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Bad Düben Mehrkosten Naturparkhaus: Stadt bringt Licht ins Dunkel
Region Bad Düben Mehrkosten Naturparkhaus: Stadt bringt Licht ins Dunkel
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19:10 23.03.2010
Michael Müller und Bernd Herthäuser (rechts) von der Zimmerei Müller in Weidenhain zeigen in luftiger Höhe den Richtkranz, den sie wenig später auf das Dach anbringen. Quelle: Nico Fliegner
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Bad Düben

Unterdessen bringt die Stadt Licht ins Dunkel über die zuletzt aufgetretenen Mehrkosten in Höhe von 50000 Euro.

Diese waren im Rahmen der Zimmererarbeiten angefallen, weil der Dachstuhl aufgrund von Auflagen der Denkmalschutzbehörde erhalten werden musste, was aber im Vorfeld der Ausschreibung des Gewerks noch nicht abzusehen war, eben jene Ausschreibung lediglich auf den Neubau ausgelegt wurde. Nun ist der Erhalt eines Dachstuhls teurer, als der Neubau, weil die Firma mehr Aufwand hat. Und weil die Zeit im Verzug war – das Gebäude musste schnell winterfest gemacht werden und der Denkmalschutz saß im Nacken – baute das Unternehmen unter den neuen Bedingungen und zu erhöhten Kosten weiter.

„Mein Bauamt und ich haben von der Kostensteigerung nichts gewusst“, erklärte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) gestern. Für Donnerstag vor der Stadtratssitzung seien die verantwortlichen Planer ins Rathaus bestellt worden, um gegenüber den Stadträten den Sachverhalt zu erläutern. Denn die Abgeordneten haben Fragen und wollen Antworten. Schließlich sind 50000 Euro keine Kleinigkeit – schon gar nicht, wenn die Stadtkasse ohnehin klamm ist. Das sieht auch Münster so. Für die Bürgermeisterin stellt sich derweil eine ganz wesentliche Frage: Ist der Stadt ein Schaden entstanden? Und diese Frage könne sie mit einem klaren Nein beantworten, erklärte sie. Die Kosten wären „so und so fällig gewesen“, weil es die Auflagen des Denkmalschutzes gibt. Die Kostenschätzung lag bereits bei 84000 Euro, das Ausschreibungsergebnis bei 30000 Euro. Gelandet ist die Stadt jetzt bei 76000 Euro. „Eine erneute Ausschreibung hätte nicht zu weniger Kosten geführt“, so Münster weiter. „Hätten wir das Dach nicht vor dem Winter dicht bekommen, wären jetzt Schäden da, deren Reparatur womöglich viel teurer gewesen wären“, erläuterte die Stadtchefin. Sie wolle den Vorgang nicht schön reden, denn es habe zweifelsohne „an der Kommunikation“ gefehlt. „Alles in allem bleiben wir aber in der Gesamtkalkulation. Wir haben 1,06 Millionen Euro geplant und liegen jetzt bei etwas über eine Million Euro Gesamtbausumme.“ Münster hoffe am Donnerstag vielmehr auf eine Erklärung, weshalb die Absprachen mit der Stadt nicht funktionierten. Ungeachtet dessen herrschte auf dem Richtfest am Montag ungetrübte Stimmung. Beim Rundgang durch das neue Naturparkhaus bekommt man mit etwas Fantasie schon einen ganz guten Eindruck, wie das Gebäude im Innenbereich einmal aussehen könnte. Große und kleine Räume wechseln einander ab, es gibt einen großen Hof für Veranstaltungen im Außenbereich und ein weiteres Gebäude, dessen große Fenster einen direkten Blick in den Burggarten gewähren – das Wahrzeichen Bad Dübens direkt vor Augen. Interessiert zeigten sich Stadträte, Mitglieder des Heidevereins und Vertreter des Landkreises wie Wirtschaftsförderin Uta Schladitz, als sie das Naturparkhaus von außen und innen betrachteten. Markus Krisch vom Bauamt der Stadtverwaltung erläuterte, wie es nun weitergeht in punkto Arbeiten. Seinen Angaben zufolge sei geplant, dass in der kommenden Woche die Dachdecker aufschlagen. Gemäß Denkmalschutz kommen Biberschwänze in naturellem rot auf das Objekt. Im Innenbereich gehe es mit den Sanitär- und Heizungsanlagen sowie den Elektroarbeiten weiter. Ebenso würden die Trockenbauer vor Ort sein. Nach Ostern wird das Naturparkhaus dann angebohrt. Nicht wirklich, sondern das Umfeld. Auf dem benachbarten Burggelände wird Bau- und Haustechnik zehn Sonden bis zu 43 Meter in die Erde bringen. Das Naturparkhaus bekommt eine Kopplung aus Erdwärme- und Pelletheizung. Unterdessen arbeitet der Verein Dübener Heide, der das Objekt künftig betreiben wird, gemeinsam mit einem externen Büro an einer Ausstellung. Ergebnisse werden im Sommer erwartet. Mit einer Fertigstellung des Objektes werde Ende dieses Jahres gerechnet, mit einer Eröffnung des Naturparkhauses dann im Frühjahr 2011.

Nico Fliegner

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