Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 13 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Manager servieren dem Biber in der Dübener Heide ein Gourmet-Essen

Naturpark Manager servieren dem Biber in der Dübener Heide ein Gourmet-Essen

Da kann Meister Bockert hoffentlich nicht widerstehen. Statt der Birken im Wald findet er künftig frisches Weidengrün vor der Nase. Immerhin 150 Weidenstangen haben ihn 15 Mitarbeiter von Heraeus Quarzglas vor die Nase gesetzt. Doch von dem Tag des Engagements profitieren nicht nur die Biber.

Hier, am Siedegraben bei Wöllnau, fühlen sich die Biber wohl. Statt an Birken sollen sie demnächst aber vor allem an Weiden knabbern.

Quelle: Ilka Fischer

Dübener Heide/Wöllnau. Ein 15-köpfiges Führungsteam von Heraeus Quarzglas verlegte am Dienstag den Arbeitsplatz vom Schreibtisch in Bitterfeld in die Dübener Heide. Am Ende eines ungewöhnlichen Arbeitstages waren bei der Winkelmühle dann rund 150 Kopfweiden entlang des Siedegrabens in die Erde gebohrt, gesteckt, gegossen und vergittert.

... doch ab heute geht es in die Dübener Heide

„Wenn es der Firma gut geht, wollen wir auch etwas abgeben“, formuliert es Susanne Nebel, Koordinatorin für Standortprojekte und soziale Angelegenheiten. Sie hat den inzwischen achten Tag des Engagements ihres Unternehmens gemeinsam mit dem Naturpark Dübener Heide und dem Zweckverband Presseler Heidewald und Moorgebiet organisiert.

Hagen Sandner, der das Werk mit über 500 Mitarbeitern in Bitterfeld leitet, tauscht dabei wie seine Abteilungsleiter und Produktionsbetreuer Computer und Telefon mit Erdbohrer und Gießkanne. Trotz der „schon richtig schweren Arbeit“, und des nasskalten Wetters registriert er aber auch die Schönheit. „Als Hallenser fahren wir ja an sich in den Harz, wenn wir in die Natur wollen. Doch ab heute geht es in die Dübener Heide.“ Die, so hat er festgestellt, sei nicht nur näher, sondern mindestens genauso schön.

Gourmetessen für den Biber

Und zu der gehört auch der Biber, das Maskottchen der Dübener Heide. Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen leben inzwischen wieder 250 Biber im Naturpark. Doch findet Meister Bockert, der sich im Winter vor allem von Baumrinden, ansonsten aber auch von Gräsern bis hin zu Feldfrüchten rein vegetarisch ernährt, nicht genug zu fressen, dann weicht er auch auf die nahen Bäume des Waldes oder in ungeeignete Reviere aus.

Mit den jetzt gepflanzten Weiden, deren schlafende Knospen vor dem Aufwachen stehen, bekommen die Biber des Siedegrabens deshalb ein zusätzliches Futterangebot vor die Nase gesetzt. „Die Weiden selbst werden unten durch ein Gitter geschützt, so dass die Biber immer nur die darüber hinaus gehen Weidentriebe abknabbern können“, erzählt Axel Mitzka vom Naturpark Dübener Heide vor Ort. „Für den Biber ist das ein absolutes Gourmetessen“, ergänzt Renate Klausnitzer, Fachgruppenkoordinatorin der Biberfachgruppe Delitzsch /Eilenburg. Sie freut sich über die Unterstützung der Bitterfelder, hätten doch die örtlichen Revierbetreuer eine solch große Menge in so kurzer Zeit niemals schaffen können.

400 Meter Flusslauf biberfein gemacht

Zwei Reviere hat sie am Standort Siedegraben Winkelmühle ausgemacht. Niedergerücktes Gras verrät ihr, wo die Biber, die im Familienverband leben, an Land gehen. „Im Mai kommt der neue Nachwuchs. Meistens haben sie zwei Jungtiere, durchschnittlich überlebt aber nur eins.“ Wenn der neue Nachwuchs da ist, so erzählt sie, würden die Einjährigen von den Eltern in die große weite Welt geschubst. Bei entsprechendem Nahrungsangebot könne diese aber auch gleich nebenan am selben Flusslauf liegen. 400 Meter Siedegraben wurden jetzt mit Unterstützung der Bitterfelder biberfein gemacht. Doch Hagen Sandner ist sich sicher, dass nicht nur die Biber profitieren. „Es ist gut, den Kopf mal frei zu bekommen und im Team mal was ganz anderes zu machen“, so der 60-Jährige. Einen weiteren Tag des Engagements in der Dübener Heide schließt er jedenfalls nicht aus. Das Naturparkteam würde sich darüber natürlich freuen. Übrigens – anschaffen konnte der Naturpark Dübener Heide die Weidenstangen zuvor mit Förderung des Freistaates Sachsen im Rahmen des Programmes „Natürliches Erbe“.

Von Ilka Fischer

Doberschütz Winkelmühle 51.5581471 12.7315985
Doberschütz Winkelmühle
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bad Düben
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

17.10.2017 - 14:29 Uhr

Kreisliga A (West): Borna II/Eula braucht für 2:0-Erfolg in Kitzscher reichlich Anlauf

mehr