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Bad Düben Manager servieren dem Biber in der Dübener Heide ein Gourmet-Essen
Region Bad Düben Manager servieren dem Biber in der Dübener Heide ein Gourmet-Essen
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09:42 27.04.2017
Qualitätsmanagerin Anke Schuster, Lean-Manager René Sowa, Personalleiterin Stefanie Schmidt-Pforte und Werkleiter Hagen Sandner (v. l.) von Heraeus Quarzglas Bitterfeld beim Gießen und Pflanzen der Weiden im Naturpark Dübener Heide. Quelle: Ilka Fischer
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Dübener Heide/Wöllnau

Ein 15-köpfiges Führungsteam von Heraeus Quarzglas verlegte am Dienstag den Arbeitsplatz vom Schreibtisch in Bitterfeld in die Dübener Heide. Am Ende eines ungewöhnlichen Arbeitstages waren bei der Winkelmühle dann rund 150 Kopfweiden entlang des Siedegrabens in die Erde gebohrt, gesteckt, gegossen und vergittert.

... doch ab heute geht es in die Dübener Heide

„Wenn es der Firma gut geht, wollen wir auch etwas abgeben“, formuliert es Susanne Nebel, Koordinatorin für Standortprojekte und soziale Angelegenheiten. Sie hat den inzwischen achten Tag des Engagements ihres Unternehmens gemeinsam mit dem Naturpark Dübener Heide und dem Zweckverband Presseler Heidewald und Moorgebiet organisiert.

Hagen Sandner, der das Werk mit über 500 Mitarbeitern in Bitterfeld leitet, tauscht dabei wie seine Abteilungsleiter und Produktionsbetreuer Computer und Telefon mit Erdbohrer und Gießkanne. Trotz der „schon richtig schweren Arbeit“, und des nasskalten Wetters registriert er aber auch die Schönheit. „Als Hallenser fahren wir ja an sich in den Harz, wenn wir in die Natur wollen. Doch ab heute geht es in die Dübener Heide.“ Die, so hat er festgestellt, sei nicht nur näher, sondern mindestens genauso schön.

Gourmetessen für den Biber

Und zu der gehört auch der Biber, das Maskottchen der Dübener Heide. Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen leben inzwischen wieder 250 Biber im Naturpark. Doch findet Meister Bockert, der sich im Winter vor allem von Baumrinden, ansonsten aber auch von Gräsern bis hin zu Feldfrüchten rein vegetarisch ernährt, nicht genug zu fressen, dann weicht er auch auf die nahen Bäume des Waldes oder in ungeeignete Reviere aus.

Mit den jetzt gepflanzten Weiden, deren schlafende Knospen vor dem Aufwachen stehen, bekommen die Biber des Siedegrabens deshalb ein zusätzliches Futterangebot vor die Nase gesetzt. „Die Weiden selbst werden unten durch ein Gitter geschützt, so dass die Biber immer nur die darüber hinaus gehen Weidentriebe abknabbern können“, erzählt Axel Mitzka vom Naturpark Dübener Heide vor Ort. „Für den Biber ist das ein absolutes Gourmetessen“, ergänzt Renate Klausnitzer, Fachgruppenkoordinatorin der Biberfachgruppe Delitzsch /Eilenburg. Sie freut sich über die Unterstützung der Bitterfelder, hätten doch die örtlichen Revierbetreuer eine solch große Menge in so kurzer Zeit niemals schaffen können.

400 Meter Flusslauf biberfein gemacht

Zwei Reviere hat sie am Standort Siedegraben Winkelmühle ausgemacht. Niedergerücktes Gras verrät ihr, wo die Biber, die im Familienverband leben, an Land gehen. „Im Mai kommt der neue Nachwuchs. Meistens haben sie zwei Jungtiere, durchschnittlich überlebt aber nur eins.“ Wenn der neue Nachwuchs da ist, so erzählt sie, würden die Einjährigen von den Eltern in die große weite Welt geschubst. Bei entsprechendem Nahrungsangebot könne diese aber auch gleich nebenan am selben Flusslauf liegen. 400 Meter Siedegraben wurden jetzt mit Unterstützung der Bitterfelder biberfein gemacht. Doch Hagen Sandner ist sich sicher, dass nicht nur die Biber profitieren. „Es ist gut, den Kopf mal frei zu bekommen und im Team mal was ganz anderes zu machen“, so der 60-Jährige. Einen weiteren Tag des Engagements in der Dübener Heide schließt er jedenfalls nicht aus. Das Naturparkteam würde sich darüber natürlich freuen. Übrigens – anschaffen konnte der Naturpark Dübener Heide die Weidenstangen zuvor mit Förderung des Freistaates Sachsen im Rahmen des Programmes „Natürliches Erbe“.

Von Ilka Fischer

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