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Bad Düben Miete für 700 Bad Dübener Familien steigt
Region Bad Düben Miete für 700 Bad Dübener Familien steigt
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14:22 19.05.2015

Dabei handelt es sich um Mieter der Wohnungsbaugesellschaft, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt.

Auslöser für die kräftige Mieterhöhung, die allerdings die erste des 1994 gegründeten Unternehmens außerhalb von Neuvermietungen ist, war ein Prüfbericht des sächsischen Rechnungshofes. Der hatte in einer sogenannten Querschnittsprüfung 13 kommunale Wohnungsbaugesellschaften unter die Lupe genommen. Neben Lob für die hohe Eigenkapitaldecke und für die Einnahmen aus der Fremdverwaltung von Häusern in Rackwitz, Löbnitz und Laußig bekam Bad Düben einen dicken Minuspunkt für zu geringe Mieten, die unter den ortsüblichen Vergleichswerten liegen. Einen offiziellen Mietspiegel selbst gibt es in Bad Düben nicht.

In der Tat, so Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wähler), die in dieser Funktion zugleich Aufsichtsratsvorsitzende ist, liegt das Unternehmen, dem 900 Wohnungen in Bad Düben gehören, mit seiner Durchschnittsmiete noch unter dem derzeitigen Hartz-IV-Satz von 4,50 Euro pro Quadratmeter. Vereinzelt würden langjährige Mieter sogar nur 2,80 Euro pro Quadratmeter zahlen. "Wir haben uns daher im Aufsichtsrat darauf verständigt", so Münster, "die Mieten nach oben ortsüblich anzupassen."

"Alle drei Jahre", erläutert dazu Geschäftsführerin Bettina Czerwonatis, "ist der Vermieter dazu berechtigt. Doch die Wohnungsbaugesellschaft hat davon bisher noch nie Gebrauch gemacht." Dass sie es jetzt dennoch tut, dafür habe der Rechnungshof einen wichtigen Anstoß gegeben. Denn aufgrund der Altkredite arbeitet die Wohnungsgesellschaft derzeit noch immer nicht kostendeckend. Doch die schwarze Zahl ist für den Rechnungshof Pflicht. Wenn Bad Düben diese nicht erreichen könne, sei eine Privatisierung angezeigt, lautet die Schlussfolgerung der Prüfer. "Genau das wollen wir auf keinen Fall", so die Bürgermeisterin. In der Innenstadt und in den Ortsteilen funktioniere der freie Wohnungsmarkt, für die Stadt Bad Düben insgesamt sieht sie die Wohnungsbaugesellschaft als ein wichtiges Steuerungselement. Dabei weiß sie die Stadträte hinter sich, die bei der Präsentation des Prüfberichts zur jüngsten Stadtratssitzung einschließlich der genannten Schlussfolgerung in Sachen Mieterhöhung keinerlei Einwände erhoben.

Übrigens braucht auch nach der jetzigen Mieterhöhung kein Mieter auszuziehen, weil er die Miete nicht mehr zahlen kann. "Falls Hartz-IV-Bezieher jetzt im Einzelfall über den Satz von 4,50 Euro pro Quadratmeter kommen, ist das in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt lösbar", so Münster.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.05.2015
Ilka Fischer

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