Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Münster: Unsere Kameraden sind die Helden dieser Tage
Region Bad Düben Münster: Unsere Kameraden sind die Helden dieser Tage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 19.05.2015
Feuerwehrkameraden schleppen Sandsäcke auf dem Burggelände. Quelle: Steffen Brost
Anzeige
Bad Düben

Dort ist die Ruhe- und Versorgungszentrale für die Hilfskräfte eingerichtet worden. Es werden Brötchen geschmiert, Würstchen warm gemacht und Getränke an die Helfer verteilt. Heike Lingner und weitere Frauen kümmern sich rund um die Uhr um die Verpflegung. Sohn Christopher, der in der Jugendfeuerwehr ist, schleppte nicht nur Sandsäcke, sondern notierte akribisch, wer und welches Fahrzeug wo gerade unterwegs ist. Das ist wichtig für die Koordinierung von Abläufen bei einer Hochwasserkatastrophe wie dieser.

Seit Sonntag sind rund 120 Kameraden aus den Wehren Bad Düben, Schnaditz, Tiefensee, Bad Schmiedeberg, Badrina und Hohenroda im Dauereinsatz in und rund um Bad Düben. Hinzu kommen Kräfte des Technischen Hilfswerks aus Borna und Lübben sowie die Kameraden aus der Partnerstadt Diez, die mit Hochleistungspumpen an der Flutfront kämpften.

"Hauptschwerpunkte in den zurückliegenden Tagen waren Profiroll, das Burggelände und die Schwarzbachbrücke in der Eilenburger Straße", sagt Bad Dübens Stadtwehrleiter Matthias Eichler. "Hier mussten wir gegen das Wasser ankämpfen und haben Tausende Sandsäcke verbaut, die ein Einströmen der Mulde in die Werkhallen von Profiroll verhinderten. Außerdem gab es zahlreiche Punkte in der Stadt, wo wir mit unserer Technik das Wasser abgepumpt haben", so Eichler weiter. Auch Tiefensee und Schnaditz waren Schwerpunktgebiete. Dort wurde vor allem Vorsorge getroffen - die Stadtteile blieben weitgehend trocken.

"Unsere Kameraden aller drei Stadtteilwehren und die Einsatzkräfte, die von außerhalb Unterstützung leisteten, sind die Helden dieser Tage", erklärt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Sie hätten "Unglaubliches vollbracht", um Stadtbereiche von Bad Düben zu sichern. "Wir sind wie Eilenburg mit einem blauen Auge davon gekommen", so die Stadtchefin weiter. "Wir wissen aber auch, dass es unseren Nachbargemeinden nicht so gut ergangen ist. Ich will hier Gruna, Glaucha und auch Löbnitz ausdrücklich nennen. Gedanklich sind wir auch bei den Menschen dort", so Münster.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2013

Steffen brost / Nico Fliegner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schnaditz/Tiefensee/Wellaune. Die Hochwasser-Gefahr für den Bad Dübener Stadtteil Schnaditz war am Donnerstag plötzlich wieder latent. Hatte das Dorf in den Vortagen das Gröbste überstanden, blieb vom Wasser verschont, strömte es Donnerstag auf das Dorf zu, wie Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) gegenüber der LVZ bestätigte.

06.06.2013

Ein Großteil der Einwohner von Gruna konnte am Donnerstag zum ersten Mal in das vom Hochwasser überschwemmte Dorf. Mit Traktoren und Booten wurden sie übergesetzt.

06.06.2013

Die Grunaer geben auf. Nachdem der Ort zum zweiten Mal nach 2002 im Muldehochwasser unterging, wollen viele von ihnen keinen Neuanfang in diesem Dorf. Sie haben Unterschriften für eine Umsiedlung gesammelt.

19.05.2015
Anzeige