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Bad Düben "Mein Traum ist: Bad Düben hat deutlich mehr als 10 000 Einwohner"
Region Bad Düben "Mein Traum ist: Bad Düben hat deutlich mehr als 10 000 Einwohner"
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00:31 20.08.2015
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Bad Düben

Im Juli hat der Stadtrat wie berichtet für die Erarbeitung eines solchen Papiers einstimmig votiert. Eine entsprechende Beschlussvorlage hatte die CDU-Fraktion in den Stadtrat eingebracht. Die LVZ sprach mit dem 60-jährigen Fraktionsvorsitzenden zu den Inhalten und Vorstellungen.

Wo sehen Sie Bad Düben im Jahr 2030?

Wir haben meines Erachtens zwei Möglichkeiten. Entweder setzt sich die Tendenz des weiteren Einwohnerverlustes fort, und Bad Düben bleibt ein hübsches verträumtes Kurstädtchen. Oder wir versuchen, die heutige 8000-Einwohner-Stadt so attraktiv zu machen, dass nicht nur die Älteren, sondern auch junge Familien in Bad Düben bleiben oder als Wohnort neu entdecken. Die Einwohnerzahl entscheidet letztendlich, ob Dinge wie attraktiver Einzelhandel, Gastronomie aber auch Freibad und Kulturangebote auf Dauer funktionieren.

Viele Dinge davon sind in der Pretzscher Erklärung zumindest erwähnt -

Das ist sicher richtig und wurde jetzt ja auch unlängst von Günter Dietzsch vom Öko-Beirat öffentlich angesprochen. Doch Bad Düben muss sich vor allem erst einmal selbst klar werden, wohin es will. Als Tor zur Dübener Heide hat die Stadt für die Region eine Vorreiterrolle. Wir fangen natürlich in vielen Dingen nicht bei Null an. Wir müssen aber aus Stadtentwicklungskonzept, Einzelhandelskonzept, Pretzscher Erklärung und vielen anderen Papieren Vorhaben bündeln, konkretisieren und vor allem abarbeiten. Dabei könnte ein halbjährlicher Bericht im Stadtrat durchaus sinnvoll sein. Klar ist, nicht alles wird klappen. Als vor über 100 Jahren ein paar Unentwegte das Moorbad eröffneten, haben sicher viele darüber geschmunzelt. Doch ohne die damaligen Visionäre hätten wir heute weder das Heide Spa noch den Kurpark. Was ich sagen will, wir müssen auch heute träumen dürfen, selbst wenn die Umsetzung dann der schwerere Teil ist.

Wovon träumen Sie?

Ich träume von einer quicklebendigen Stadt mit tollen Freizeit- und Kulturangeboten. Von einer Innenstadt, die Besucher anzieht, auch am Wochenende sollen Händler frisches Obst, Gemüse und attraktive Waren auf dem Markt anbieten. Ich träume von einer freien weiterführenden Schule in unserer Stadt. Das übrigens noch intensiver seit der Verabschiedung des neuen sächsischen Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft am 8. Juli, das die Gründung und den Betrieb einer solchen Schule erleichtert. Ich träume wirklich von einer Stadt, von der die Leute sagen, dass es toll ist, dort die Freizeit zu verbringen, wo es Spaß macht einzukaufen, wo optimale Bildungs- und Betreuungsangebote vorgehalten werden. Ich träume von jungen Familien, die aufgrund dieser Attraktivität für ihren Lebensmittelpunkt Bad Düben auswählen. Mein Traum: Bad Düben hat 2030 deutlich mehr als 10 000 Einwohner!

Was hat bei Ihnen ansonsten Priorität?

Mich beschäftigt zum Beispiel, dass wir unser riesiges Potenzial nicht ausschöpfen. Meines Erachtens sind wir noch viel zu sehr nur auf Kur fixiert. Doch wir müssen noch viel mehr die Gesunden erreichen, den Wellness-Zeitgeist und das Interesse für Natur und Gesundheit nutzen und neben dem Heide Spa weitere Angebote für Bürger und Touristen machen.

Sie meinen das Freibad?

Das ist sicher ein wichtiger Baustein. Bei seiner Modernisierung müssen wir zugleich auch die Voraussetzungen für niveauvolles Camping schaffen. Selbst über einen ganz neuen Sport- und Freizeitcampus sollten wir nachdenken dürfen. Ein optimierter Nahverkehr gehört für mich ebenso unbedingt dazu. Wenn wir mehr Touristen und Einwohner haben, muss beispielsweise auch ein Halbstunden-Takt für den Bus nach Leipzig keine Vision bleiben.

Womit wir wieder bei der Einwohnerzahl wären -

Ja, sie ist für mich das A und O. Hier gilt es dranzubleiben. Derzeit haben wir zum Beispiel in Bad Düben keine ausgewiesenen Baugebiete. Wir müssen auch mehr Gewerbe ansiedeln, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Es gibt also eine Vielzahl von Aufgaben, die Stadtrat und Stadtverwaltung nicht allein anpacken können. Jeder ist eingeladen, bei der Verwirklichung unserer aller Träume auch ein Stück weit mitzutun. Bis zum Herbst wird es deshalb für alle, die sich engagieren wollen, eine Telefonnummer und eine eigene Mailadresse geben.Interview: Ilka Fischer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.08.2015
Ilka Fischer

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