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Bad Düben Millionen-Projekt Abwasser in Kossa: Bäcker sieht seine Existenz bedroht
Region Bad Düben Millionen-Projekt Abwasser in Kossa: Bäcker sieht seine Existenz bedroht
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00:38 14.04.2018
Bäckermeister Ralf Tauchnitz hat bereits fast 100 Unterschriften gesammelt. Quelle: Steffen Brost
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Kossa

Der geplante Abwasserbau in Kossa und Durchwehna sorgt bei Bäckermeister Ralf Tauchnitz für unruhige Nächte. Seit 2002 betreibt der 62-Jährige die Bäckerei Krone in der Hauptstraße 28. Von hier aus beliefert er auch seine Filiale in Bad Schmiedeberg. Wie das mal weitergeht, wenn der Zweckverband Abwassergruppe Dübener Heide (ZAWDH) sein Bauvorhaben umsetzt, weiß der Geschäftsmann nicht. Und wie er sehen es mittlerweile auch fast 100 Bürger aus den zwei Heide-Dörfern. Denn die haben sich bereits an der Unterschriftenaktion des Bäckers beteiligt.

Geschäft bleibt erreichbar

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Baumaßnahme“, stellt Tauchnitz klar. „aber wir fordern eine ordentliche Informationspolitik über exakten Ablauf, Termine und Kosten, die auf uns zukommen. Ich kann die Aussage unseres Ortsvorstehers nicht nachvollziehen, der sagt, dass alles ruhig ist und die Einwohner erst einmal abwarten. Das ist bei weitem nicht so. Denn wenn die Bauarbeiten laufen, sind Grundstücke und Geschäfte für eine bestimmte Zeit abgeriegelt. Es stehen Existenzen und Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das lasse ich mir nicht gefallen.“

Diese Aussage kann und will ZAWDH-Geschäftsführerin Bärbel Deutrich nicht stehen lassen. Denn es gab mittlerweile ein Treffen zwischen ihr und dem Bäckermeister. „Wir haben uns unterhalten und ich hoffe, dass wir weitere Unklarheiten aus dem Wege schaffen konnten. Während der gesamten Bauphase vor seiner Haustür in der Hauptstraße werden sowohl alle Grundstücke als auch die Geschäfte immer erreichbar bleiben. Dafür wird ein Verkehrskonzept erarbeitet“, stellt Deutrich klar.

Baustart im Mai

Die ersten Bauarbeiten sind ab Mitte Mai geplant. Nächste Woche werden die ersten beiden Lose vergeben. Dabei handelt es sich um den Bau des Hauptpumpwerkes in Kossa sowie der Druckleitung nach Authausen. Parallel laufen Gespräche mit dem Straßenbauamt über die weiteren Planungen. Dabei gilt es auch mit anderen Unternehmen wie dem Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen über weitere geplante Verlegungen von Rohrleitungen zu sprechen.

Die ersten Bauarbeiten werden nur minimale Auswirkungen auf die Anwohner haben. Der Verkehr soll beispielsweise durch eine Ampel-Regelung an den Baustellen vorbeigeleitet werden. Im Hintergrund laufen die Planungen für die nächsten Schritte. Dazu zähle, mit Anwohnern über Flächennutzungen zu verhandeln, um wirtschaftlich zu agieren. „Wir werden mit größter Sorgfalt arbeiten“, verspricht Deutrich.

Abwasser wird nach Düben gepumpt

Das Abwassernetz in Kossa/Durchwehna ist in die Tage gekommen. Für über vier Millionen Euro will der Abwasserzweckverband jetzt alles auf den modernen Standard bringen. Geplant ist, das Abwässer über mehrere Pumpstationen nach Authausen und weiter nach Bad Düben in die Kläranlage am Altenhof zu pumpen. Die Baumaßnahme ist in drei Abschnitten in den nächsten drei Jahren geplant.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Abwassernetzes in Kossa/Durchwehna Ende 2020 wird auch die kurz vor der Wende vor den Toren Durchwehnas gebaute Oxydationsteichkläranlage außer Betrieb genommen.

Von Steffen Brost

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