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Bad Düben Mit 200 Euro 65 Schüler verköstigen - wie geht das?
Region Bad Düben Mit 200 Euro 65 Schüler verköstigen - wie geht das?
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00:41 09.07.2015
Sind die Apps, die ihr auf dem Smartphone habt, wirklich alle kostenlos? Claudia Bodenschatz spricht mit Neuntklässlern über deren Notizen. Quelle: Kathrin Kabelitz
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Bad Düben

Normalerweise arbeiten die beiden im Finanzamt Eilenburg, gestern waren sie zu den Projekttagen "Leeres Portemonnaie tut weh" an der Oberschule Bad Düben, die das Angebot übrigens als einzige in Nordsachsen nutzt, zu Gast. "Steuern zahlen ist uncool, oder?" fragen die beiden und geben mit Spatzen-, Toiletten- oder Bärtesteuer ungewöhnliche Beispiele, wofür der Fiskus auch schon Geld haben wollte. Dass bei der zweiten Auflage des Lern-Projektes der Awo Nordsachsen neben der Sparkasse erstmals das Finanzamt vor Ort ist, hat seinen guten Grund. Anliegen ist, die jungen Leute rechtzeitig für Steuerwissen zu interessieren. Hintergrund: Die Finanzkompetenz lässt zu wünschen übrig. Unkenntnis, Leichtgläubigkeit und Gleichgültigkeit führen dazu, dass junge Leute in die Schuldenfalle tapsen. Bettina Noack, Schuldnerberaterin bei der Awo, hat Zahlen: Die Überschuldungsampel in Deutschland zeigt mittelrot. 6,7 Millionen Bundesbürger über 18 Jahre sind überschuldet, bei den unter 30-Jährigen liegt die Quote bei 15,3 Prozent.

Der Stationsbetrieb für die Neunten geht spielerisch weiter. Janet Torres Lupp, Nicole Hendrich und Claudia Bodenschatz von den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen haben ein Tablet-Projekt vorbereitet. Ein Quiz zu Kostenfallen gibt es. Laura Zöllner, Anne Münz, Freya Pabst und die anderen machen sich Gedanken, welche kostenlosen Apps sie nutzen. Whatsapp, Instagram, Clash of Clans zum Beispiel. "Wir gucken schon, ob das was kostet", sagen die drei zwar. Doch Janet Torres Lupp weiß: Die Kostenfalle droht. Spielverbesserungen, Werbefreiheit oder neue Funktionen, all das gibt es - gegen Geld.

200 Euro hatte die Gruppe von Lehrerin Elke Schüßler zur Verfügung. 65 Schüler sollen mit Snacks verköstigt werden. "Wir haben kalkuliert, was wir brauchen, dann sind sie los." Baguette, Butter, Wurst, Käse, Gemüse. In der Hauswirtschaftsküche bei Kerstin Winkler wird alles zurecht gemacht. Die Lehrerin findet das Projekt gut: "Das ist Vorsorge für später." Mit Karte zahlen setze sich durch, da wird schnell mehr ausgegeben, als da ist. "Wenn ich einkaufe, nehme ich nicht das teuerste Produkt", sagt Annika Krause, die mit Susanne Mahler und Anna-Sophie Hennig Brote belegt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.07.2015

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