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Bad Düben Mensch kontra Biber - Debatte entflammt
Region Bad Düben Mensch kontra Biber - Debatte entflammt
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09:42 17.06.2010
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Bad Düben

Der Biber ist seit vielen Jahren das Wappentier der 75 Hektar großen Region, ihr Werbeträger. Nicht ohne Grund, weiß Thomas Klepel, Naturparkleiter. "Wir haben keine Zugspitze und keinen Wörthersee, wir haben keine Höhle und auch keinen Freizeitpark. Die Dübener Heide hat eine wundervolle Natur- und Kulturlandschaft mit wilden Tieren", so Klepel.

Gerade weil der Nager "in seinem Wirken so sehr dem Einfluss des Menschen auf die Natur ähnelt und exemplarisch für die Jahrhunderte alte Auseinandersetzung der Bewohner mit ihrer Heimat steht, ist er das richtige Wappentier und hebt uns von den Mitbewerberregionen im Umfeld von Leipzig ab." Die Biber stünden stellvertretend für den Reichtum an Wildtieren in der Dübener Heide und "adeln eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft", so der Naturparkleiter weiter.

Klepel reagiert damit auf die zuletzt öffentliche Kritik, wonach es nicht sein könne, dass "eine einzelne Spezies werbeträchtig in den Adelsstand" erhoben werde und man zulasse, dass diese "unkontrolliert und in ständig wachsender Zahl unsere Kulturlandschaft zum Negativen verändert". So äußerte sich ein aufmerksamer Leser dieser Zeitung. Bei Pristäblich fällte der Biber in einem Naturschutzgebiet mehrere Bäume, die dem dortigen Angelgewässer als Schattenspender dienten. Die Angler sind nicht gegen den Biber, wollen ihm aber Einhalt gebieten.

Dass Meister Bockert die Landschaft negativ verändere, sieht Klepel nicht so. Der Naturpark hat "die Sicherung und Verbesserung der ökologischen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen der Bevölkerung zum Ziel." So gebe es die Natur-Tourismus-Schiene "Erlebnis Wildtier", die sich großer Resonanz erfreue und unter anderem auch auf den Biber setze, der für Besucher erlebbar gemacht wird. "Heute stehen wir vor großen Herausforderungen. Wertschöpfungspotenziale liegen in der Land- und Forstwirtschaft oder im Naherholungstourismus", weiß Klepel. Man müsse das nutzbar machen, was die Region ohnehin zu bieten habe. Und dazu gehöre der Biber und ein Miteinander.

Nico Fliegner

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