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Maria Montessori hätte ihre Freude an Sankt Nikolai

Maria Montessori hätte ihre Freude an Sankt Nikolai

Heute präsentieren wir Teil zwei der LVZ-Sommer-Serie "Kinder, Kinder ..." In sieben Teilen stellen wir die Kindergärten in Bad Düben und der Gemeinde Laußig näher vor.

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Jeden Tag entdecken die Kinder viel Neues. Erzieherin Margarete Liß übt das Jonglieren.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Heute: der Diakonie-Kindergarten Sankt Nikolai in Bad Düben.

Alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen: Schon früher fühlten sich die Kinder wohl. Es wurde getobt und im Freien gespielt. Heute ist das nicht viel anders, bloß alles moderner. Auch der Name hat sich geändert. Aus dem ehemaligen Kindergarten "Ernst Thälmann" in der Karl-Liebknecht-Straße wurde 1991 die Kindertagesstätte "Sankt Niko.jpg" des Diakonischen Werkes Delitzsch/Eilenburg in der Blücherstraße 9. Im Mittelpunkt steht immer noch die alte Villa an der Straße - ein Bau aus den 1930er-Jahren. 1953 wurde der Kindergarten für 36 Kinder eröffnet. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren ärmlich. Es gab keine Waschbecken mit fließendem Wasser, sondern nur Handwaschschüsseln. Und trotzdem fühlten sich alle wohl.

Der Bedarf an Kindergartenplätzen stieg im Laufe der Jahre. Deshalb wurde 1955 das Gartenhäuschen für 18 Kinder umgebaut. Mit Hilfe der Eltern wurde in den 1960er-Jahren das Außengelände gestaltet, viele Spielmöglichkeiten kamen dazu. Da die Nachfrage für Kindergartenplätze auch in den Folgejahren nicht abriss, entschied sich die Stadt für einen Neubau in Form eines langen Flachbaus. Der wurde 1983 eröffnet. Bis heute hat sich viel auf diesem Gelände verändert. "Der größte Ruck war der Umbau von 2009 bis 2010 bei laufendem Betrieb. Dabei wurden der lange Flachbau und das Gartenhäuschen miteinander verbunden und es entstand ein riesiges Foyer", erzählt Antje Herrmann, die seit 1999 die Einrichtung leitet. Auch die Villa wurde in diesem Zuge auf den modernen Stand gebracht. 2006 entstand ein naturnahes Außengelände.

2006 entwickelten Antje Herrmann und ihr Team das Konzept der "Offenen Arbeit". Das bedeutet, dass sich die Kinder in den Spielzeiten frei bewegen können und sich nicht in festen Gruppen aufhalten. Auch die Gruppenräume wurden in diesem Zuge abgeschafft. Heute können die Kinder nach Lust und Laune ihre Freizeitgestaltung selber in die Hand nehmen. Sie finden eine Lernwerkstatt, Bewegungsraum, Theaterecke, Kreativwerkstatt oder können im Bücherraum lesen und sich in den Entspannungsraum zurückziehen. Im 3000 Quadratmeter großen Außengelände finden sie eine Matschanlage, einen Kletterberg aus Steinen, Hochbeete, Beerengarten, Weidentunnel, Hängematten, ein Insektenhotel und vieles mehr. "Das alles entspricht unserem Konzept. Wir haben uns über die Jahre optimale Voraussetzungen für eine gute Arbeit geschaffen", erzählt Antje Herrmann.

Besonders stolz ist die Leiterin, dass ihr Haus eine Süßigkeiten freie Zone geworden ist. Als sie als Leiterin eingesetzt wurde, stellte sie fest, dass im Tee viel zu viel Zucker ist. "Das haben wir abgeschafft. Auch Bonbons, Lollis und Schokolade wurden nach und nach abgesetzt." Viel Obst kommt auf den Tisch.

Gearbeitet wird in der Kindereinrichtung nach dem Leitsatz von Maria Montessori "Hilf mir, es selbst zu tun". Er bestimmt das pädagogische Leben. Das Kind folgt seinem individuellen Entwicklungsplan, unterstützt durch eine sinnvoll vorbereitete Umgebung, Montessori-Materialien und die freie Wahl der Beschäftigung. Das Kind erhält so viel Anleitung wie nötig, um zum selbsttätigen Handeln zu gelangen. Das dient als Basis zur Entwicklung von Ausdauer, Konzentration und Verantwortungsgefühl.

Seit 1974 ist Margarete Liß in der Einrichtung. Sie begann als Krippenerzieherin in der Bitterfelder Straße und wechselte später in den Thälmann-Kindergarten. "Nicht nur unser Haus hat sich in all den Jahren verändert. Auch wir und die Kinder. Unsere Mädchen und Jungen sind heute viel aufgeschlossener. Aber der Spaß ist der gleiche geblieben", erzählte Margarete Liß.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2013

Steffen Brost

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