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Muldebrücke Düben: Wasser fließt 50 Zentimeter Unterkante

Muldebrücke Düben: Wasser fließt 50 Zentimeter Unterkante

Bad Düben/Laußig/Löbnitz. In Bad Düben und den Gemeinden Laußig und Löbnitz sind Hunderte Helfer am Montag im Einsatz gewesen. Sie sicherten und kontrollierten die Deiche.

Vereinzelt ist das Wasser bereits über die Deichkronen geströmt.

In der Stadt Bad Düben sind bis zu 700 Helfer zum Einsatz gekommen, darunter Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, der Bundespolizei und Bundeswehr. Als Schwerpunkt stellte sich der Bereich am Schwarzbach und beim Maschinenbauunternehmen Profiroll Technologies heraus. Dort sind auf die Spundwände und den Deich Folien und Sandsäcke gepackt worden. Bereits am Montagvormittag kam Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) mit dem Stadtrat und Bad Dübener Unternehmen zusammen, um das weitere Vorgehen zu beraten. An der Muldebrücke in Bad Düben schoss das Wasser kontinuierlich etwa 50 Zentimeter unterhalb des Bauwerks durch. Als Gefahr stellte sich größeres Treibgut dar, das sich hätte festsetzen können. Einsatzkräfte der Bundespolizei standen Gewehr bei Fuß, um im Falle Maßnahmen ergreifen zu können. Die Brücke war bereits am Morgen für den Verkehr gesperrt worden - und bleibt es bis auf weiteres. "Wir rechnen in der Nacht mit der Welle", sagte Bürgermeisterin Münster. Ab neun Metern Höhe wird die Brücke überspült. Zwischen 8,90 und 9,20 Meter sind gestern in Bad Düben vorausgesagt worden. Die Einsatzkräfte würden in Alarmbereitschaft versetzt. Unterdessen ist auch die Abwasserentsorgung im Klärwerk teilweise ausgefallen. Die Bürger der Stadt sollten in diesen Tagen sparsam mit dem Wasser umgehen, so Münster. Das System könnte erheblich beeinträchtigt werden. Mit Spezialtechnik soll in den nächsten Tagen das Wasser abgepumpt werden.

In Gruna und Laußig sind gestern die Deiche regelmäßig kontrolliert und gesichert worden, wie Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) sagte. Schwerpunkt war Gruna, wo zudem sieben Bewohner der Fährinsel per Hubschrauber ausgeflogen werden mussten, darunter eine schwer kranke Frau. Gruna ist gestern gesperrt worden. Außerdem sind Schutzmaßnahmen für die Unternehmen LSF und das Pumpwerk für Xella in Laußig ergriffen worden. An mehreren Deichabschnitten ist es unterdessen zu Deichdurchflutungen gekommen, an zwei Stellen zwischen Mörtitz und Bad Düben zu "leichten Überströmungen", so der Bürgermeister. Über 100 Helfer sind im Schichtsystem im Einsatz.

In Löbnitz ist in den Montags-Morgenstunden die Deichverteidigung aufgegeben worden, nach dem die Mulde die Deichkrone in Roitzschjora, dem niedrigsten Hochwasserwall, nahezu erreicht hat. Am Abend davor sind Dutzende Feuerwehrleute noch damit beschäftigt gewesen, schwache Abschnitte zu befestigen. Kontrollgänge sind auf ein Minimum reduziert worden, um keinen zu gefährden. "Wir haben vom Hochwasser 2002 viel gelernt", sagt Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU). Die eintägige Vorwarnzeit habe sehr geholfen, auch wenn manche Einwohner dies als "Panikmache" abgetan hätten. "Wir können dennoch nicht alle und alles schützen", so der Bürgermeister, der 2002 den Einsatz als Wehrleiter führte. "Wir müssen Prioritäten setzen." Zahlreiche Unternehmen des Muldedorfes und darüberhinaus haben bereits ihre Hilfe angeboten, das Löbnitzer Kieswerk versorgt kontinuierlich. So wurde unter anderem Material bereitgestellt, um den Zschernegraben zu schließen. Über diesen war 2002 Muldewasser von hinten ins Dorf gelaufen und hatte es eingeschlossen. "Das wollen unbedingt verhindern", erklärt Einsatzleiter Enrico Häublein. Alle Bereiche, die überflutet werden können, sind menschenleer, die Zufahrten gesperrt. Feuerwehrleute kontrollieren und lassen keinen passieren. Der Campingplatz in Löbnitz ist geräumt, bis auf zwei Wohnwagen, deren Eigentümer keine Möglichkeiten sehen, ihn umzustellen. Die Polizei patrouilliert und beobachtet Schaulustige, die teils Arbeiten behindern. Aber auch Löbnitzer Einwohner überraschen mit leichtsinnigen Aktionen, wollen zum Beispiel an der gefährlichsten Stelle in der Aue Rasen mähen oder berufen sich darauf, schwimmen zu können. "Dabei wissen sie es besser", so Wohlschläger.

Nico Fliegner / Ditmar Wohlgemuth

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