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Maschinen aus Laußig verpacken Nudeln, Keksrollen und Säfte

Wirtschaft Maschinen aus Laußig verpacken Nudeln, Keksrollen und Säfte

Das „L“ im Kürzel LSF steht zwar für Leipzig, wo die Spezialmaschinenfabrik vor 111 Jahren gegründet wurde. Doch heute werden die Anlagen im nordsächsischen Laußig gefertigt. Damit Papier- und Plastebahnen von Nudelverpackungen & Co., bevor sie bedruckt werden, richtig auf die Rolle kommen.

Letze Handgriffe: Elektriker Felix Schwarz arbeitet kurz vor der Auslieferung an einer der LSF-Anlagen.

Quelle: Heike Liesaus

Laußig. Was sind Auf- und Abwickler? Und warum steht das L im Namen eines Laußiger Betriebs gar nicht für Laußig? Es geht um LSF. Das Firmenschild ist im Vorbeifahren von der Landstraße aus gut zu sehen. Aber was machen die 60 Mitarbeiter dort eigentlich?

„Unsere Maschinen tragen ihren Teil dazu bei, dass Nudeln, Süßwarenriegel, Keksrollen, Organgensaft – eigentlich alles, was im Supermarkt irgendwo in den Regalen steht, verpackt werden können“, erklärt Geschäftsführer Stephan Schleicher. Auftraggeber sind Hersteller von Druckmaschinen für Verpackungen. In deren Anlagen haben die Maschinen aus Laußig ihre Mission: schneiden, wickeln, beschichten. Letzteres auch für Möbelfolien und Solaranlagen.

Das mag sich relativ einfach anhören. Zu der Herausforderung, die sich diese Spezialmaschinen stellen müssen, gehören die Geschwindigkeit und die Massen, die da in Rotation gebracht werden. Denn was als einzelne Verpackung nur einige Gramm wiegt, ist als Rohmaterial auf eine Rolle gewickelt mächtig schwer. Zugleich ist Präzision gefragt. Wenn Stephan Schleicher den Mechanismus erklärt, der ermöglicht, Druckmaschinen weiterlaufen zu lassen, während eine neue Folienbahn eingelegt wird, hört sich das nach einem Ballett tonnenschwerer Rollen an. So gehören der Firma allein zehn Konstrukteure und fünf Elektroniker an. Was die an ihren PCs entwerfen, wird in der Halle nebenan gefertigt. Hier kommen Hightech und Handwerk zusammen. „Bis auf die Walzen fertigen wir alles selbst“, erklärt Schleicher, der von sich selbst sagen kann: „Ich habe die Ausbildung zum Maschinenschlosser und vor 30 Jahren das gemacht, was ich heute vorgebe. Ich weiß, was dazugehört, so eine Maschine zu bauen. Es ist jedenfalls nicht schädlich, etwas von der Pike auf gelernt zu haben. Das kann ich jedem empfehlen, der noch nicht genau weiß, in welcher Ebene er später mal arbeiten will.“

Er betont das nicht ohne Grund: Auszubildende als Industriemechaniker, Mechatroniker und Zerspaner werden derzeit gesucht bei LSF. Allerdings auch Ingenieure. Willy Scarbata, der zur Zunft der Zerspaner gehört, könnte sogar schon in Rente sein. „Aber der neue Azubi wird erst im Februar fertig“, erzählt er. Der 66-Jährige war bereits bei LSF, als die Fabrik noch in Leipzig stand, wo sie vor 111 Jahren gegründet wurde. Der zu DDR-Zeiten Volkseigene Betrieb wurde im Zuge der Privatisierungen nach der Wiedervereinigung in ein Treuhandunternehmen umgewandelt, war zwischenzeitlich bei der Schwörer-Gruppe, siedelte nach Laußig und gehört seit August 2014 zur Kampf Schneid- und Wickeltechnik.

In der Halle programmiert Kai Weber gerade die mächtige Portalfräsmaschine. Das Werkstück, eine dicke Stahlplatte, über der sich der Fräskopf bewegen soll, ist drei Tonnen schwer. Die Seitenwand einer Wickel-Maschine. Patrick Bensch ist ebenfalls Zerspanungsmechaniker, aber die Teile, die er fertigt, lassen sich noch mit der Hand forttragen: „Mir liegt eher das Filigrane. Aber generell ist es hier abwechslungsreich, weil alles Einzelteilfertigung ist“, sagt der 28-Jährige.

Robert Stephan und Ronny Glorius sind Mechatroniker. „Wir sind die Offiziere des Handwerks“, erklären der 22- und der 36-Jährige feixend. „Denn wir machen alles. Da ist alles gefragt. Man lernt auch jeden Tag etwas Neues dazu.“ Die beiden schrauben gerade an der Hydraulik einer Rollenhandling-Maschine. Sie soll bald in Probelauf gehen. Nach diesen Tests werden die Maschinen für den Transport teildemoniert, versandfertig gemacht. Meist ist eine extra Genehmigung für den Schwerlasttransport einzuholen. „Wie sind im Sondermaschinenbau mit Hochtechnologie. Da gibt es viel Abstimmungsbedarf“, berichtet Schleicher. „Deshalb haben wir unsere Kunden vorwiegend in Leipzig, Dresden, Deutschland, aber natürlich auch in Europa. Einige Maschinen gingen auch schon in die USA, nach China und in den weiteren asiatischen Raum.“

Von Heike Liesaus

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