. Zum Beispiel konnten wir für die Arztpraxis in Laußig mit Unterstützung eine Nachfolgeregelung finden. Bis Ende 2013 ist auch der Krippenbereich in Kossa saniert worden, wo bereits seit einiger Zeit Anträge zur Aufnahme von Krippenkindern vorliegen.

 

 

Das vorige Jahr war geprägt vom Hochwasser. Gruna war erneut abgesoffen, dafür war viel Kraft erforderlich. Auch für Teile von Laußig und Pristäblich. Wie viel davon nehmen Sie ins neue Jahr mit?

Entscheidend war für mich, dass wir eine schnelle Erstschadensbeseitigung durchführen konnten, also Müll, alter Hausrat und Schlamm, die weg mussten. Und dass wir einen engen Kontakt zu den betroffenen Menschen aufgebaut haben, um sie zu unterstützen, auch moralisch. Das war wichtig. Jetzt gilt, die Hochwasserschäden so zu beseitigen, dass erneute Schäden im Fall eines Hochwassers geringer ausfallen. Da sehe ich in erster Linie den Freistaat und die Landestalsperrenverwaltung in der Pflicht. Sie müssen die Deiche zügig sanieren. Ebenso zügig müssen die Pläne für den Ringdeich Gruna weiter vorangebracht werden. Wir als Gemeinde werden jedenfalls alles tun, damit dies auch passiert. Aber ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Das hat die Informationsveranstaltung am Montagabend in Laußig gezeigt.

 

 

Wann denken Sie, kann sich die Gemeinde wieder schwerpunktmäßig mit anderen Aufgaben beschäftigen?

In diesem Jahr sind noch 28 Maßnahmen zur Hochwasserschadensbeseitigung abzuarbeiten. Das ist eine große Herausforderung für uns. Ein Schwerpunkt wird der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Gruna sein. Natürlich dürfen auch die anderen Aufgaben nicht liegen bleiben. Die müssen parallel erledigt werden, ganz klar.

 

 

Welche wären das? Und was steht in diesem Jahr ganz oben auf Ihrer Agenda?

Wir werden alles in allem Prioritäten setzen müssen. Das ist ganz einfach notwendig, um die Dinge nicht aus den Augen zu verlieren. Mir ist wichtig, und das steht ganz oben: Als Verwaltung müssen wir uns als Dienstleister für unsere Bürger begreifen und deren Belange zeitnah und in hoher Qualität abarbeiten, zum Beispiel das Breitband-Problem in Gruna. Die Bürger dort haben als einzige in unserer Gemeinde noch kein schnelles Internet. Das Problem müssen wir lösen, weil das schnelle Internet für Unternehmensansiedlungen eine wichtige Standortentscheidung ist. Ebenso das Problem der Vernässung im Bereich Schenkteich/Mühlteich in Kossa. Hier stecken wir mitten in der Planung. Auch da wird sich etwas tun.

 

 

Das Thema Abwasserentsorgung in Laußig, Gruna und Pristäblich dürfte viele Bürger interessieren, weil es letztlich darum gehen wird, was die Einwohner zu zahlen haben. Wie geht es da jetzt weiter?

Wir sind dabei, drei Varianten im Detail zu untersuchen, also einmal, ob wir die alte Kläranlage ertüchtigen oder eine neue bauen oder die Abwässer dem Zweckverband in Bad Düben andienen. Die Ergebnisse werden bereits im ersten Quartal vorliegen. Die wirtschaftlichste und für die Bürger kostengünstigste Variante werden wir dann bis 2015 realisieren.

 

 

Sie wollen dieses Jahr erneut Bürgermeister werden, im August ist die Wahl. Wann ist der Entschluss bei Ihnen gefallen?

Ich habe mich einmal für den Beruf des Bürgermeisters entschieden, darüber muss ich kein zweites Mal nachdenken. Das erübrigte sich.

 

 

Sie sind seit 20 Jahren Bürgermeister. Was schätzen Sie denn an diesem Amt?

Zunächst mal war ich viele Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister. Da stellte sich immer die Aufgabe, die berufliche Tätigkeit mit dem Ehrenamt in Einklang zu bringen. Das war nicht einfach, oftmals gab es 18-Stunden-Tage. Aber das wollte ich ja. Was ich schätze, ist die Vielfalt an diesem Beruf und dass ich bewusst und zügig Entscheidungen treffen kann, auch wenn ich manchmal eine ganz persönliche Meinung im Interesse der Allgemeinheit zurückstellen muss. Das ist aber so in einer Demokratie. Mein Ansporn ist, als Bürgermeister etwas Bleibendes und Zukunftsweisendes zu gestalten und anderen Menschen zu helfen. Dafür bin ich angetreten und dafür werde ich dieses Jahr erneut antreten.

 

 

Ihre Gemeinde schrumpft. Liegt es da nicht nahe, sich beispielsweise mit Bad Düben zu vereinen, um stärker zu sein?

Für einen Zusammenschluss mit Bad Düben oder einer anderen Gemeinde sehe ich die Zeit noch nicht gekommen. Und wenn, dann muss so ein Zusammenschluss auf Augenhöhe passieren, also nicht, dass Laußig eingemeindet wird. Vielmehr sollten Gemeinden zunächst auf Verwaltungsebene enger kooperieren. Da sehe ich vor allem finanzielle Vorteile, aber am Ende auch mehr Qualität für die Bürger.

 

 

Welche Ziele haben Sie als Bürgermeister der Gemeinde Laußig? Wo wollen Sie mit Laußig hin?

Ich möchte das Image der Gemeinde weiter verbessern. Dafür habe ich dem Gemeinderat vorgeschlagen, in einem Workshop im Februar ein Leitbild zu erarbeiten, worin wir die Ziele, die Strategien zur mittel- bis langfristigen Ausrichtung dokumentieren. Also wo wollen wir hin und wie kommen wir dahin.

 

 

Welchen Wunsch haben Sie an das neue Jahr?

Wichtig ist mir die Zusammenarbeit mit den Einwohnern. Ich halte viel davon, einander zuzuhören, aber auch Konflikte offen und ehrlich auszutragen und dann zu einer konstruktiven Lösung zu kommen. Dafür brauche ich selbstbewusste Bürger. Und dafür brauchen die Bürger einen selbstbewussten Bürgermeister.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.01.2014
Nico Fliegner

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